Arbeitsgesellschaft im Wandel: Lust auf Veränderung, Optimismus und Sicherheit
Shownotes
Welche politischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen sind für die Zukunft der Arbeitsgesellschaft jetzt nötig?
Zitat der Folge
"Wir müssen doch eine Gesellschaft schaffen, die so viel Sicherheit bietet, so viele Möglichkeiten bietet. Dass Wandel dann mit Optimismus verbunden ist und vielleicht sogar mit einer Hoffnung auf besser."
Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag
Episodenbeschreibung
Die Gegenwart ist unübersichtlich. Auf vielen Ebenen muss sich unser Land - die Gesellschaft als Ganzes und wir Menschen als Einzelne - neu sortieren. Geopolitische Realitäten, demographischer Wandel, wirtschaftliche Verflechtungen, Reformdruck auf die sozialen Sicherheitssysteme. Und die Frage, wie Künstliche Intelligenz unser Arbeitsleben schon jetzt verändert, steht auch im Raum. Wohin die Reise da gehen kann, darüber haben ExpertInnen in der Heinrich-Böll-Stiftung gesprochen. Es geht dabei um politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen aber auch um die Rolle von Sicherheit und Zuversicht.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:00) – Intro und Ausgangslage: Warum sich die Arbeitsgesellschaft angesichts von KI, Demografie, Klimawandel und geopolitischen Krisen grundlegend verändert
• (00:03:39) – Deutschlands Erneuerungskrise: Stagnation, Fachkräftemangel, sinkende Industrieproduktion und fehlende Investitionen als zentrale Herausforderungen
• (00:07:57) – Chancen durch Transformation: Energiewende, Wasserstoff und Künstliche Intelligenz als Motoren für neue Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
• (00:12:59) – Bewegung statt Stillstand: Welche politischen Weichen für Innovation, Infrastruktur, Qualifizierung und Gründungen jetzt gestellt werden müssen
• (00:16:04) – Gute Arbeit in der Zukunft: Warum Arbeitsqualität, Mitbestimmung und demokratische Teilhabe wichtiger sind als reine Beschäftigungszahlen
• (00:20:37) – Sicherheit statt Verunsicherung: Weiterbildung, neue Lebensläufe und soziale Absicherung als Grundlage für erfolgreichen Wandel
• (00:23:03) – Ungenutzte Potenziale heben: Gleichstellung, Zuwanderung und bessere Entwicklungschancen als Antwort auf den Fachkräftemangel
• (00:24:35) – Wandel gemeinsam gestalten: Warum Anerkennung, Zuversicht und gesellschaftlicher Zusammenhalt entscheidend für die Arbeitswelt der Zukunft sind
Unsere Expert*innen
Katharina Dröge
• Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag
Jan Philipp Albrecht
• Vorstand Heinrich-Böll- Stiftung
Felix Banaszak
• Parteivorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen
Enzo Weber
• Leiter des Forschungsbereiches Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und Inhaber des Lehrstuhls für empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Regensburg
Lisa Herzog
• Professorin für Politische Philosophie an der Universität Groningen
Weiterführende Artikel und Quellen
• Hintergrund: Potenziale für mehr Beschäftigung [🔗 https://politcal.de/event/arbeitsgesellschaft-im-wandel-potenziale-fuer-beschaeftigung-und-wohlstand]
• Studie: Wohlstand sichern im Wandel [🔗 https://www.wirtschaftsdienst.eu/pdf-download/jahr/2026/heft/4/beitrag/arbeitszeit-im-wandel-wie-sich-wohlstand-trotz-sinkenden-arbeitskraefteangebots-sichern-laesst.html]
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Transkript anzeigen
00:00:00: Das heißt nicht jeder Wandel ist direkt schlechter.
00:00:02: Und das ist aber oft so ein deutscher Pessimismus, dass ein Wandel mit Schlechter verbunden sein kann.
00:00:09: und wir müssen doch eine Gesellschaft schaffen die so viel Sicherheit bietet, so viele Möglichkeiten bietet
00:00:14: ,dass
00:00:15: Wandel dann mit Optimismus verbunden ist und vielleicht sogar mit einer Hoffnung auf besser.
00:00:19: Das würde ich mir
00:00:20: wünschen.".
00:00:21: Das
00:00:22: hat Katharina
00:00:22: Dröge gesagt.
00:00:23: Fraktionsvorsitzende von Bündnis Neunzig Die Grünen im Deutschen Bundestag Auf einer Veranstaltung der Heinrich-Böllstiftung mit dem Titel Arbeitsgesellschaft im Wandel.
00:00:33: Und es stimmt ja, die Gegenwart ist unübersichtlich – auf vielen Ebenen muss sich unser Land, die Gesellschaft als Ganzes und wir Menschen als Einzelne neu sortieren!
00:00:44: Was bedeutet das
00:00:45: alles für
00:00:46: unsere Arbeitswelt?
00:00:48: In der Heinrich-Böllstiftungen haben Expertinnen über den Wandel der Arbeitsgesellschaft diskutiert und diesen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
00:00:57: Im Böl Podcast schauen wir uns das genauer an.
