Ein Jahr für die Republik? Die Debatte um eine neue Dienstpflicht
Shownotes
Kann ein verpflichtendes Jahr mehr Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen oder belastet es vor allem eine junge Generation, die ohnehin schon viel tragen muss?
Zitat der Folge
„Wenn man junge Menschen in die Pflicht zieht, muss man jungen Menschen auch Entscheidungsfähigkeit zutrauen.“
Sofie Lilli Stoffel, Referentin für Außen- und Sicherheitspolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung
Episodenbeschreibung
Ein Jahr bei der Bundeswehr, in der Pflege, bei der Feuerwehr oder im Katastrophenschutz: Könnte eine allgemeine Dienstpflicht mehr Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen? Oder führt Zwang eher zu Frust, ungerecht verteilten Lasten und weniger Vertrauen in den Staat?
Auf der Konferenz „Die neue Republik“ diskutiert Quentin Gärtner, ehemaliger Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, mit jungen Menschen und Stipendiat*innen der Heinrich-Böll-Stiftung über ein mögliches „republikanisches Jahr“. Es geht um Freiwilligkeit und Pflicht, Geschlechtergerechtigkeit und die Frage, ob ein einjähriger Dienst wirklich nachhaltige Strukturen schaffen kann. Im Zentrum steht dabei nicht nur, was junge Menschen für die Republik leisten sollen, sondern auch, was der Staat ihnen im Gegenzug schuldet.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:00) – Intro
• (00:03:47) – Das „republikanische Jahr“: Bundeswehr, Pflege, THW oder Feuerwehr
• (00:07:15) – Ein gemeinsames „Wir“: Kann ein Pflichtjahr Zusammenhalt schaffen?
• (00:09:01) – Pflicht oder Freiwilligkeit: Chancengerechtigkeit und Motivation
• (00:11:38) – Wer soll dienen? Geschlecht, Alter und faire Lastenverteilung
• (00:14:46) – Ungleiche Bezahlung: Die finanziellen Anreize von Bundeswehr und FSJ
• (00:16:38) – Wofür dienen? Sicherheit oder gesellschaftlicher Zusammenhalt
• (00:17:56) – Was verteidigen wir? Kriegserfahrung, Freiheit und die Ängste junger Menschen
• (00:20:32) – Was bringt ein Pflichtjahr? Nachhaltige Strukturen und wirksamer Zivilschutz
• (00:22:32) – Die „Gebergeneration“: Was der Staat jungen Menschen schuldet
• (00:24:37) – Solidarität als gemeinsamer Nenner
Unsere Gesprächspartner*innen
Quentin Gärtner
• ehemaliger Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Student und Kommunalpolitiker
Sofie Lilli Stoffel
• Referentin für Außen- und Sicherheitspolitik, Heinrich-Böll-Stiftung
Stipendiat*innen der Heinrich-Böll-Stiftung
• mit unterschiedlichen Perspektiven auf Dienstpflicht, Sicherheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Generationengerechtigkeit
Reporter der Folge: Viktor Coco
Autor der Folge: Kevin Caners
Host: Jule Eikmann
Produktion: Audiokollektiv
Hintergründe auf boell.de
• Böll.Thema "Wir, die Republik": [🔗 https://www.boell.de/de/boellthema-12026-wir-die-republik]
• Debatte: „Brauchen wir eine neue Dienstpflicht?“ – ein Streitgespräch zwischen Leon Eckert und Quentin Gärtner [🔗 https://www.boell.de/de/2026/06/13/brauchen-wir-eine-neue-dienstpflicht]
Weiterführende Artikel und Quellen
• ARD-Reportage: „Wehrdienst oder Wehrpflicht? Zwischen Angst und Verantwortung“ [🔗 https://www.ardmediathek.de/video/bundesvibe/wehrdienst-oder-wehrpflicht-zwischen-angst-und-verantwortung/ard/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyODE0NjA]
• NDR-Reportage: „Wehrpflicht wieder einführen? Der Ruf nach Kriegstüchtigkeit“ [🔗 https://www.youtube.com/watch?v=JzSwx0_F6Ko]
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Transkript anzeigen
00:00:03: Eigentlich hätten sie heute Unterricht.
00:00:05: Stattdessen gehen Sie in Freiburg auf die Straße, ganz vorne mit dabei – die Gymnasiasten Peter Bannwart und
00:00:12: Urs Borho.
00:00:14: Wir gehen gegen die Werbpflicht
00:00:15: auf die Straße heute
00:00:16: weil wir einfach finden, wir werden in dem Entscheidungsprozess nicht gehört dass wir dazu gezwungen werden sozusagen in die Kaserne zu müssen
00:00:25: zum anderen aber auch weil wir eben nicht voran an der Front sterben wollen.
00:00:28: eben
00:00:29: viele Jugendliche haben Angst.
00:00:31: Schülerinnen und Schüler gehen auf die Straße, um gegen den neuen Wehrdienst zu protestieren.
00:00:37: Die Frage nach einer Dienstpflicht ist in Deutschland wieder zu einem großen politischen Thema geworden – und zwar vor allem für diejenigen, um die es dabei geht — die jungen Menschen selbst!
00:00:47: Soll der Staat sie zu einem Dienst verpflichten?
