Wo das Wir entsteht - Mehr Demokratie durch mehr Begegnung?

Shownotes

Wie kann Demokratie durch Begegnung gestärkt werden, und warum sind Begegnungsräume entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Zitat der Folge

"Für mich ist Demokratie Begegnung. Also ich würde keine Unterscheidung machen. Wenn zwei Menschen oder auch mehr Menschen aufeinandertreffen, da entsteht Demokratie, wenn wir uns dabei auch zuhören und auch sehen. "

Episodenbeschreibung

Die Dorfkneipe, das Freibad, die Bibliothek: Alltagsorte wie diese bilden das Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhaltes, sagt der Soziologe Rainald Manthe. Aber es gibt immer weniger von ihnen, sei es aus Kostengründen oder wegen der voranschreitenden Individualisierung unserer Gesellschaft. Was es für unsere Demokratie bedeutet, wenn wir einander nicht mehr über unterschiedliche Herkünfte, Haltungen und Lebenswelten hinweg begegnen, und wie es gelingt, trotz knapper Kassen lebendige Begegnungsräume zu gestalten, hören Sie in diesem Böll.Podcast.

Kapitel mit Zeitmarkierungen

• (00:00:00) – Intro: Begegnungsorte als Räume der Emotionen und des Zuhörens

• (00:00:32) – Demokratie als Begegnung: Definition und Bedeutung

• (00:03:12) – Anerkennung des „legitimen Anderen“ als Grundvoraussetzung für gemeinsame Regeln des Zusammenlebens

• (00:07:47) – Demokratie erlebbar machen: Offene Räume und persönliche Beziehungen im Stadtteil

• (00:10:08) – Orte ohne Hürden: Zufallsbegegnungen durch niedrigschwellige Angebote

• (00:11:41) – Vertrauen durch persönliche Begegnung: Forschungserkenntnisse

• (00:14:35) – Begegnungen als Korrektiv für Vorurteile und negative Bilder

• (00:16:20) – Homophilie: Herausforderungen durch freiwillige Gleichgesinnte

• (00:17:43) – Kommunale Kreativität: Allianzen mit Zivilgesellschaft und Vereinen für Begegnungsorte

• (00:19:11) – Multifunktionale Räume: Vorbilder wie der Stadthof in Hanau

• (00:26:05) – Fazit: Begegnung als Stärkung der Demokratie

Unsere Gesprächspartner*innen

Dr. Rainald Manthe

Soziologe und Autor, Vorstand der Stiftung Bildung

Adelwin Südmersen

Quartiersmanager für Rostock-Lichtenhagen

Weiterführende Artikel und Quellen

• Rainald Manthes Buch “Demokratie fehlt Begegnung - Über Alltagsorte des sozialen Zusammenhalts” [🔗 https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-7141-4/demokratie-fehlt-begegnung/]

• Rainald Manthes Text zu alltäglichen Begegnungsorten als wesentliche Infrastruktur von Demokratie [🔗 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/demokratie-jenseits-von-wahlen-2024/552908/alltaegliche-begegnungsorte-der-demokratie/]

• Interview zur Studie “Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft” des Soziologen Steffen Mau [🔗 https://www.fluter.de/steffen-mau-soziologe-trigger]

• Das Quartiersmanagement Rostock-Lichtenhagen [🔗 https://www.rgs-rostock.de/quartiersleben/lichtenhagen/im-quartier]

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Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Emily und Lukasz jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.

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Grafik: Foto von Hannah Busing auf Unsplash, Bearbeitung: hbs

Transkript anzeigen

00:00:00: Begegnungsorte, wo ich die schönsten und auch intensivsten Mente erlebe

00:00:04: sind.

00:00:05: Da, wo ein Raum entsteht, wo Menschen

00:00:08: merken, dass alle Emotionen erlaubt sind?

00:00:12: Für mich ist der wichtigste Punkt, für mich merke das man sich gegenseitig zuhört und wirklich in Gesprächskomfortes gegenüber auch wertgeschätzt hört

00:00:21: Auch wenn man vielleicht nicht die gleichen Ziele teilt oder die gleiche Vorstellung, wie etwas ablaufen könnte.

00:00:27: Wenn man bei uns selber anfängt kann man irgendwie auf andere zugehen und das kann die Begegnung auf Raufenhöhe stattfinden.

00:00:32: Für mich

00:00:33: ist Demokratiebegehung also ich würde keine Unterscheidungen machen.

00:00:37: Wenn zwei Menschen oder auch mehr Menschen aufeinander treffen da entsteht Demokratie, wenn wir uns dabei auch zuhören und noch sehen

00:00:48: Ja, was wir hier eben gehört haben sind Gedanken darüber welche Bedeutung Begegnungen für Demokratie haben können.

00:00:56: Und das ist genau unser Thema heute hier!

00:00:59: Ja, Demokratie ist Begegnung.

00:01:01: Ist das so?

00:01:02: Welche Bedeutung hat Begegnung für Demokratie und was ist wenn Begehnungen immer weniger oder gar nicht mehr

00:01:09: stattfindet?".

00:01:10: Der Soziologe Reinhold Manthe forscht zu diesem Thema.