00:01:00: Gemeinsam mit Mandy Schirke, hallo Mandy!
00:01:03: Hallo Jule
00:01:04: und ich bin Jule Eichmann herzlich willkommen.
00:01:18: Ja die Arbeitsgesellschaft und wie sie sich angesichts der Herausforderungen der Gegenwart verändert... Das ist ein großes Ein riesiges Feld.
00:01:28: Wir haben sich die Diskutantinnen in diesem Feld genähert bei ihrem Austausch.
00:01:33: Zunächst hat Jan Philipp Albrecht, einer der Vorstände der Heinrich-Börstiftung mal umrissen, in welchem Kontext sich der Wandel unserer Arbeitsgesellschaft vollzieht.
00:01:42: Hören wir mal rein!
00:01:43: Ausgangsdiagnose dieser Konferenz sind die vielfachen Umbrüche der Gegenwart, die auch unser Wirtschaftsmodell betreffen.
00:01:51: Wie die neuen geopolitischen
00:01:52: Realitäten der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz, die Alterung der Gesellschaft und die Decarbonisierung der Wirtschaft.
00:02:01: Viele Gewissheiten gehören der Vergangenheit an.
00:02:04: Gleichzeitig gibt es viele Herausforderungen auf der nationalstaatlichen Ebene – keine Quick Fixes!
00:02:10: Ob geopolitische Spannungen, Zölle gestörte Lieferketten steigende Energiepreise, demografische Realitäten und technologischen Innovationen.
00:02:18: Die wird es nicht so einfach geben!
00:02:21: Und dann hat Enzo Weber eingeordnet, was gerade los ist auf dem Arbeitsmarkt.
00:02:25: Enzo Weber ist Leiter des Forschungsbereiches Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und Inhaber des Lehrstuhls für empirische Wirtschaftsforsche an der Universität Regensburg.
00:02:39: Seinen Vortrag hat er mit einer Erzählung begonnen.
00:02:43: Stellen wir uns mal ein Land vor!
00:02:46: Das war mal Industrieland Nummer eins der Welt.
00:02:49: Dann gab es technologische Umbrüche und das Land schaffte seit Jahren den Aufbruch in die Transformation nicht richtig.
00:02:56: Man entwickelte eine Förderung für neue Energien, man entwickelter ein CO-Zweibreis der die alten Energien verteuern sollte und ihren Schaden in den Preis aufladen sollte um die Umsteuerungen zu schaffen.
00:03:11: Dann gab's einen weltpolitischen Schock, der schlagartig fossile Energien verteuerte Und natürlich setzte sich dieses Land sofort in Bewegung mit all seiner Kraft und vielen Milliarden um, diese Energien wieder billiger zu machen.
00:03:27: Irgendwas funktioniert nicht in dieser Geschichte – und es funktioniert schon seit Jahren nicht!
00:03:34: Deswegen hat sich etwas zusammengebraut was mittlerweile eng wird.
00:03:39: Ja, etwas zusammen gebraut, was der Wirtschaftswissenschaftler mit diesen Begriffen umreist?
00:03:45: Stagnation, Krise, Unbeweglichkeit Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel.
00:03:53: Alles Begriffe die negativ konnotiert sind und für einen Umbruch stehen der ein Aufbruch sein könnte und nach Meinungen von Enzo Weber auch sein
00:04:02: sollte.".
00:04:03: Also so nach dem Motto Krise als Chance aber in seiner Analyse hört sich das ja jetzt noch nicht an?
00:04:09: Ja, aber Enzo Weber findet auch noch einen Weg in Richtung Optimismus versprochen.
00:04:14: Zuvor hat er die Herausforderungen erstmal auf den Punkt gebracht und Kennzahlen genannt – hören wir mal rein!
00:04:20: Es gibt aber tatsächlich Herausforderungen, die im Moment massiv sind.
00:04:25: also wenn wir zuerst die demografische nehmen über fünfzehn Jahre da muss man nicht großhell sehen können verlieren wir aus Alterungsgründen sieben Millionen Arbeitskräfte.
00:04:36: Das kann man zwar irgendwie versuchen auszugleichen, aber das ist erstmal die Latte über die man rüber muss.
00:04:41: Und dass führt dann dazu, dass eben Arbeitskräfte, die wir gerade für die Transformation auch brauchen um daraus einen Erfolg machen zu können, dass die Strukturell knapp bleiben werden selbst in einer Situation, in der die Wirtschaft ja nun wirklich grade nicht boomt und das sieht man vor allem an der Industrie, dass es nicht boomst.
00:04:58: also da ist das Minus nämlich bereits schon eingetreten.
00:05:01: mit der Industriproduktion sind wir mittlerweile so zwanzig Prozent unter dem was wir schon mal hatten, geschweige denn irgendwie Weiterentwicklung oder Wachstum geschafft zu haben.
00:05:11: Und mittlerweile hat das auch auf die Beschäftigung durchgeschlagen.
00:05:14: im Moment verlieren wir an Industriejobs jeden Monat fünfzehntausend lange ging das noch gut.