00:00:51: Die alte Wehrpflicht wurde ausgesetzt, nicht abgeschafft ….
00:00:56: Und seitdem hat sich die Sicherheitspolitische Lage in Europa deutlich verändert.
00:01:01: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat vielen in Deutschland gezeigt, Frieden und Sicherheit sind nicht selbstverständlich.
00:01:08: Deshalb sind viele überzeugt, dass die Bundeswehr wachsen und Deutschland verteidigungsfähiger werden muss.
00:01:15: Seit Anfang im Jahr ist es ein neuen Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit setzt – gleichzeitig wird darüber gestritten ob das langfristig ausreicht!
00:01:27: Aber die Debatte geht längst über die Bundeswehr hinaus.
00:01:30: In der Pflege fehlen Fachkräfte, Feuerwehren, Katastrophenschutz und andere Bereiche der Zivilenverteidigung brauchen Nachwuchs und müssen ihre Strukturen stärken – wenn es also einen Dienst geben soll!
00:01:43: Nur bei der Bundeswehr oder auch in der Pflege bei der Feuerwehr im Umwelt- oder Katastrofenschutz?
00:01:50: Und soll eine solche Pflicht nur für Männer gelten oder für alle?
00:01:55: Die Debatte ist dabei alles andere als nur technisch.
00:01:59: Es geht um Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit, um Geschlechterrollen – und ganz grundsätzlich darum was der Staat von seinen Bürgerinnen und Bürgern verlangen
00:02:08: darf.".
00:02:09: Genau darüber wurde auf der Konferenz die Neue Republik in der Heinrich-Böll Stiftung diskutiert.
00:02:15: Mit dabei waren Quentin Gärtner, der ehemalige Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz So wie junge Menschen und Stipendiatinnen der Heinrich-Böll-Stiftung, die sehr unterschiedliche Perspektiven auf diese Frage mitgebracht haben.
00:02:29: Moderiert wurde die Diskussion von Sophie Lillichtoffel Referentin für Außen- und Sicherheitspolitik bei der Heinrich-Böllstiftung.
00:02:37: Brauchen wir eine Dienstpflicht?
00:02:40: Was könnte sie leisten – und was vielleicht gerade nicht?
00:02:44: Darum geht es in dieser Folge!
00:02:46: Ich bin Jule Eikmann, herzlich willkommen beim Böl Podcast.
00:03:03: Bei mir ist heute Viktor Koko, er hat sich diese Diskussion für uns genauer angeschaut.
00:03:07: Hallo Victor!
00:03:09: Was hast du erlebt?
00:03:10: War das eine klassische Pro- und Kontra-Diskussion?
00:03:15: Bei der Diagnose lagen viele erstaunlich nah beieinander.
00:03:19: Es gibt Personallücken bei der Bundeswehr, es fehlen Menschen in der Pflege und im Katastrophenschutz Und viele haben das Gefühl dass sich Teile der Gesellschaft immer weiter voneinander entfernen.
00:03:28: Der Streit begann eher bei der Frage was daraus folgen soll.
00:03:32: Kann ein verpflichtendes Jahr wirklich mehr Sicherheit und mehr Zusammenhalt schaffen?
00:03:36: Oder werden da sehr unterschiedliche Probleme in eine einzige politische Idee gepackt?
00:03:41: Okay, und wo fangen wir an?
00:03:42: Wer hat sich denn für so ein verpflichtendes Jahr
00:03:45: ausgesprochen?".
00:03:46: Ja, Quentin Gärtner war sozusagen der Hauptgast der Runde.
00:03:50: Und er hat sich ganz klar für ein Verpflichtendes-Jahr ausgesprochen – wobei er lieber von einem republikanischen Jahr spricht!
00:03:57: Seine Idee ist ausdrücklich keine einfache Rückkehr zur alten Wehrpflicht.
00:04:00: Einbezogen werden sollen junge Menschen aller Geschlechter und sie sollen wählen können, wo sie sich einbringen bei der Bundeswehr in der Pflege oder in anderen Bereichen.
00:04:10: und er erklärt auch, warum der Dienst zu breit angelegt sein soll.
00:04:14: Also auch Verteidigung ist nicht nur Bundeswehr, es ist auch zivile Infrastruktur.
00:04:20: Es ist THW Feuerwehr – all das ist eine Frage von Verteiligungen.
00:04:24: Das heißt ich müsste dann in diesen verschiedenen Bereichen auch eine Möglichkeit haben mich einzubringen und natürlich wenn ich sage ich finde viel geeigneter für ein Sanitätsdienst.
00:04:31: Natürlich sollte auch im Sanitätersdienst Möglichkeiten frei sein und alles was wir jetzt schon in freiwilligen Diensten gebündelt haben ökologisches Jahr Pflege usw.
00:04:42: Das müsste dann auch abgebildet werden in so einem republikanischen Jahr und optimalerweise nehme ich dann auch was mit von diesem Jahr, das heißt wenn junge Menschen das Gefühl haben dass es nicht so ein sinnbefreiter Ort wo ich dahin gehe und ich musste halt irgendwie jetzt einen Jahr lang absetzen sondern das ist ein Ort an den ich mich weiterentwickeln kann und vielleicht auch mit Menschen Kontakt kommen kann mit denen ich sonst nicht in Kontakt gekommen wäre.