00:01:13: Er sagt, Orte der alltäglichen Begegenungen sind das Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt – von diesen Orten gibt es immer weniger!

00:01:23: Wenn sich Menschen unterschiedlicher Herkünfte mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichen politischen Haltungen aber nicht mehr treffen, nicht mehr begegnen dann hat das negative Auswirkungen auf unsere Demokratie.

00:01:37: Denn die wird über gelingende Begegnungen im Alltag erlebbar.

00:01:41: Mantistese – es fehlen Orte der Begegenung!

00:01:45: Was das für Orte sein können und wie ihre Gestaltung auch vor dem Hintergrund knapper Kassen gelingen kann darum geht's in dieser Folge von Böl Podcast.

00:01:54: Mein Name ist Mandy Schielke, herzlich willkommen!

00:02:06: Und bei mir im Studio ist meine Kollegin Julia Eichmann.

00:02:10: Hallo Julia Hi Demokratie und Begegnung Das klingt erstmal nach zwei völlig unterschiedlichen Paar Schuhen.

00:02:17: das eine findet im Parlament statt das andere auf der Straße.

00:02:21: Bitte ordnet das doch mal für uns ein.

00:02:24: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

00:02:27: Genau, genau.

00:02:28: Gibt es das eine ohne das andere gar nicht?

00:02:30: Demokratie ist eben nicht nur das was im Parlament stattfindet sondern sie findet auch im Alltag statt wo wir einander begegnen und immer wieder neue aushandeln nach welchen Regeln wir miteinander leben wollen etwa wie wir unsere Umwelt gestalten oder wie wir Konflikte austragen.

00:02:45: Das können Menschen sein die man kennt Freunde Kolleginnen.

00:02:49: Dann sind die Regeln des Miteinanders meistens schon ausreichend abgesteckt und verinnerlicht.

00:02:54: Aber zumindest wenn man die eigenen vier Wände verlässt, dann trifft man eben auch Menschen, die mal nicht kennt – Nachbarinnen oder ganz Unbekannter auf der Straße!

00:03:02: Und diese Begegnungen, die mit anderen fremden Menschen, vielleicht ganz anders sind als man selbst, die sind so wichtig für die Demokratie, sagt der Soziologe Reinald Manthe.

00:03:12: Wenn man diese Menschen ab und zu mal wahrnehmen muss und wahrnehmen, mit wem man da zusammenlebt.

00:03:16: Und man muss diese anderen Menschen nicht nur wahrnehmen, sondern man muss sie auch als legitime andere anerkennen.

00:03:20: Weil abstrakt einigt man sich mit diesen anderen Menschen auf die Regeln des Zusammenlebens und muss sie eben auch einigermaßen einhalten.

00:03:27: Und dadurch, dass wir anderen Menschen begegnen.

00:03:30: Dass wir erkennen es funktioniert auch.

00:03:32: ohne das wir die gleichen Interessen haben den gleichen kulturellen Hintergrund, ohne dass wir vielleicht die gleiche politische Haltung haben können wir miteinander umgehen und halten uns an gemeinsame Regeln des Zusammenlebens im Großen und Ganzen zumindest.

00:03:48: Dadurch entsteht Vertrauen in unsere Demokratie, in unsere geteilten Normen und Werte.

00:03:53: Ja, Fremdheitsgefühle überwinden.

00:03:55: Weil man sich in die Augen schaut.

00:03:57: Vertrauen entsteht vor der Haustür eben!

00:04:00: Im besten Fall ist das so.

00:04:01: Vertrauen entsteht durch Begegnung und deswegen unterstützt die Heinrich-Böllstiftung auch Begegendungsräume im Lokalen, damit Menschen dort wo sie leben einen Raum haben miteinander in den Austausch zu gehen über das was ihre Lebenswirklichkeit unmittelbar berührt mit dem Ziel dass Menschen einander zwar verschieden aber eben dennoch als Teil der Gesellschaft wahrnehmen.

00:04:22: Und so ein Ort ist auch das Stadtteilbüro in Rostock Lichtenhagen

00:04:28: Der Stadtteil, der wohl für immer in Verbindung stehen wird mit den Pogromen, den gewalttätigen rassistischen Ausschreitungen.

00:04:36: Ja ganz genau!

00:04:37: Dabei ist Lichtenhagen in den siebziger Jahren als DDR-Mustersiedlungen entstanden und die am Reisbrett geplante Stadt der kurzen Wege ist auch aufgegangen.

00:04:45: es gab Alles vor Ort, Handwerker, Geschäfte.

00:04:48: Viel Natur, Brunnen und eine Bibliothek.

00:04:51: Die Wohnungen waren gerade auch bei Familien sehr beliebt.

00:04:54: Die Plattenbausiedlung wurde international ausgezeichnet.

00:04:58: Während aber Ende der neunzehnhundertachtziger Jahre noch mehr als zwanzigtausend Menschen hier lebten, waren es dann nach dem Mauerfall innerhalb kürzester Zeit sechstausend Menschen weniger.

00:05:08: also fast ein Drittel der Bewohner hat die Großwohnsiedlungen verlassen Und heute ist Lichtenhagen ein Stadtteil, der stark überaltert ist.