00:05:20: lange hat die Beschäftigung nicht gezuckt.
00:05:23: Leute wurden gehalten weil sie knapp waren aber dass macht man halt so lange wie es Perspektive gibt.
00:05:28: wie man weiß ich brauche die leute wieder.
00:05:30: wenn Perspektiven erstmal bricht dann bricht auch ein Beschäftigungstrend und das ist in der Industrie leider passiert.
00:05:39: Ja, interessant Jule es hier eine Differenzierung finde ich die Enzo Weber aufmacht.
00:05:45: er vergleicht Die Entlassungszahlen der Gegenwart mit den Zahlen von Zwei Tausend Zehn Und kommt zu dem Ergebnis dass die entlassungen zahlenmäßig etwa gleich ausfallen aber heute also jetzt zum Problem werden weil die Arbeitnehmerinnen Heute keine neuen Jobs mehr finden.
00:06:02: Das heißt Wir reden über Entlassungswellen, aber eigentlich haben wir ein massives Erneuerungs- und Einstellungsproblem.
00:06:09: Das sieht man übrigens auch in anderen Statistiken.
00:06:12: Es heißt immer, wir verlagern zurzeit so viel ins Ausland!
00:06:15: Die Auslands direkt.
00:06:16: Investitionen der deutschen Wirtschaft sind aber absolut auf dem Tiefpunkt angekommen.
00:06:21: Blöderweise aber auch die Direktinvestitionen des Auslands, die nach Deutschland kommen... ...die sind auch auf den Tiefpunkten angekommen, das heißt hier schaffen wir zu wenig neu.
00:06:32: Das Problem ist nicht der Zusammenbruch des Bestehenden, sondern die fehlende
00:06:39: Erneuerung.".
00:06:40: Gut das verstehe ich.
00:06:41: aber warum gibt es den Nichtmangels da an Ideen und Initiativen für Neues?
00:06:45: Für mehr Innovation?
00:06:47: Genau.
00:06:47: Enzo Webers befundt sieht das Problem nicht im Strukturwandel an sich, sondern darin dass uns, dass der Wirtschaft der Politik jedenfalls wenig Neues einfällt oder die Strukturen so verkrustet und unbeweglich sind, dass Erneuerung ausgebremst wird.
00:07:04: Wir haben Transformationszeiten da sollte es in der Industrie vibrieren ohne Ende.
00:07:10: Wenn man sich die Gründungsstatistik in der industrie anschaut dreimal dürfen sie raten So wenig Gründungen wie noch nie.
00:07:19: So macht man keine
00:07:21: Transformation.".
00:07:23: Und genau das ist es, was ich mit Erneuerungskrise bezeichne.
00:07:27: Es geht quer durch die Bank und das ist keine Notwendigkeit.
00:07:30: Deindustrialisierung ist kein Automatismus!
00:07:34: Wenn man so möchte kann man das ja auf eine Art als auch beruhigenden Befund auswerten denn dagegen lässt sich ja immerhin etwas unternehmen.
00:07:42: also lass uns doch nochmal von der Innovation ein Schritt weiter schauen in Richtung Umsetzung, da braucht es ja auch neue also bessere Rahmenbedingungen.
00:07:50: Wofür dann wiederum die Weichen auf politischer Ebene gestellt werden müssten?
00:07:54: Hat Enzo Weber da auch Ideen und Impulse mitgebracht?
00:07:57: Ja hat er, hören wir mal rein!
00:07:59: All unsere Studien zeigen mit einer wirklich klaren Transformation Energiewende Wasserstoffwirtschaft usw.
00:08:06: gäbe es deutliche auch Beschäftigungspotenziale und zwar in Bereichen in denen Deutschland eigentlich sehr gut ist.
00:08:13: Das ist Maschinenbau, das ist Elektro.
00:08:15: Das ist Energie, das sind Heizungstechnik und so weiter.
00:08:19: Technisch sind wir eigentlich auch mit unserer Ausbildung top aufgestellt für eine Transformation.
00:08:25: Und auch in der künstlichen Intelligenz liegen diese Potenziale.
00:08:29: Wir haben im Herbst eine Studie herausgebracht, die dann mal die Gesamtentwicklung versucht hat abzuschätzen, ist mittlerweile auch ziemlich prominent geworden.
00:08:37: Das Ergebnis?
00:08:38: Wirtschaftswachstum könnte pro Jahr um Nullkommar acht Prozentpunkte höher liegen Mit einer guten durchgreifenden Umsetzung von KI in der Wirtschaft.
00:08:48: Null Komma Acht, na gut alles was mit an null anfängt ist irgendwie wenig, aber wer die Statistiken kennt weiß natürlich Null Komme Acht.
00:08:57: also wir hatten jetzt fünf Jahre lang noch nicht mal Null Kommer zwei.
00:09:01: Also das wäre immens Das gibt es nicht geschenkt.
00:09:05: Es kommt auch und auch Nicht Von Alleiner Und Natürlich Werden Dadurch Jobs ersetzt.
00:09:10: dass sieht man ja Heute schon Selbst bei den Informatikern selbst.