00:05:02: Dann wird auch eine Maßnahme relativ schnell, relativ populär davon bin überzeugt.
00:05:06: Und da hat die Moderatorin Sophie Lillie-Stoffel direkt nachgehakt.
00:05:10: Ich habe dich direkt erst mal diese Provokative gefragt, wie sieht der Gesellschaftsdienst in deinem Idealfall eigentlich aus?
00:05:16: Weil ich glaube da kommt man sehr schnell auf diese Frage.
00:05:19: Was soll er eigentlich tun?
00:05:21: Glaubst du dass es die Dienstpflicht vor allem braucht wegen der geopolitischen Lage, wegen der sicherheitspolitischen Bedrohung?
00:05:31: Es gibt zwei gute Gründe warum wir eine Dienstpflicht brauchen.
00:05:34: Das erste ist eine Antwort auf die Frage was schafft eigentlich gesellschaftlichen Zusammenhalt?
00:05:39: Und da haben wir ganz offensichtlich eine riesige Delta.
00:05:42: Wir schaffen es als Gesellschaft nicht mehr irgendwie zueinander zu kommen und verstehen ganz viele Rechte, die wir in der Demokratie und unserer liberalen Gesellschaft haben – die verstehen wir als erstverständlich – und einige kommen dann aber nicht mehr zum Schluss, dass das auch Pflicht mitbringt, die sie tragen müssen.
00:05:57: Ein Pflichtdienst würde eben dazu sorgen, dass jeder versteht okay ich nehme hier nicht nur das Serviceleistung Demokratie sondern ich muss auch irgendwas beitragen.
00:06:04: Und dann habe ich die Chance, dass sich Gesellschaft miteinander vermischen kann Ich vielleicht in der Stube klarkommen muss beim Bund mit sechs anderen Leuten, die vollkommen anders ticken, die vom Land kommen, vielleicht ärmer oder reicher sind als ich Die ganz andere Hintergründe haben und es sorgt schon mal für einen positiven Effekt.
00:06:19: Das ist eine.
00:06:20: Unsere andere ist wir haben demografische Wandel Wir haben mindestens zwanzig Jahre lang die Sicherheit des Thema Sicherheit verschlafen und dementsprechend sind riesige Bedarfe da in der Pflege, in der Bundeswehr.
00:06:31: Und jetzt will ich gar nicht sagen – das darf man nicht verwechseln – dass das Personalproblem dadurch gelöst wird, dass die jungen Leute jetzt anpacken.
00:06:39: Also vor allem bei der Pflege brauchen wir Fachkräfte und nicht Leute, die mir nur ein Jahr irgendwo hinbringen.
00:06:44: Aber wenn ich in den Kontakt mit solchen Berufsgruppen komme, steigt die Wahrscheinlichkeit natürlich auch, dass ich dann im Anschluss wirklich auch da bleiben möchte.
00:06:53: Also der Dienst soll einerseits natürlich auf Probleme reagieren, die schon da sind.
00:06:57: Aber er soll eben auch etwas schaffen was der Gesellschaft gerade fehlt nämlich mehr Zusammenhalt zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen also sowas wie ein gemeinsames Wir.
00:07:09: Also weg von der wie Quentin ist treffendante Serviceleistung.
00:07:12: Demokratie.
00:07:14: Ja und genau an diesem Punkt hat die Studentin Anna-Sophia eine andere Perspektive eingebracht.
00:07:19: Sie studiert Politikwissenschaften der Freien Universität Berlin, sie hat im Grunde gefragt ist die Reihenfolge vielleicht falsch?
00:07:25: Kann ein Pflichtjahr ein gemeinsames Wir herstellen oder braucht es dieses wir schon vorher damit Menschen bereit sind sich dafür in die Pflicht nehmen zu lassen?
00:07:34: Ich glaube es braucht schon irgendwie im voraus eine Art Bezugspunkt auf das was wir als Gesellschaft überhaupt oder was uns definiert.
00:07:43: Also bevor ich sage, meine Dwingen verteidige jetzt mein Land muss ich ja wissen, was konstituiert dieses Land?
00:07:50: Was sind die Werte, die ich irgendwie verkörpere oder woran ich mich beteilige?
00:07:54: und da sehe ich das im Moment so dass die Identifikationspunkte oft gering sind, ehrlich gesagt.
00:08:02: Also ich finde es sehr sinnvoll irgendwie zu sagen auch wie du meintest eben Quentin, dass man irgendwie diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit auch gut rahmen kann durch so ein Jahr.
00:08:12: aber ich finde das vermittelte Bild von Gesellschaft was dieser Diskussion so ein bisschen voraus eilt sehr negativ besetzt ist.
00:08:19: im Moment also was du eben Sophie auch noch meintet die Diskussion eigentlich sehr reaktiv ist und nicht genügend positive Impulse bietet.
00:08:28: Und da gehe ich auch mit, weil ich finde im Moment ist diese Diskussion eher so ein bisschen spaltend oder verschiedene Bevölkerungsgruppen werden im Moment auch im aktuellen politischen Diskurs einfach gegeneinander ausgespielt und man hat nicht das Gefühl dass man irgendwie auf einen kollektives Wir-Bezug nehmen kann.