00:05:16: Adelwien Südmassen ist dort Quartiersmanager und leitet das Projekt Älterwerden in Lichtenhaagen im Stadtteilbüro – einem Ort der Begegnung!

00:05:29: Und das ist ein bisschen wenig für diese fünfzehntausend Menschen, die hier wohnen.

00:05:45: Also es gibt nicht mal einen Bäcker wo man sich richtig hinsetzen kann und der Stadtteilbüro ist jetzt einer der wenigen neuen Orte wo sich Menschen treffen und verabreden Aktivitäten machen können.

00:06:02: Ja, ich habe Rostock-Lichtenhagen tatsächlich sehr bildlich vor Augen.

00:06:05: Denn ich war selbst als Journalistin mal dauernd und hab dort recherchiert – hat denn Adelwien Südmessen von dem Stadtteilbüro dort auch sagen können was für einen Unterschied diese Begegnungen untereinander für die Menschen in Rostok-Lichenhagen machen?

00:06:23: Das Stadtteil Büro gibt es jetzt seit vier Jahren und in der relativ kurzen Zeit hat sich schon richtig viel getan, sagte Adelwin Südmessen.

00:06:30: Also es gab zum Beispiel auch aufgrund dieses fehlenden Cafés dann irgendwann eine mischtliche Ein-des-Gesundsveranstaltung und daraus ist, denn die Ideen standen wir machen hier ein eigenes Kaffee.

00:06:42: Und in Nezicke ist dazu gekommen Spiletreff jetzt gibt's hier Kino, die Stadtteilzeitung hat ihre Redaktionssitzungen.

00:06:53: also in diesen vier Jahren ist das so ein ganz belebter Ort geworden im Stadtteil Und wir sind selbst überrascht, dass selbst so eine Meditationsgruppe oder so.

00:07:02: Es kommen viele ältere Leute die das neu ausprobieren, die Lust haben hier mal einen Maikus zu machen und auch Dat werfen also diese ganzen unterschiedlichen Angebote.

00:07:15: damit erreichen wir vor allen Dingen Senioren, die es in großer Anzahl im Stadtteil gibt.

00:07:20: Ja, mir gefällt daran besonders dass die Menschen nicht nur Angebote wahrnehmen sondern wenn ich das richtig verstanden habe sich auch selbst einbringen und welche erschaffen.

00:07:29: wie ein Café da offenbar.

00:07:31: Ganz genau!

00:07:32: Und das kann natürlich eine positive Spiralwirkung dann auch haben, wenn die Menschen sich nicht nur äußern können und auch gehört werden sondern dass dann auch tatsächlich umgesetzt wird.

00:07:42: Dass sie auch sehen es hat ja tatsächlich was verändert, dass ich gesagt habe zum Beispiel mir fehlt hier ein Kaffee und damit wird Demokratie auch wieder erlebbar und zwar für alle Menschen.

00:07:51: Dadurch dass wir hier mitten im Stadtteil sind kommen die Leute einfach so rein also gibt's nicht direkt der Öffnungszeiten.

00:07:59: Die Tür ist hier eigentlich immer auf und hier kommen Leute mit ganz unterschiedlichen Anliegen und sind oft total dankbar über eine persönliche Beziehung.

00:08:09: Also es ist eben keine Stadtverwaltung, die weit entfernt ist sondern hier ist jemand den sie vielleicht auch persönlich kennen.

00:08:17: Sie können sich mit den unterschiedlichsten Dingen erst mal an sie wenden und ihnen wird zugehört.

00:08:21: Wir gucken sehr konstruktiv, wie wir hier die Dinge beheben, die sie beschäftigen.

00:08:27: Da gab es ganz viele persönliche Begegnungen schon, die meine Arbeit total sinnvoll und wunderschön machen.

00:08:36: Ja, also man hört es schon.

00:08:37: Auch für die Mitarbeitenden im Stadtteilbüro sind diese Begegnungen wertvoll aber eben in erster Linie für die Menschen, die in Lichtenhagen leben und nicht nur für die.

00:08:45: das Stadtteil Büro schafft durch kulturelle Angebote wie zum Beispiel Lesung auch Begehnungen über das Viertel hinaus.

00:08:52: Also hier im Stadthal gibt's den Eindruck hier ist nix los.

00:08:56: Also es gibt kein Kaffee, nichts richtiges zu essen.

00:08:59: Die Einkaufsmöglichkeiten sind schlecht und man könnte die Liste unendlich weiter aufzählen.

00:09:05: Und solche Begegnungsorte wo dann so eine Lesung wie heute mit Pegimetler stattfindet, sind einfach wahnsinnig wichtig auch um die eigene Selbstvernehmung zu verändern und zu merken.

00:09:16: hier kommt Tolle Kulturveranstaltungen nach Rostock und die ist in Nichtenhagen, nicht in der Stadtmitte.

00:09:24: Und die Leute außer Stadtmitten, die sich für Pegimädler interessieren, kommen an diesen Stadtteil und kriegen mit.

00:09:30: Der ist eigentlich ganz lebenswert!