00:09:14: Die KI kann heute auch den Standard Code schreiben und natürlich kann sie auch Texten und Übersetzen
00:09:19: usw.,
00:09:20: also dadurch geraten Menschen unter Druck, das müssen wir sehen.
00:09:25: aber die Ergebnisse zeigen genauso.
00:09:28: es gibt auch Druck nach oben.
00:09:29: Es entsteht Neues und zwar durch zusätzliche Investitionen Durch neue Geschäftsmodelle Aber vor allem auch durch die Produktivität die da entsteht denn dafür wird ja Technologie eingesetzt um Produktivitäts zu generieren.
00:09:42: Durch KI werden also neue Jobs entstehen, sagt Enzo Weber und dahin will er auch den Blick lenken und für Optimismus werben.
00:09:51: Denn so das bemängelt er wird selten auf Veränderungsprozesse geschaut.
00:09:55: Wir fokussieren findet er auf des Verschwinden unserer Beschäftigungsmöglichkeiten.
00:10:01: Und ja wir Journalisten berichten über Fortschritte der KI mitunter wie über Naturkatastrophen.
00:10:08: findet er
00:10:10: Ja, finde ich auch.
00:10:10: da hat er einen Punkt.
00:10:11: In den Medien wird ja beides zelebriert, sowohl dieser unfassbare KI-Hype der sich dann auch an der Börse widerspiegelt aber auch das Heraufbeschwören von negativen Folgen der künstlichen Intelligenz zum Beispiel eben die großen Umwälzung die sie für die Arbeitswelt bedeutet wo sich gerade erst rauskristallisiert.
00:10:30: hier kann die KI wunderbar stumpfer Arbeiten übernehmen Aber vielleicht ist sie auf der anderen Seite doch noch nicht so weit wie suggeriert wird Und entsprechend schwierig ist dann eben der Blick in die Kristallkugel.
00:10:42: Also wie lange ist mein Job noch sicher?
00:10:43: Beziehungsweise für junge Menschen, die sich ja gerade erst beruflich orientieren?
00:10:47: welche Aufgaben werden denn in den nächsten Jahren oder besser noch Jahrzehnten sicher nicht von der KI übernommen?
00:10:55: Ja was isst überhaupt ein KI-sicherer Job?
00:10:58: und begrenzen?
00:11:00: leben wir uns mit so einer Gedankenwelt vielleicht freiwillig?
00:11:04: also ENZU Weber findet ja
00:11:07: Was soll das sein?
00:11:09: Ist das einer von diesen Jobs, wo technologischer Fortschritt so überhaupt nicht ankommt.
00:11:14: Ist das eine von diesen jobs, wo es keine neuen Tätigkeiten geben wird, wo das was man macht genauso öde ist wie die letzten zwanzig Jahre.
00:11:22: Ist dass eines dieser Jobs auch Produktivität nicht steigt und damit übrigens auch Löhne nicht.
00:11:27: Ja diese Frage, diese Zuspitzung zeigt, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz das Potenzial hat dass viele Jobs konkret auch besser werden können.
00:11:38: Klar ist aber auch, gerade dieser Wandel betrifft eine Gruppe die von Stellenabbau in der Vergangenheit nicht so stark betroffen war.
00:11:45: Akademikerinnen, die hochqualifizierte Tätigkeiten ausüben also InformatikerInnen, Journalistinnen wie wir.
00:11:53: allerdings und damit kommen wir von der Kristallkugel zurück zur aktuellen Arbeitsmarktlage sind aktuell vor allem fehlende Zugänge.
00:12:05: Jetzt schauen wir allerdings mal auf Jobaufnahmequoten.
00:12:10: Also sprich, wie viele der unter dreißigjährigen Arbeitssuchenden nehmen pro Monat einen Job auf?
00:12:18: Und wie viele älteren nehmen pro monat einen job auf?
00:12:24: Das rechnen wir jeden Monat aus und schauen uns den Zeitverlauf davon an.
00:12:29: Dann sieht man diese Jobaufnahmekwote sind exakt parallel!
00:12:34: Blöderweise nach unten Parallel.
00:12:37: Aber das heißt, die Berufseinsteiger sind nicht die einzigen, die in irgendeiner Krise drinhocken.
00:12:43: Sondern wir haben eine grundsätzliche Krise, dass der Arbeitsmarkt wie eben gesagt so wenig neue Stellen schafft wie noch nie, nicht mehr aufnahmefähig ist und ...
00:12:51: Die Erneuerungskrise ist also wie Enzo Weber sagt keine Frage des Alters sondern ein allgemeines Problem, das angegangen werden muss.
00:12:58: ja.
00:12:59: Ja genau, hören wir Enzo Webber nochmal weiter zu?
00:13:02: Wir brauchen eine durchgreifende wirtschaftliche Erneuerungspolitik.
00:13:08: Das bedeutet, Staat darf sich auch nicht zu schade sein anzupacken aber er muss das tun um für eine Transformation Markt und Wettbewerb in Gang zu bringen was bisher offensichtlich nicht funktioniert.