00:08:46: Ja, ein klassisches Henne Alproblem.
00:08:49: Quentin sagt, durch den gemeinsamen Dienst entsteht Zusammenhalt und Anna-Sophia fragt aber warum sollten Menschen ein Dienst für ein gemeinsames Wir leisten das sie vorher kaum erlebt haben?
00:09:00: Und damit sind wir schon beim entscheidenden Punkt.
00:09:02: Warum muss so ein Dienst überhaupt verpflichtend sein?
00:09:05: Stimmt freiwilligen Dienste gibt es ja längst
00:09:07: Ja!
00:09:07: Und der naheliegende Einwand ist, warum baut man diese bestehenden Angebote nicht einfach aus?
00:09:12: Quentin hält dagegen dass Freiwilligkeit selbst sozial ungerecht sein kann.
00:09:17: Weil was ich in der Bundesstuhlkonferenz auch gelernt habe, ist das insbesondere bei so freiwilligen Engagement-Sachen.
00:09:22: In der Regel die Privilegierten ankommen – die Leute, die schon ein gutes Elternhaus haben wo es vorgelebt wird, Engagement und so weiter.
00:09:30: Und eben selten leider diejenigen aus weniger privilegiertem Haushalten kommen.
00:09:35: Das zeigt sich übrigens auch in den Studienlagen dass insbesondere die jungen Menschen, die ein schwächeres Elternhaus hat also auf einer sozial ökonomischen Ebene Dass die sich viel mehr wünschen würden, dass wir einen sozialen Pflichtdienst einführen würden.
00:09:47: Als diejenigen, die vielleicht ... weiß ich nicht der Papa das auch finanzieren kann, dass man ein unbezahltes Praktikum macht oder noch nach Bali geht.
00:09:55: Ich mach jetzt musikisch hierher auf den halben Jahr nach dem Abitur oder so.
00:09:59: Das heißt es ist eine Art Chancengerechtigkeit zu fördern weil dann alle müssen und alle aufeinander treffen.
00:10:04: Eine absolut nachvollziehbare Argumentation!
00:10:08: Andererseits wenn wir von einer Verpflichtung sprechen und nicht unbedingt von einem Freiwilligendienst Nur weil jemand da sein muss, heißt das ja noch nicht, dass die Person sich dann auch wirklich engagiert.
00:10:19: Ja genau und diese Sorge hat Tobias eingebracht!
00:10:22: Er studiert Jura in Halle und hat selbst ein freiwilliges soziales Jahr gemacht.
00:10:26: Gerade auch nochmal mit Bezug auf diesen gesellschaftlichen Zusammenhang glaube ich, dass ein verpflichtendes Element für viele junge Leute wirklich eine Sache ist, die nochmal ihre Beziehung zum Staat, auch ihr Vertrauen in den Staat so eine Arbeit dann wirklich abzuleisten, dass das echt nicht förderlich dafür ist.
00:10:46: Ich hab es auch gemerkt ich war in der freiwilligen Vertretung aktiv und habe da mit vielen Leuten geredet die beispielsweise in Krankenhäusern waren, die da teilweise auch arbeiten machen mussten, die man erst als ausgelernte Pfleger zum Beispiel machen darf und es war ein bisschen unter der Hand, die sich dann auch teilweise echt beschwert hatten und meinten ja was sind das hier für Arbeiten?
00:11:04: Ich werde nicht richtig eingelernt oder sowas, deren Motivation dahinter aber war hey!
00:11:08: ich bin hier freiwillig und ich mach' das alles weil ich das gerne möchte.
00:11:12: Und dann stelle ich mir die Frage, was passiert denn eigentlich?
00:11:14: Wenn wir junge Leute dazu zwingen quasi so etwas zu machen und ich glaube dieses freiwillige Engagement ist ganz wichtig.
00:11:20: Ja das ist ein echter Gegensatz ohne Pflicht.
00:11:23: Sagt Quentin kommen immer wieder dieselben privilegierten Gruppen mit Pflicht, sagt Tobias kann man anwesenheit zwar zwingt aber eben keine Motivation.
00:11:32: ja und es wird noch komplizierter sobald man fragt wer genau verpflichtet werden soll.
00:11:36: bei der alten Wer-Pflicht war die Sache ja klar.
00:11:38: die Geiltheit für Männer
00:11:39: Genau.
00:11:40: Quentin's Modell dagegen soll grundsätzlich alle Geschlechter einbeziehen, aber auch damit ist die Frage der Geschlechterrollen nicht automatisch gelöst.
00:11:48: Sophie hat Quentin gefragt ob ein allgemeiner Gesellschaftsdienst die wachsende Kluft zwischen jungen Männern und Frauen womöglich sogar noch verstärken könnte?
00:11:56: Ich glaube, ich möchte aber nochmal betonen, dass es bei meiner Frage ursprünglich gar nicht darum ging den Gesellschaftsdienst nur für junge Männer zur Pflicht zu machen.