00:09:32: Hier gibt es eine grüne Fußgängerzone, hier ist ein buddhistischer Tempel, hier einen Zollhochschulen-Neubau, der ausgezeichnet wurde... Also hier sind total interessante Orte, der Park wird gerade neu umgestaltet Und das ist wichtig auch, dass sich die Fremdwahrnehmung von dem Stadtteil verändert.

00:09:52: Deswegen sind diese Lesungen oder andere Kulturvereinstaltungen total wichtig!

00:09:58: Ich würde hier gerne einen Punkt nochmal aufgreifen, den Adelwin Südmessen genannt hat.

00:10:02: Der glaube ich ganz wichtig ist für Orte der Begegnung nämlich dass sie komplett offen sind für alle.

00:10:08: also das erst mal nichts erwartet wird.

00:10:11: du musst nichts bezahlen du musst auch nichts konsumieren du musst dich nicht einbringen als so ein Ort ohne Hürden da keine Anforderungen stellt um ihn zu nutzen.

00:10:20: die Tür steht immer auf hatte Adelwien Südmessen gerade gesagt.

00:10:22: und und das ermöglicht eben diese zufälligen Begehnungen

00:10:27: Leute zusammen, die sich sonst glaube ich nicht begegnen würden.

00:10:31: Es braucht diese Zufallsbegegnung, woraus sich andere Ideen entspinnen und das sind Leute, die teilweise einsam sind, die sagen Sie würden sich gerne mit einer Freundin oder einer Nachbarin treffen.

00:10:44: Oder sie würden gern jemand Neues kennenlernen, sind auf der Suche nach einer Freundinnen zum Beispiel die dann hier einfach ins Café kommen.

00:10:50: und das Konzept ist so dass es keine festen Plätze gibt sondern man kann sich an jeden Tisch mit dazu setzen und dadurch auch Leute aus seiner Nachbarschaft kennen lernen wo man sonst nur dran vorbeilaufen würde.

00:11:05: Das Stadtteilbüro in Rostock-Lichtenhagen schafft also einen offenen Raum für alle, egal welche Geschichte oder welchen Hintergrund sie mitbringen.

00:11:12: Und schafft so eben auch Raum für zufällige Begegnungen und die sind so wichtig.

00:11:18: um wieder zurück auf den Soziologen Renate Manthe zu kommen Die sind so wichtig, um Vertrauen zueinander herzustellen.

00:11:24: Und Demokratien funktionieren eben ganz stark über Vertrauen.

00:11:27: Sie sind darauf angewiesen, dass die Bürgerinnen und Bürger mitmachen.

00:11:31: Dass sie sich an die Regeln halten, dass sie die Freiheit der anderen achten.

00:11:35: Und das sie nicht nur der Politik ein Stück weit einen Vertrauensvorschuss auch geben sondern eben auch ihren Mitmenschen.

00:11:41: Und dieses Vertrauen entsteht in der persönlichen Begegnung.

00:11:45: Was wir wissen aus der Forschung ist, dass wenn man Menschen begegnet.

00:11:48: Wenn man ihnen von Angesicht zu Angesichts gegenübersteht dann vertraut man ihnen eher weil sie eben ein vollständiger Mensch sind.

00:11:54: Weil sie nicht nur einen Ausschnitt sind.

00:11:55: Nicht nur eine Headline.

00:11:56: Nicht einfach eine Pressemeldung oder was Ähnliches sondern steht ein vollstandiger Mensch vor uns und er ist komplex und er überrascht einhäufig mit kleinen Details.

00:12:05: Und das muss gar keine bewusste Begegnungen können miteinander ins Gespräch kommen?

00:12:09: Oder so sein.

00:12:10: es reicht auch aneinander vorbei gehen auf dem Fußweg um im Zweifel unbewusst zu erkennen, es gibt Menschen die sind eben anders als ich aber wir kommen hier trotzdem miteinander aus.

00:12:21: Ja weil wir den gleichen Raum teilen und uns dann irgendwie näher gekommen sind.

00:12:25: jetzt leben in Deutschland mehr als achtzig Millionen Menschen.

00:12:29: allen kann man wirklich kaum begegnen höchstens denen im Nahraum.

00:12:33: reicht das denn für ein diverses Bild aus?

00:12:35: Das war man kann natürlich nicht alle treffen und das ist auch gar nicht notwendig.

00:12:40: Problematisch ist weniger, dass wir uns nicht von allen Menschen in ihrer ganzen Diversität ein Bild machen können sondern dass wir insgesamt immer weniger Menschen begegnen die eben nicht so sind wie wir selbst.

00:12:51: Deutschland ist ja ein recht diverses Land.

00:12:53: es liegt an Migrationsprozessen aber auch daran das wir hier frei leben können und das führt dazu dass sich Menschen eben auch ausleben individualisieren Und es ist auch erst mal gar kein Problem für die Demokratie.

00:13:04: Mit Anderssein kann sie gut umgehen, das belegen auch sociologische Studien etwa die Triggerpunkte Studie von Steffen Mao.

00:13:12: Die Deutschen haben relativ moderate Haltung zum Zusammenleben und zu anderen Menschen was man aber auch bescheinigen kann dass Vertrauen ineinander Das is nicht sehr hoch bzw andersrum formuliert.