00:13:20: und dass funktioniert zum Beispiel deshalb nicht weil es die klare antizipierbare Linie nicht gibt die für Investition notwendig wäre.
00:13:29: Das ist eine wichtige Voraussetzung.
00:13:31: das heißt man muss investieren in Infrastruktur, aber wirklich auch in Infrastrukturen der Zukunft.
00:13:37: Ja, auch Schlaglöcher müssen zugemacht werden und auch Schultoiletten saniert – das ist schon richtig!
00:13:43: Aber wenn auch die letzte Toilette saniert ist, werden wir wirtschaftlich immer noch nicht stärker sein als heute.
00:13:48: Sondern wir müssen die Voraussetzungen schaffen mit Datennetzen, Wasserstoffnetzten, Rechenzentren
00:13:54: usw.,
00:13:55: um wirklich neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
00:13:58: Wir müssen, wenn wir jetzt hunderte Milliarden in die Hand nehmen... Das dann so auch tun, dass wir damit Technologiepolitik betreiben.
00:14:06: Dass wir Märkte-Kickstarten mit dieser kritischen Masse die wir da reinbringen können.
00:14:11: Dass in die Gründungsförderung gehen und nicht immer nur die Abwehrkämpfe der Großen führen.
00:14:16: das meine ich mit wirtschaftlicher Erneuerungspolitik.
00:14:19: Wir brauchen dir auch auf dem Arbeitsmarkt.
00:14:22: In Transformationszeiten braucht man Bewegungen am Arbeitsmarkt.
00:14:27: Man muss sich nicht gesund schrumpfen, man muss nicht den Gürtel enger schnallen oder irgendwas.
00:14:31: Die Anforderung lautet Bewegung.
00:14:35: Okay, Bewegungsstatt Stillstand, Bewegung gegen Stillstand ist angekommen und was schlägt Enzo Weber jetzt vor?
00:14:41: Was könnten die ersten Schritte sein, die direkt angelangen werden müssen?
00:14:45: Naja ein Punkt hat er ja schon angesprochen vor allem die Notwendigkeit Qualifizierung neu zu denken nicht als etwas das nach einem Job Verlust entsteht sondern etwas immer stattfindet und etwa durch steuerliche Entlastungen angereizt wird.
00:15:01: Der Staat sollte Menschen auch dabei unterstützen, wenn sie in ein neues Feld wechseln und Gewohntes verlassen.
00:15:09: Und ebenso sollten auch Unternehmen durch staatliche Anreize motiviert werden, kontinuierlich in die Fortbildung und Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden zu
00:15:19: investieren.".
00:15:20: Wenn wir jetzt sowieso irgendwie alle nach Unternehmenssteuersenkwungen schreien?
00:15:25: Dann könnte man doch sagen Jeden Qualifizierungstag kann man jetzt mit einer Pauschale steuerlich vom Betriebsgewinn absetzen.
00:15:34: Fertig!
00:15:35: Ganz simpel, kaum Verwaltungsaufwand...
00:15:39: Ja da wäre für mich aber noch eine ganz wichtige Frage wie man die Arbeit nehmen den in unserem Land davon überzeugen kann diese Erneuerungskrise tatsächlich selbst auch als Chance zu sehen.
00:15:50: also um mal bildlich zu sprechen beherzt und mutig ins kalte Wasser zu springen Wenn uns noch die Vorstellung davon fehlt, welche Jobs der Zukunft sein werden und jede Menge Unsicherheit im Spiel ist.
00:16:04: Ja, was wird das überhaupt für eine Arbeit sein der wir dann zukünftig nachgehen und welche Bedeutung wird Erwerbsarbeit gesellschaftlich noch haben?
00:16:13: Das hat die Diskussion sehr beschäftigt.
00:16:16: Lisa Herzog Professorin für politische Philosophie an der Universität Groningen hat dazu etwas Interessantes gesagt finde ich und aus ihrer Perspektive auf die Zahlen und Fakten von Insowiba geschaut.
00:16:29: Es ging sehr viel um die Zahlen und ob es die Jobs überhaupt gibt.
00:16:32: Aber das macht einen riesen Unterschied, was für Arbeit es ist?
00:16:34: Was für Entwicklungsmöglichkeiten bietet?
00:16:37: Ob es ein positives soziales Umfeld dabei gibt?
00:16:40: Ob man Fähigkeiten lernen kann, die man dann auch in anderen Lebensbereichen braucht?
00:16:44: Und es gibt wirklich viel Evidenz dazu dass das, was Leute in der Arbeitswelt erleben Auch Auswirkungen auf ihre demokratischen Haltungen und Verhaltensweisen hat.
00:16:53: Die genauen Mechanismen, da wird noch dran geforscht aber es kann uns als demokratische Gesellschaft nicht egal sein was für Arbeit das ist.
00:17:01: Und aus demokratischer Sicht ist es ja so dass Arbeit auch immer etwas mit Gegenseitigkeit zu tun hat.
00:17:06: Mit einem Beitrag zum Gemeinwesen.