00:12:03: Sondern wenn wir sagen, wir machen einen generellen Gesellschafts-Dienst das ist trotzdem bereits bestehende Dynamiken auch von politischen Auseinanderleben junger Frauen und jungen Männer was man ja auch bei allen Wahlen momentan sieht, glaube ich auf jeden Fall manifestieren würde.
00:12:19: Weil wie gesagt, wenn man es andersrum machen würde und jetzt die Wertpflicht einführen würde.
00:12:23: Und nur für Männer... Also aktuell haben wir ja gar nicht die Mehrheiten dafür ein Gesellschaftsheil einzuführen.
00:12:27: Wenn wir das jetzt nur für junge Männer machen dann werden sich die jungen Männer, die aktuell irgendwie frustriert in unserer Gesellschaft stehen und offensichtlich auch irgendwie Probleme haben.
00:12:35: also wir sprechen immer von der Krise der Männlichkeit irgendwie Die auch irgendwie ganz offensichtlich Probleme haben.
00:12:41: Dann werden diese sagen her jetzt muss ich zum Bund die anderen nicht Und gleichzeitig wird über von Gleichberechtigung gesprochen.
00:12:46: Das heißt, wir haben doch dann ja selbst eine räumliche Auftrennung zwischen Männern und Frauen.
00:12:50: wenn die Männer beim Bund hocken sozusagen ein Jahr sind die Frauen woanders.
00:12:53: das heißt gerenade das würde doch dazu führen dass wir in der Aufspaltung sozusagen handeln.
00:12:58: das würde das manifestieren und Wenn wir alle ins Boot tun dann haben wir genau das doch nicht.
00:13:02: da können wir doch Männer und Frauen noch näher aneinander bringen können können dafür sorgen dass Männer und frauen eben überall Vorkommen und dann hätte auch Die Bundeswehr die Chance auch mehr Frauen zu rekrutieren.
00:13:13: Die gleiche Dynamik könnte sich natürlich aber auch durch Selbstselektionsmechanismen ergeben, wenn man einen breiten Gesellschaftsdienst einführt.
00:13:23: Noch eine weitere Frage, warum junge Menschen?
00:13:25: Also ich meine wir haben einen wahnsinnigen Bedarf was zivile Verteidigung angeht wie auch was Zubax in der Bundeswehr angeht.
00:13:34: Wir haben gleichzeitig auch das Problem dass wir sagen wir brauchen eigentlich an viele Stellen auch gelernte Kräfte.
00:13:40: Warum sagt man nicht okay im in der bundeswehr?
00:13:43: hypothetisches Beispiel wir brauchen mehr Ingenieure also nehmen wir auch Ingeniüre in die Dienstpflicht.
00:13:49: Also wenn man sich die Ukraine anschaut, wenn fifty-jährige, sechzig-jährigen kämpfen was in der Ukraine übrigens häufig passiert.
00:13:54: Die versuchen häufig die Jungen irgendwie aus dem Spiel zu lassen und dann kämpfen sozusagen die Väter für eine bessere Zukunft für ihre Söhne.
00:13:59: dann ist das aber auch nicht genstig trivial, allein deswegen weil die sich zum Beispiel bei Krankheiten oder Verwundungen schlechter regenerieren können und so.
00:14:06: Es gibt einfach rein wehrhistorische Gründe warum man junge Leute braucht.
00:14:11: Und darüber hinaus wollen wir jetzt vierzigjährige in der Mitte ihres Lebens stehen, die vielleicht Kinder haben wichtige Rollen im Unternehmen- oder Gesellschaft einnehmen.
00:14:19: Wollen wir die jetzt wieder rausziehen?
00:14:20: Und sagen sie muss jetzt noch einen Ja dienen.
00:14:22: Ich glaube dass es nicht eine Lösung, weil die an anderen Stellen gebraucht werden wenn das bei jungen Menschen noch nicht der Fall ist.
00:14:28: Eine interessante Perspektive von Quentin Gärtner, dem ehemaligen Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.
00:14:34: Wobei man natürlich auch mit neunzehn Jahr Pläne hat Ausbildung, Studium, Arbeit, Zukunft eben.
00:14:40: Aber klar Menschen in ihren Vierzigern tragen in der Regel mehr Verantwortung Haben vielleicht Kinder stehen mitten im Berufsleben
00:14:47: Genau und jede Dienstpflicht verteilt Lasten.
00:14:49: Die politische Frage ist auf wen?
00:14:52: Aber nehmen wir einmal an, so ein Dienst würde tatsächlich vor allem Sache der jungen Generation bleiben.
00:14:56: Dann kommt ziemlich schnell ein anderes Thema ins Spiel – das Geld!
00:15:00: Wie meinst du das?
00:15:01: Also Josi, die in Halle Kunst und Politik auf Lehramt studiert hat auch einen großen Unterschied bei der Bezahlung hingewiesen.
00:15:07: Momentan bekommt man nämlich bei der Bundeswehr deutlich mehr Geld als in einem klassischen Freiwilligendienst.
00:15:13: Ich sehe Potenzialen im Gesellschaftsjahr dass Varianz offen lässt für Kulturoptionen, für Bildungsoptionen Optionen in der Pflege und eben auch, wer das dann nun möchte im Militär in der Bundeswehr sich auszuprobieren.