00:13:25: Es gibt ein gewisses Misstrauen und das ist in den letzten Jahren noch gewachsen.

00:13:29: Ich glaube das ist ein Problem weil man eben gerade viel zu regeln hat, also viele Regeln zu treffen hat.

00:13:35: Das Zusammenleben neu organisieren muss in der turbulenten Welt und dazu muss man den anderen doch einigermaßen vertrauen damit das gut gelingt.

00:13:42: Ja Spaltung, Polarisierung – das sind ja alles so Worte mit denen wir täglich zu tun haben auch wenn es um Analysen unser Gegenwart geht.

00:13:50: und um diesen Misstrauen etwas entgegenzusetzen schlägt Reinhard Mantte vor sich wieder mehr zu begegnen, das sozusagen als Ausweg.

00:13:59: Ja klingt sehr schlicht, aber genau das ist es!

00:14:01: Denn was passiert wenn wir einander nicht mehr und sei es nur ganz flüchtig begegnet ist eben dass wir stärker Stereotype voneinander entwickeln und es uns dann schwerer fällt von diesen auch wieder abzulassen?

00:14:13: Man sieht es in den Vertrauenstudien, dass die Leute in Deutschland eben den anderen Menschen nicht so richtig trauen, dass sie sich beispielsweise gesundheitsbewusst verhalten Obwohl sie von sich selbst zu größeren Teilen davon ausgehen, dass sie sich gesundheitsbewusst verhalten.

00:14:26: Man sieht es das Sie anderen Menschen nicht trauen, dass die einer Lohnarbeit nachgehen und sich einbringen am Arbeitsmarkt, obwohl sie von Sich selbstverständlich sagen Das tue ich natürlich.

00:14:35: Also man hat wesentlich negativere Bilder und unbegründet negative Bilder von anderen Menschen als sie eigentlich realistisch wären Weil man nicht dieses Korrektiv hat davon, dass man merkt das stimmt gar nicht.

00:14:47: Die werden schon die bringen sich schon ein die sind schon einigermaßen gesundheitsbewusst.

00:14:51: Es wird schon Gründe geben wenn sie und so weiter.

00:14:53: ja und Begegnungen würden dieses korrektiveben herstellen Allerdings auch nur dann, wenn wir Menschen begegnen, die eben nicht genau so sind wie wir.

00:15:03: Und das ist zunehmend ein Problem!

00:15:05: Wir begegnern in erster Linie Menschen, die uns ähnlich sind – also angefangen mit dem Wohnumfeld wo sich Wohngegenen immer stärker homogenisieren nach Alter und Nacheinkommen.

00:15:14: Das schlägt sich natürlich auch in den Schulen nieder, wo dann auch schnell nach Leistung separiert wird und später im beruflichen Kontext.

00:15:21: Da begegnet sich die Arbeiterinnen- und das Management eher nicht.

00:15:25: Gleichzeitig gibt es immer weniger frei zugängliche Orte, an denen sich Menschen über kulturelle Grenzen hinweg begegnen.

00:15:32: Das örtliche Schwimmbad!

00:15:33: wurde aus Kostengründen geschlossen, die Bibliothek wegrationalisiert.

00:15:37: Die Dorfkneipe findet kein Personal

00:15:40: oder leidet eben unter den steigenden Preisen?

00:15:42: Ja das passiert natürlich auch oft aber es sind auch nicht immer die Kosten die solchen Orten der zufälligen Begegnungen gefährlich werden.

00:15:49: da spielen mehrere Entwicklungen rein Großorganisationen wie Parteien Gewerkschaften oder die Kirchen zum Beispiel.

00:15:55: auch die nehmen im Alltag der Menschen gar nicht mehr so eine bedeutende Rolle ein und dazu kommt dann eben die Individualisierung.

00:16:03: Die liberale Demokratie ermöglicht es Menschen, dass sie so leben wie sie das möchten.

00:16:07: Solange sie die Freiheit von anderen nicht einschränken.

00:16:09: und das nutzen viele Menschen und suchen sich eben ihr Umfeld selber zusammen sind nicht mehr sehr gebunden an ihre Herkunft, nicht mehr so sehr gebunden an ihren Familienkreis usw.

00:16:20: Und das führt dazu, dass die Menschen mit denen man sich freiwillig umgibt einem eher gleichen Man nennt es in der Soziologie Homophilie gleich und gleich gesellt sich gern Ganz turbulenten Zeiten, wie sie gerade sind.

00:16:34: Wenn man das Gefühl hat ich bin aufgehoben und nicht ganz allein.

00:16:37: aber für eine Demokratie ist es nicht nur gut dass man sich mit Menschen umgibt die einem ähnlich sind weil man eben in seinen Haltung bestärkt wird und nicht erfährt wie die Lebensrealität von Menschen ist die ganz anders sind oder leben.

00:16:48: Ja auch die Zahl der Begegnungen mit Menschen die anders sind als ich schrumpft mit der Individualisierung.

00:16:54: also wenn Menschen alleine laufen gehen statt in den Sportvereinen dass Essen geliefert wird und nicht mehr im Supermarkt gekauft.