00:17:09: Arbeit ist auf dem Ort wo man Menschen begegnet denen man sonst überhaupt nicht begegnen würde wo auch Diskussionen stattfinden die sonst vielleicht nichts stattfinden.
00:17:17: Ich denke in der Arbeitsgesellschaft gibt's immer auch gewisse Fairness Erwartungen die in einem Arbeitsmarkt nicht automatisch erfüllt werden und wo auch die Frage ist, wie gehen wir mit ihnen um?
00:17:28: Also für mich wäre ganz klar die Frage.
00:17:30: Wie kann gute Arbeit entstehen und zwar ist es auch nicht nur für Akademikerinnen sondern für alle Und ich sehe da eigentlich sehr viel Potenzial bei Jobs, die zur ökologischen Transformationen überhaupt Erneuerung beitragen vor allen Dingen dann wenn die Leute auch die Möglichkeit bekommen wirklich eigene Ideen auszuleben, sich selbst einzubringen.
00:17:51: Wenn nicht nur top down entschieden wird sondern wirklich Arbeit auch in gewissem Maß Entfaltungsmöglichkeiten bietet.
00:17:57: Ja sich einbringen können, sich entfalten können das klingt natürlich erstmal super.
00:18:01: aber es gibt natürlich auch das genau entgegengesetzte Szenario.
00:18:05: also zum Beispiel wenn man sich anschaut was etwa unter dem Begriff algorithmisches Management beschrieben wird Da geht es ja dann um künstliche Intelligenz, die dazu führt dass Menschen nahezu komplett von Computern oder Apps gesteuert werden.
00:18:18: Dann also mitunter gar keine Kolleginnen und Kollegen mehr haben.
00:18:21: Ja, das wäre jetzt so etwas wie das Worst Case-Szenario.
00:18:24: Das sicherlich keiner der Diskutantinnen heraufbeschwirren wollte bei dieser Diskussion im Gegenteil.
00:18:32: Katharina Dröge ist seit Jahrzehnten Mitglied des Bundestages und seit Jahrzwanzig eine der beiden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion von Bündnis Neunzig die Grünen.
00:18:43: Sie plädiert für optimistische Perspektiven die es auch durchaus schon gebe.
00:18:49: Wichtig sei ist, diese Haltung und Erfahrungen einzuspeisen in die Diskussion über das Arbeitsleben der
00:18:55: Zukunft.".
00:19:11: Ihnen bieten wie vorher.
00:19:13: Deswegen reden wir
00:19:14: auch
00:19:15: darüber, dass wir die Mitbestimmung stärken müssen in den Unternehmen, die sich neu
00:19:19: gründen.".
00:19:20: Ja, Katharina Dröge hat hier schon erwähnt, dass Mitbestimmungsmechanismen in Betrieben eine besondere Rolle beim Geling von Transformation in der Arbeitswelt zukommt.
00:19:30: Lisa Herzog, Professorin für politische Philosophie an der Universität Groeningen – hat das auch noch mal bestärkt, indem sie sagte?
00:19:40: bei der Einführung neuer digitaler Technologien ganz entscheidend ist, dass die Mitarbeitenden mitreben können.
00:19:47: Weil sie wirklich wissen wo es sinnvoll ist und wo nicht und wo's wie funktioniert.
00:19:51: Und früher wurde auch schon die indrinsische Motivation den Dingen auszurupieren und so angesprochen.
00:19:57: Und wenn es dann auch Widerstand an einzelnen Stellen gibt, der vielleicht auch nicht gerechtfertigt ist.
00:20:01: Dann können Betriebsräte auch so eine Art ehrlicher Makler zwischen den Angestellten und der Geschäftsführung sein und sagen, sorry, da müsst ihr es doch mitgehen?
00:20:08: Das brauchen wir wirklich.
00:20:09: oder eben auch ne, das ist an der Stelle nicht gereichtfertigt heißt aber natürlich auch dass die Betriebesräte entsprechende Mitspracherechte brauchen und das wirklich gut verankert sein muss.
00:20:21: Mit Sprache in der Transformation leuchtet mir total ein Perspektiven ermöglichen Eine positive, zuversichtliche Erzählung über die Zukunft entwickeln und den richtigen Ton treffen.
00:20:32: Allerdings scheint mir auch gerade damit tun sich viele in der Politik eher schwer.
00:20:37: Ja das findet auch Katharina Dröge wenn sie die öffentlichen Einlassungen des Bundeskanzlers zur Arbeitsmoral kritisiert.
00:20:45: hören wir mal
00:20:46: Und jetzt aktuell sehe ich einen Bundeskanzler, der irgendwie so schlecht gelaunt die Leute beschimpft in der Krise.
00:20:53: So und den die ganze Zeit Vorwürfe macht und sagt ihr seid zu faul!
00:20:56: Ihr seid nicht leistungsbereit!
00:20:57: Ihr strengt euch nicht genug an und am Ende arbeite ich mit Druck und kürze die Absicherung und Drohe und
00:21:02: sage
00:21:03: im Zweifel auch noch Fakten frei, die Leute wollen nicht mehr arbeiten in diesem Land.