00:15:29: Ich sehe aber da auch wie Tobias schon gesagt, dass das Riesenproblem aktuell, dass man einfach in der Bundesswehr, wenn man diese Grundausbildung gerade macht oder diesen einjährigen Dienst, das man zwei Tausend Sechs Hundert Euro Brutto verdient – ich habe meinem FSJ dreihundfünfzig Euro Aufwandsentschädigung oder Taschengeld bekommen.
00:15:48: Und das ist total sozial ungerecht!
00:15:50: Ich finde, so wie das Stand jetzt ist, entscheiden sich Menschen bestimmt auch für die Werbpflicht wegen einer finanziellen Sicherheit.
00:15:59: Und ich finde es eine Gefahr weil Menschen dadurch militärisch aktiv werden, die vielleicht ganz andere Interessen haben.
00:16:07: Also auf dem Papier freie Wahl aber mit sehr ungleichen Anreizen.
00:16:12: Genau deshalb sagt Quentin in seinem Modell müssten alle Dienste gleich bezahlt werden.
00:16:17: Ein Gesellschaftsjahr würde ja auch in meinem Optimalbild so aussehen, dass alle gleich viel verdienen und alle die gleichen Privilegien haben.
00:16:24: Und dann hätte man das aufgelöst was du gerade so kritisierst, dass Menschen zum Bund gehen müssen weil sie da eben mehr Geld
00:16:30: verdienen.".
00:16:30: Auch daran merkt man wieder wie unterschiedlich die Modelle sind über die unter demselben Begriff gesprochen wird.
00:16:37: Ja, eine klassische Werbpflicht ist etwas anderes als ein allgemeiner Gesellschaftsdienst mit echter Wahlfreiheit und gleicher Bezahlung.
00:16:44: Aber hinter all diesen Modellen steckt noch eine grundsätzlichere Frage – wofür soll dieser Dienst eigentlich da sein?
00:16:50: David bringt dazu eine Perspektive aus Polen mit.
00:16:52: Er studiert europäische Studien- und Geschichte in Krakau und erlebt die Sicherheitsdebatte dort viel unmittelbarer als viele hier in Deutschland.
00:17:00: Wir müssen uns erst mal fragen, warum wir überhaupt dieses Gesellschaftsjahr oder Dienstpflicht haben.
00:17:05: Ist es für den Aspekt gesellschaftlicher Zusammenhalt?
00:17:07: Ist das für den aspekt Sicherheit?
00:17:09: In Polen hat man ganz klar entschieden ist es für einen Aspekt Sicherheit.
00:17:12: Man hat es eingeführt dass man im Schulunterricht mit Waffen auch Unterricht hat und eine Waffe angefasst hat.
00:17:21: Es ist so, dass Polen direkt neben Russland und der Ukraine liegt.
00:17:26: Das Thema Sicherheit im Sinne von Krieg ist immer präsent immer sichtbar.
00:17:30: Das heißt, in Polen steht der Sicherheitsgedanke viel stärker im Vordergrund?
00:17:35: David selbst ist trotzdem skeptisch ob ein Verpflichtender Dienst tatsächlich das leistet was man sich davon verspricht.
00:17:42: Darauf kommen wir gleich zurück.
00:17:43: aber er ist einmal zu Tim.
00:17:44: Er ist einundzwanzig studiert Politikwissenschaft und Soziologie in Mainz und hat in der Diskussion sehr persönlich darüber gesprochen was Verteidigung für ihn bedeutet
00:17:53: Und wie sieht er die Sache?
00:17:54: Um seine Perspektive zu verstehen, muss man ein bisschen über seine Familiengeschichte wissen.
00:17:58: Seine Mutter war dreizehn Jahre alt als die Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre zerfiel.
00:18:03: Damals lebten sie in Moldau.
00:18:05: Das Land war gerade unabhängig geworden und im Osten brach einen gewaltsamer Konflikt aus, indem auch russische Truppen verwickelt waren.
00:18:11: Tim hat von einem Erlebnis seiner Mutter aus dieser Zeit erzählt.
00:18:15: Meine Mutter hat ihren Hauptschulabschluss gemacht und es war der Abschlussball.
00:18:18: Und die Russische Luftwaffe hat die Schule bombardiert.
00:18:21: Deswegen ist dieser Teil seiner Familie nach Deutschland gekommen.
00:18:24: Dann ist die Frage, was Verteidigung eigentlich bedeutet.
00:18:27: Warum sie so wichtig sein kann?
00:18:29: Für ihn natürlich viel konkreter als für viele
00:18:31: andere.".
00:18:32: Genau und das hört man auch wenn er darüber spricht, was für ihn eigentlich verteidigt werden soll!
00:18:36: Wir sind nicht geflohen, um noch mal fliehen zu müssen.
00:18:38: Sondern weil wir diese Demokratie und die Freiheitsrechte haben, weil wir sie verteidigen wollen.
00:18:44: Vor allem ist es für mich kein Kollektives WIR was zu verteidigern ist sondern eigentlich ganz konkret auch mein persönliches Umfeld.
00:18:51: Ich möchte nicht dass Krankenhäuser das Wohnhäuse im Plattenbau wo meine Großeltern leben.
00:18:56: ich möchte nicht, dass die noch mal Krieg erleben.