00:17:00: Wenn das eigene Auto genutzt wird statt der öffentliche Personennahverkehr, wie er im Homeoffice arbeiten, nicht im Büro Streamstadtkino

00:17:07: usw.,

00:17:08: das hat natürlich alles so seine Vorteile unbestritten.

00:17:11: aber es hat auch Rückwirkungen auf unsere Demokratie und die müssen wir verstehen um ihn aktiv entgegenwirken zu können.

00:17:18: Okay verstanden?

00:17:19: Die Individualisierung einerseits und andererseits aber auch ein Mangel an geeigneten Orten verhindern, Begegnungen.

00:17:27: Und das schwächt unser Vertrauen ineinander und somit die

00:17:30: Demokratie.".

00:17:32: Wie kann es denn nun gelingen diese Begehnung wieder anzufeuern oder aufzubauen?

00:17:38: Vor allem in den Kommunen, wo die Verwaltung ja im besten Fall auch am Puls ihrer BürgerInnen ist.

00:17:43: Da ist die Erkenntnis längst da, dass man nach der großen Abwicklung der kommunalen Zuständigkeiten in den Neunzehnhundertneunzigerjahren diese Orte wieder schaffen muss an denen sich Menschen einfach begegnen können also ohne Anforderungen und Konsumzwang.

00:17:56: Und jetzt wurden natürlich die Schwimmbäder, Bibliotheken und Ko nicht so aus Jux- und Dollerei geschlossen sondern eben weil die Kassenklammen waren – das sieht heute auch nicht besser aus!

00:18:06: Aber viele Kommunen sind da unheimlich kreativ und gehen beispielsweise mit der Zivilgesellschaft Allianzen ein, also mit einzelnen Bürgerinnengruppen oder Vereinen.

00:18:15: Da wird dann schon mal das ehemals kommunale Freibad von einem Förderverein weiterbetrieben.

00:18:21: Oder die Kirchengemeinde stellt eine mobile Begegnungsbar auf.

00:18:25: Inzwischen haben auch große Stiftungen das Thema erkannt und machen Fonds wo sie solche Orte fördern zeigen, wie es eben gehen kann mit der Begegnung.

00:18:33: Und das ist gar nicht so schwierig und gar nicht auch so politisch sein muss wenn man Demokratie fördern will weil manchmal so ein Kiosk wo Spiele angeboten werden im Sommer, wo man dann draußen spielt und seine Spezietrinkt oder was ähnliches viel mehr für die Demokratie tun als dass ein Demokratiekaffee oder irgendein anderes sehr politisch aufgeladenes Format tun würde.

00:18:53: Ja, das klingt sehr anschlussfähig.

00:18:55: Ein Kiosk an dem man bei einem Getränk zusammensetzt oder gemeinsam Spiele spielt?

00:19:00: Ja unbedingt!

00:19:00: Also gemeinsam spielen eine gute Zeit haben wir ja irgendwie immer und so ein Spielekiosk auf die Beine zu stellen ist jetzt auch nicht wahnsinnig kompliziert.

00:19:08: Das lässt sich eigentlich überall umsetzen.

00:19:11: Reinhard Mante hat im Rahmen seiner Forschung verschiedene Begegnungsorte besucht und ihm gefallen besonders sogenannte multifunktionale Räume.

00:19:19: Ich finde es so Orte wie den Stadthof in Hanau spannend.

00:19:22: Das ist ein ehemaliger Kaufhof, den die Stadt gekauft hat und wo die Stadt unterschiedliches rein macht auch nicht ganz unumstritten in der Stadtgesellschaft.

00:19:29: aber man probiert's einfach mal.

00:19:31: Sie haben da eine Fläche mit einem Museum drin, wo wechselnde Ausstellungen drin sind.

00:19:36: Sie haben eine Berufsakademie die der Stadt gehört, wo sie sowieso Miete zahlen müssten drinnen ein Restaurant und sie haben unten so Pop-Up Stores und zwei Cafés und ne Veranstaltungsfläche drin.

00:19:47: Und man kann sich jetzt vorstellen dass da die Studis von der Berufs Akademie in Kaffee unten trinken und die Besucher und Besucher von Hanau und die Menschen die die Ausstellung besuchen und die dann da und kommen ins Gespräch, vielleicht auch nicht.

00:20:02: Das ist gar nicht so notwendig.

00:20:04: Solche Orte finde ich wahnsinnig faszinierend und die funktionieren auch auf dem Land.

00:20:07: in Brandenburg beispielsweise gibt es viele leerstehende Herrenhäuser, die heruntergekommen sind zu DDR-Zeiten und manchmal jetzt umgenutzt werden als Ort wo sich eben die Kommune begegnet weil der letzte Ort der noch da war Kirchengemeinde oder Dorfkneipe meistens nicht mehr bespielt wird man sich das nicht mehr leisten konnte.

00:20:25: Es kann auch sowas sein wie eine Kneipe wo Veranstaltungen stattfinden.

00:20:28: Das muss gar nicht so groß gedacht sein wie der Stadthof in Hanau.