00:21:08: Und das in einer Krise... Ich finde dass verschärft die Krise im Endeffekt noch und niemand redet über Weiterbildung nach vorne und Innovation.
00:21:17: Das bedaure ich gerade
00:21:18: wahnsinnig.".
00:21:19: Ja, ein anderes Thema über das ja auch immer wieder gesprochen wird ist der Wandel der Arbeitsgesellschaft beziehungsweise was wir eigentlich gegenwärtig und künftig überhaupt noch als Arbeit definieren wollen und dann eben auch anerkennen wollen.
00:21:32: also wenn es etwa um Lohnersatzleistung geht oder um Rentenzeiten, Familienarbeit, Pflegearbeit politischer Arbeit War das denn auch ein Thema während der Diskussion zum Wandel der Arbeitsgesellschaft?
00:21:47: Ja, Lisa Herzog, die auch einen Buch mit dem Titel Die Rettung der Arbeit geschrieben hat, hat z.B.
00:21:52: das dazu gesagt.
00:21:53: Es gibt in der Wissenschaft den Begriff der atmenden Lebensläufe wo zu verschiedenen Phasen verschiedene Formen von Einkommen kombiniert werden können.
00:22:03: Zum Beispiel die Idee, dass es eben auch Weiterbildungseinkommen gibt.
00:22:06: Österreich hat das ein bisschen damit experimentiert.
00:22:09: Das ist auch so was wie Sabbaticals für politische Arbeit zum Beispiel geben könnte.
00:22:14: Ich glaube da könnten wir noch viel mehr machen aber es muss natürlich ja von den Leuten angenommen werden.
00:22:21: und dann ist man glaube ich wieder so ein bisschen bei dieser Frage Was für ein Status hat das alles?
00:22:24: Und ich glaube eines der Hindernisse Ist das in ganz vielen Köpfen immer noch dieses Bild steckt?
00:22:30: Naja, so eine ordentliche Karriere heißt halt irgendwie man fängt an und man bildet sich aus.
00:22:35: Und dann arbeitet man durch und kommt irgendwie weiter nach oben und startet ein Einkommen und macht verändern sich.
00:22:41: Ich glaube wenn wir es schaffen würden, dass das Stichwort Netzwerkeorganisation auch gut dazu Dass wir wegkommen von diesem, ja man muss immer hoch klettern und alle anderen die fallen irgendwie runter.
00:22:51: Und verlieren dann Status hin zu horizontaleren Bedingungen.
00:22:55: Weniger Hierarchien, weniger Statusangst damit auch.
00:22:59: Dann hätten wir enorm viel gewonnen.
00:23:03: Enzo Weber hatte vorhin auch schon angesprochen, dass wir über fünfzehn Jahre sieben Millionen Beschäftigte durch den demografischen Wandel verlieren werden.
00:23:13: Arbeitskräfte, die uns fehlen werden um den Wohlstand der Zukunft zu erarbeiten.
00:23:19: Wie man hier ansetzen kann formuliert er so
00:23:22: Ein Riesenpotenzial liegt übrigens in der Gleichstellung und nicht in diesen Rechnungen wenn jetzt alle Frauen noch ein paar Stunden mehr arbeiten würden dann hätten wir so und so viel sondern in der beruflichen Entwicklung.
00:23:36: Berufliche Entwicklung von Frauen knickt in der Kinderphase weg und die geht danach selten wieder hoch, das ist nicht zuerst eine Frage von wie viel Arbeitsstunden kann ich rausholen sondern wieviel Entwicklung?
00:23:48: Wieviel persönliches Potenzial?
00:23:51: Wie viele kann ich qualitativ rausholen?
00:23:53: Da erleiden wir die großen Verluste aber da können wir auch die großen Gewinne einfachen!
00:23:58: Und das gleiche kann man übrigens über Zubewanderte sagen Wir waren echt richtig erfolgreich in der Zuwanderungspolitik.
00:24:04: Kein Land in Europa war so erfolgreich wie wir.
00:24:08: Wir haben auch eine große Integrationsleistung vollbracht, aber wenn man sich anschaut, wie viel ihres Potenzials zugewanderte in Deutschland abrufen können, dann arbeiten ganz viele einfach unter ihren Möglichkeiten.
00:24:22: Also Hürden abbauen und Optimismus aufbauen ist da wohl die Devise?
00:24:27: Aber ganz ehrlich, wenn eben Vertrauen und Sicherheit nicht da sind, dann ist es ja auch schwierig wie ich es gerade formuliert habe, mutig ins kalte Wasser zu springen.
00:24:35: Ja und mit diesen Gedanken hat sich der Parteivorsitzende von Bündnis Neunzig die Grünen Felix Banaschak in seinem Redebeitrag in der Diskussion um den Wandel der Arbeitsgesellschaft beschäftigt unter vorgewarnt einseitige politische Debatten etwa über die Lockerung des Kündigungsschutzes als Motor für wirtschaftliche Erneuerungen zu führen.
00:24:58: Also wenn ich beispielsweise Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überhaupt ermutigen möchte, sich auf was Neues einzulassen dann brauchen sie auch eine Perspektive das da nicht nur die Flexibilität ihrer selbst steht sondern auch ein Schutznetz dass sie auffängt.