00:18:58: ich möchte Nicht Dass Die verletzt werden.
00:19:00: ich Möchte Nicht Das Kinder Nicht zur Schule Gehen Können Weil Bomben auf die Stadt Fliegen Ganz Einfach.
00:19:05: Deswegen bin ich der Auffassung, dass so ein Wehrdienst und mein kleiner Bruder, der hat mich mal gefragt.
00:19:09: Und erst zwölf muss sich für Friedrich Merz sterben!
00:19:13: Dass man da ganz große Ängste macht.
00:19:15: aber ganz viele junge Menschen kommen zu mir oder zu Politikerinnen und sagen Ich hab Angst!
00:19:21: Ja das steckt eine Spannung drin.
00:19:22: Tim argumentiert für mehr Wehrhaftigkeit Aber gleichzeitig nimmt er auch die ängste vieler junger menschen sehr ernst.
00:19:30: ja und quentin greift genau die frage auf die tims kleiner bruder gestellt hat
00:19:34: Die Leute, die gegen Pflichtdienste sind, die sagen dann ja du würdest hier für Friedrich Merz im Schützenkram machen und das ist natürlich Bullshit.
00:19:42: Wir müssen den Leuten erklären ihr verteidigt eure Familie eurer Art zu leben dass ihr lieben könnt wenn ihr liebt wollt was ihr sagen wollt usw.
00:19:51: Das verteidigt ihr und das versucht auch dieses republikanische Ja.
00:19:53: ich versuch das zu verteidigen das wofür diese Republik steht.
00:19:57: Das ist die
00:19:57: Aufgabe.".
00:19:58: Damit sind wir wieder bei dem Punkt den Anna-Sophia am Anfang gemacht hat.
00:20:03: Ist dieses Wir und reicht es, den Menschen zu erklären was sie verteidigen sollen?
00:20:08: Ja.
00:20:09: Denn die meisten auf dem Podium würden vermutlich zustimmen dass Freiheit, Familie und demokratische Rechte schützenswert sind.
00:20:15: Der Streit geht eher darum was praktisch daraus folgen soll.
00:20:18: David den wir vorhin schon gehört haben zweifelt grundsätzlich daran das kurze Pflichtdienste wirklich nachhaltige Strukturen schaffen.
00:20:25: Für ihn gilt das für soziale Einrichtungen genauso wie für den Sicherheitsbereich.
00:20:30: Was ist eigentlich jetzt das Ziel?
00:20:31: Ist es gesellschaftlicher Zusammenhalt oder wirklich diese Wehrhaftigkeit, dieser Effektivität zu schaffen.
00:20:37: Denn wenn es der gesellschaftliche Zusammenhalt ist dann zweifle ich wirklich sehr auch daran dass man es durch eine Pflicht schaffen könnte.
00:20:46: Ich hatte die Erfahrung als jemand der in Vietnam zur Schule gegangen bin.
00:20:50: da gab es eine ständige Rotation von Personen aus dem Ausland, aus England, aus Deutschland und aus Frankreich die bei uns englisch Unterricht gemacht haben.
00:20:59: Aber sie waren dort jetzt nur für sechs Monate.
00:21:01: drei Monate zwölf Monate am Ende des Tages hat es nicht den Menschen geholfen denen man helfen wollte.
00:21:07: So ähnlich denke ich auch wird es sein wenn wir einen Pflichtjahr einführen in einem Altersheim.
00:21:12: Am ende des Tages wird diese Person nach einem Jahr auch weggehen Und wir haben keine Nachhaltigkeit im System geschaffen.
00:21:19: stattdessen nur noch mehr Schwächen für das system weil wir zusätzlich die Krankenschwestern oder Ärzte damit belasten, dass sie noch mal jemanden jedes Jahr neu ausbilden sollen.
00:21:34: Ich würde argumentieren das gesellschaftliche Teilhabe und Wehrhaftigkeit sich gar nicht ausschließen ganz um Gegenteil!
00:21:39: Ja und dann hat Tim noch einen anderen Maßstab ins Spiel gebracht.
00:21:42: er hat David widersprochen nicht grundsätzlich aber er hat gefragt was heißt eigentlich effektiv wenn es um den Ernstfall geht?
00:21:49: Fragt mich, warum du sagst, dass das nicht effektiv ist.
00:21:51: Jede einzelne Drohne, die nicht auf ein Krankenhaus fliegt, auf eine Schule oder einem Wohngebäude tötet einen Menschen in diesem Haushalt weniger und das ist sehr effektif!
00:22:02: Der Zivilschutz ist an sich im Kriegsfall noch viel wichtigere neben dem es keine Drohnen ankommt sondern wie du sagest, es gibt keinen hundertprozentigen Schutz.
00:22:09: Es wird zu einschlägen kommen, es wird zutoten.
00:22:13: Wenn dieser Fall existiert würde es kommen Und dann ist ein Zivil-Schutz superwichtig.
00:22:18: Das sind ja zwei sehr unterschiedliche Maßstäbe für Effektivität.
00:22:22: David fragt, schafft ein Jahr nachhaltige Strukturen?
00:22:26: und Tim fragt danach was im Ernstfall konkret Leben retten kann?