00:20:32: Ich glaube das Wichtige ist, dass man lernt, dass ein Ort heute nicht nur einem Zweck dienen muss sondern verschiedenen Zwecken dienen kann und dass dieses verschiedenen Zweckendienten auch dazu führen kann, dass unterschiedliche Menschen zusammenkommen.

00:20:44: Und dieses multifunktionale Nutzen von Orten, das funktioniert natürlich nicht nur für neue oder eben neue Bespielte weil leer stehende Gebäude sondern zum Beispiel auch für Schulen.

00:20:54: Warum sollte man die nicht auch am Nachmittag öffnen?

00:20:57: Oder Kirchen gerade in kleineren Kirchengemeinden in denen nicht mehr jedes Wochenender ein Gottesdienst stattfindet da stehen die Kirchengebäude ja die meiste Zeit leer und das sind oft sehr zentral im Ort gelegene Plätze.

00:21:10: In Münchenberg beispielsweise, das ist in Ost-Brandenburg gibt es die sogenannte Stadtpfarrkirche.

00:21:14: Die hat eine Bibliothek mit reingebaut nicht zu auffällig, nicht so sehr des Gebäude verändert.

00:21:18: Sie hatten Veranstaltungsort drin und sie hatte eine Ausstellungsfläche wo immer wechselnde Ausstellungen sind So dass diese Kirche immer wieder offen ist.

00:21:26: an den Wochentagen ist Bibliotek am Nachmittag offener kommen Kinder und Jugendliche rein machen Hausaufgaben Am Wochenende ist Gottesdienst An den Abendenden sind teilweise Veranstaltung Und all das in einem Gebäud.

00:21:36: Ja, das klingt nach einer Win-win-Situation auch für die Kirchengemeinden selbst.

00:21:40: Die so vielleicht wieder mehr Menschen erreichen womöglich auch solche, die bisher gar keine Kirchgänger waren.

00:21:47: Trotzdem ist es natürlich ein kirchlicher Raum und als solcher vielleicht auch nicht völlig neutral für alle möglichen Besucherinnen.

00:21:55: ganz anders sind Schulen, die du ja auch schon erwähnt hast.

00:21:58: gibt es da auch konkrete Beispiele wie die über den Schulbetrieb hinaus als Orte der Begegnung genutzt werden können, nicht nur für Schulkinder?

00:22:07: Ja also geeignet wären sie auf jeden Fall.

00:22:10: Denn Sie sind jetzt zumindest den Familien im Ort auch schon vertraut und stehen eben meistens ab dem Nachmittag leer.

00:22:16: Also Reinhard Mantte schlägt vor beispielsweise die Mensa auch nach dem Schulbetrieb zu öffnen oder zu nutzen Oder auch den Schulhof als Spielplatz zu nutzen.

00:22:24: Beratungsstellen könnte man in den Schulen ansiedeln Und die Räume vielleicht auch anderen Vereinen zur Verfügung stellen gibt es auch alles schon, aber tatsächlich bisher sehr wenig.

00:22:35: Vielleicht weil hier die bürokratischen Hülden ja auch besonders hoch sind.

00:22:38: man denke nur an Versicherungs- und Haftungsfragen oder die verschiedenen Zuständigkeiten ein einzigen Hausmeister der vielleicht auch mal Feierabend haben möchte usw.

00:22:46: Also wenn sich die Kommune hier Mittel- und Wegefände mehr als ermöglichter denn als Verhinderer zu präsentieren dann wäre da schon total viel gewonnen.

00:22:55: Ich glaube der Clou daran wenn man Schulen zu Zentren der Kommunen macht ist Es wird nicht teurer, sondern weniger für die Kommunen.

00:23:01: Weil man dieses Gebäude hat was abbezahlt ist.

00:23:03: da muss man bestimmt ein bisschen investieren und man muss sich ganz ernsthaft um Themen wie Kinder- und Jugendschutz und wie Haftungsfragen kümmern.

00:23:10: aber wenn das einmal gemacht wird es günstiger weil die Beratungsangebote erreichen mehr Menschen.

00:23:15: Die Zivilgesellschaft kommt eher zusammen weil sie sich ganz zufällig trifft.

00:23:19: die Stadt oder Dorfgesellschaft trifft sich in der Kantine und redet miteinander und es entstehen ganz viele Dinge daraus weil man diesen Kristallisationspunkt Schule hat.

00:23:29: Im übertragenen Sinne könnte man auch sagen, das Rat muss man gar nicht neu erfinden.

00:23:33: Jule gibt es denn in anderen Ländern Vorbilder im Umgang mit freizugänglichen Räumen wo man sich vielleicht was abgucken könnte?

00:23:41: Ja unbedingt also beispielsweise im Bereich der Bibliotheken.

00:23:45: Der Pilger hat eine ganze Szene regelmäßig nach Skandinavien und guckt sich an wie die Bibliotiken da als eben multifunktionale Räume gestaltet sind, wo man etwa auch mal eine Partieschach spielen kann oder ne Nähmaschine steht.

00:23:59: Drei D-Drucker und so weiter.