00:25:12: Und deswegen würde ich sagen in der Welt der Unsicherheit Botschaften für mehr Unsicherkeit reinzugeben bevor man die Frage der neuen Sicherheit thematisiert.
00:25:21: ja klar hat keiner Bock drauf.
00:25:23: Ja und eng damit verbunden ist ja die Frage, wie es gelingt, die konkreten Lebensumstände der Menschen gut im Blick zu haben.
00:25:30: Und hier konnte Felix Banaschak an seine eigene Geschichte seiner eigener Biografie anknüpfen.
00:25:37: Ich habe auf dem Parteitag im November davon gesprochen, dass als ich achtzehn war das erste was ich mir gekauft hab ein Auto war weil das Auto für mich Leben und Freiheit bedeutet hat.
00:25:46: Da gab es einige Kommentare entweder ja sie lesen richtig Es geht um den grünen Parteitage und nicht in der FDP.
00:25:52: Das war kein abgesang auf die Verkehrswende Sondern Die These dass wenn ich Menschen für die Verkehrswende begeistern will ich ihnen nicht erst mal erzählen darf dass das Leben was sie bis dahin fühlen falsch ist.
00:26:04: Und ich glaube, das ist bei Wandelprozessen immer so.
00:26:06: Also auch wenn wir über diesen industriellen Wandel sprechen... Ich war ein anderes Beispiel.
00:26:12: Was macht es denn mit Leuten?
00:26:13: Wenn wir darüber reden dass ihr Geld gerade mit der Produktion von dreckigen Verbrennern verdienen?
00:26:20: also wer möchte denn etwas produzieren was von den Grünen als dreckig abqualifiziert wird?
00:26:25: ja man kann sozusagen eine ökologische Bewertung vornehmen aber erst mal ist das Ding etwas wo Leute stolz drauf sind Und ich glaube, die sind stolz auf industrielle Arbeit.
00:26:33: Also nicht nur industriell, aber auf Arbeit generell.
00:26:35: Aber natürlich ist es so dass auch mit bestimmten Produktionsprozessen Kulturen verbunden sind.
00:26:43: jetzt bin ich vielleicht durchs Ruhrgebiet nochmal besonders geprägt wo aus dieser Arbeitskultur sehr viele andere Dinge mit erwachsen sind.
00:26:49: Ich weiß nicht wer gesehen hat wie Werbebars bei Ina Müller das Steigerlied gesungen hat.
00:26:55: Das spielt in manchen Regionen jeweils eine sehr große Rolle und wenn Und die Botschaft, alles wird anders und flexibilisiert usw.
00:27:05: Ohne das menschliche Bedürfnis auch nach Halt, nach Orientierung, nach Festigungen, nach Identität zu sehen – das wird am Ende misslingen!
00:27:13: Das ist das was wir in den USA, Großbritannien und so weiter in aller Brutalität besichtigen können.
00:27:20: Deswegen würde ich sagen wenn wir jetzt gerade im Transformationsprozess mit viel schichtiger Transformationen sind dann ist die Anerkennung dieser Realitäten, der Ausgangspunkt so.
00:27:31: Und dann muss man immer noch nicht dabei stehen, damit sie sagen das bleibt für immer bestehen aber sozusagen das erstmal zu sehen und anzuerkennen ohne dass wir jetzt aus meiner Sicht nicht funktionieren.
00:27:41: Ja und ich finde das ist natürlich ein sehr wichtiger Punkt Das menschliche Bedürfnis nach Halt Orientierung Festigung und Identität wie es Felix Banaschak formuliert das zusehen und anzuerkennen verbunden mit der Hoffnung, dass es besser gelingt unter dieser Voraussetzung gemeinsam Beine zu gestalten.
00:28:01: Ja hoffen allein wird also nicht reichen.
00:28:04: aber Wandel gemeinsam gestalten ist möglich und auch nötig
00:28:08: auch
00:28:08: um einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken.
00:28:11: wie die Transformation der Arbeitswelt gut gelingen kann das war Thema in der Heinrich-Böll Stiftung.
00:28:16: Danke Mandy, dass du uns dahin mitgenommen hast hier im Böll Podcast.
00:28:20: sehr gern.
00:28:21: An dieser Stelle möchte ich euch auch unsere Serie zum Konzernatlas, im Jahr ist es in den nächsten Jahren.
00:28:28: Da wird die Marktmacht der großen Konzerne beleuchtet – vom Saatgut bis zum Supermarkt!
00:28:33: Findet ihr wo ja alle unsere Podcasts findet?
00:28:36: Bei jedem Streaming-Anbieter und auf böll.de slash podcast.
00:28:41: Dieser Podcast ist eine Produktion des Audio-Kollektivs.
00:28:44: Autorin der Folge war Mandy Schielke.
00:28:47: Mein Name ist Julia Eichmann.
00:28:48: Machen Sie's Gut
00:28:50: Bell Podcast.
00:28:54: Der Podcast der Heinrich-Bell Stiftung.
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