00:22:31: Ja genau!
00:22:31: Und damit sind wir bei einer anderen Frage Wenn die junge Generation in all diesen Bereichen Verantwortung übernehmen soll... Was bekommt sie eigentlich
00:22:39: zurück?!
00:22:40: Die Generation um die es hier geht ist gleichzeitig mit einer ganzen Reihe von Krisen konfrontiert Klimawandel, eine alterne Gesellschaft, Investitionsstau, eine neue sicherheitspolitische Lage.
00:22:50: Quentin nennt seine eigene Generation deshalb eine Gebergeneration und ausgerechnet er der einer Dienstpflicht befürwortet sagt sehr klar Der Staat kann nicht nur fordern
00:23:00: Also ich spreche von unserer Generation, habe ich auch einen Verteidigungsausschuss getan immer von der Gebergeneration.
00:23:05: Weil das was wir einzahlen werden in die Gesellschaft niemals das ist was wir rausbekommen werden.
00:23:10: Wir sehen es jetzt schon beim Thema Rente aber auch da oben hinaus.
00:23:13: Wir haben die Klimakrise verschlafen, wir haben die Zeitenwende sozusagen verschlaffen.
00:23:17: mit Sicherheit wo wir jetzt sozusagen nacharbeiten müssen dass ganz viel dann Input was von uns reingehen muss und wir werden nicht beim gleichen Output landen also werden weniger heraus bekommen.
00:23:26: Und wenn man sich an dem Tag hingestellt hätte im November Verteidigungsausschuss da diskutiert hat und vorher gesagt hätte, Freunde.
00:23:34: Wir machen das und wir begleiten das mit einer großen Offensive für junge Menschen.
00:23:37: Wir sorgen dafür, dass Bildung in Deutschland wieder richtig funktioniert, dass wir den Karren aus dem Dreck ziehen und Schulen wirklich auch wieder ein Ort sind in Deutschland wo man gerne hingehen kann.
00:23:45: Dass Universitäten funktionieren, dass das BAföG selbstverständlich dafür ausreicht egal in welcher Großstadt das Menschen die den Hintergrund nicht haben auch studieren können.
00:23:53: Wir machen effektive Klimaschutzmaßnahmen.
00:23:56: Das wäre fair!
00:23:56: Das wäre gerecht sozusagen offensiver für junge menschen.
00:23:59: Und dann können wir auf der anderen Seite sagen okay wir müssen eben diese diensten leisten Aber nur zu fordern, aber nicht zu fördern – das ist nicht in Ordnung.
00:24:07: Ich würde vielleicht noch hinzufügen, dass da eben auch die Partizipation der Entscheidungsfähigkeit dazu kommt.
00:24:13: Also du hast ganz am Anfang in deinem Eingangsstatement gesagt, Demokratie ist auch Verantwortung.
00:24:18: Wenn man junge Menschen in die Pflicht sieht muss man jungen Menschen auch Entscheidungsfähigkeiten zutrauen.
00:24:22: Ein Mann ein Wort Mr.
00:24:23: Pistorius can call me any time.
00:24:26: Schauen wir mal wie viele andere junge Menschen das genauso sehen!
00:24:30: Und gab's denn am Ende überhaupt irgendwas, worauf sich alle einigen konnten?
00:24:35: Also ich glaube beim Ziel gab es eine breite Einigkeit.
00:24:38: Nur nicht beim Weg dorthin.
00:24:40: Josi hat dafür einen Wort gefunden.
00:24:43: Ich würde vielleicht Solidarität nehmen.
00:24:45: Wir sind uns alle einig, dass das irgendwie was ist, was wir idealerweise in unserer Gesellschaft brauchen und vielleicht unterschiedliche Wege... vor uns konzipieren, wie wir dahin gelangen.
00:24:57: Aber ich glaube das ist eigentlich ein ganz guter gemeinsamer Trainer.
00:25:00: Solidarität also nur wie man sie schafft darüber gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen.
00:25:07: Danke Wiktor dass
00:25:07: du heute dabei warst.
00:25:09: Sehr gerne Jule!
00:25:11: Das wars für heute und auch mit dieser Staffelbüll-Podcast.
00:25:15: Wir gehen jetzt in eine kleine Sommerpause und sind im September wieder von euch da Kleiner Lifehack, wenn ihr den Böl Podcast abonniert dann bekommt ihr das auf jeden Fall auch mit.
00:25:24: Und wenn ihr bis September noch was auf die Ohren braucht hört gern auch in die zweite Folge zur Konferenz Die neue Republik rein.
00:25:31: dort geht es um die Zukunft der Demokratie in Deutschland und darum wie wir als Gesellschaft wieder gemeinsam etwas bewegen können.
00:25:39: Ich bedanke mich fürs Zuhören.
00:25:41: Feedback und Kritik nehmen wir natürlich sehr gerne an, schreibt uns an podcastatböll.de Und empfehlt uns natürlich immer gerne weiter!
00:25:49: Dieser Podcast ist eine Produktion des Audio-Kollektivs.
00:25:53: Autor der Folge war Kevin Canas.
00:25:55: Mein Name ist Jula Eichmann.
00:25:57: bis zum nächsten Mal beim Böl Podcast.
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