00:24:01: Oder wenn man andersrum in wärmere Länder in den Süden guckt da kann man ganz viel abschauen über die Nutzung des öffentlichen Raums weil damit viel größerer Selbstverständlichkeit die Cafés in den Außenbereich expandieren, wo Wasserspiele genutzt werden und Bänke zum Verweilen einladen usw..

00:24:18: Jetzt gibt es aber sicher auch Menschen, die wollen überhaupt keine Begegnung.

00:24:22: Die sind aus welchen Gründen noch immer gar nicht erpicht darauf, aus eigenem Antrieb anderen Menschen über den Weg zu laufen?

00:24:29: Ja kann man die überhaupt erreichen?

00:24:32: Ja bis zu einem gewissen Grad also.

00:24:34: natürlich kann man niemanden zwingen und das wäre ja sicher auch gar nicht förderlich.

00:24:37: Aber die Forschung spricht ja von einem unsichtbaren Drittel in diesem Zusammenhang Und das würde wiederum bedeuten, wir haben es hier mit richtig vielen Menschen zu tun und wenn's gelingt nur einen Teil von denen zu erreichen dann ist für das Wir-Gefühl ja schon viel gewonnen.

00:24:52: Reinhard Mantel setzt auch da auf Alltagsnähe.

00:24:55: Man erreicht Menschen da, wo sie sowieso hin müssen.

00:24:58: In einer Veranstaltung, wo ich mal war, hat es jemand die Sowisoorte genannt also Supermarkt, Bahnhof, Arztpraxis.

00:25:04: So Orte, wo man einfach aus bestimmten Gründen hin muss.

00:25:07: Da sind die Menschen sowieso und dann kann man gucken was kann man an diesen Orten möglichst niedrigschwellig, möglichst nicht überwältigend machen um diese Menschen zu erreichen?

00:25:15: Um sich zu fragen, was sie umtreibt, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, um sie aufmerksam zu machen auf Angebote und Ähnliches.

00:25:20: Und dann darf der nächste Schritt auch politisch sein oder wahnsinnig viel Illukvenz verlangen, sondern er muss einfach niedrigschuldig sein.

00:25:28: Vielleicht ein Getränk anbieten und einen Zusammenkunft – das war es!

00:25:32: Oder ein Freizeitangebot.

00:25:34: Und so erreicht man zumindest einen Teil von den Menschen, die sich schwer tun anderen zu begegnen.

00:25:38: Weil sie vielleicht denken, Sie gehören nicht so richtig dazu oder es würde irgendwas ihnen abverlangt was ihnen schwer fällt oder sie würden nicht die Sprache sprechen, die da verwendet wird oder ähnlich ist Oder die einfach schüchtern und introvertiert sind und nicht so gut mit anderen oder mit vielen anderen Menschen können.

00:25:52: So kann man sich irgendwie langsam Schrittweise dem Erreichen von diesem unsichtbaren Drittel nähern.

00:25:58: Ich glaube, alle Menschen wird man nie erreichen und muss man auch nicht wenn eine Demokratie gibt einmal die Freiheit einfach sich zurückzuziehen.

00:26:05: Ja und da schließt sich dann der Kreisbegegnung stärkt unsere Demokratie und eine starke Demokratie.

00:26:13: gebt jedem Individuum die Freiheit diese Begegnungen zu suchen oder sie ihr zu entziehen, wenn man das möchte

00:26:20: Absolut.

00:26:21: Und das muss ich wirklich sagen, ich habe im Rahmen der Recherche für diesen Podcast und im Gespräch mit Reinald Manter auch gesehen wie Lohnswertbegegnungen auf unser demokratisches Zusammenleben einzahlen und wie vergleichsweise einfach ist es Begegnungsräume zu schaffen also im Großen oder auch um ganz kleinen Maßstab als Raum für gesellschaftliche Debatten oder eben einfach nur um andere Menschen mit denen wir ja eine Demokratie bilden wieder wahrzunehmen und so auch andere Lebensrealitäten dann als legitim zu akzeptieren.

00:26:50: Denn am Ende sind es eben diese Begegnungen, die eine Gesellschaft beweglich halten und die eine Demokratie letztlich stärken und resilient

00:26:57: machen.

00:26:58: Ja danke Jule!

00:26:59: Danke für deine Eindrücke und für deine Recherche.

00:27:02: ja dass wir mehr Miteinander brauchen in einer Zeit von Polarisierung und Blasenbildung nehme ich sehr gern als Impuls mit.

00:27:11: Gerne auch.

00:27:13: Und damit geht diese Böl Podcast-Folge zu Ende.

00:27:15: Wenn ihr euch fragt, warum Menschen zu Vorurteilen oder Nationalismus neigen, dann empfehle ich euch unsere nächste Folge in der wir ausführlich auf die Ergebnisse der aktuellen Studie zu autoritären und antidemokratischen Einstellungen in der Bevölkerung eingehen!

00:27:32: Bei Fragen, Kritik oder anderen Anmerkungen schreibt uns gern an podcastatböll.de.

00:27:39: Dieser Podcast ist eine Produktion des Audio-Kollektivs.

00:27:42: Autoren der Folge war Julia Eichmann, mein Name ist Mende Schilke.

00:27:46: Tschüss und vielen Dank fürs Zuhören!

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