Globale Energieordnung: Quo vadis Europa?

Shownotes

Wie kann die EU mit dem globalen Süden und China eine gerechte Energiewende gestalten, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen?

Zitat der Folge

„Die neue Energiekooperation muss sich in ihrer Struktur unterscheiden, nicht nur in ihrer Rhetorik. Sie muss auf Augenhöhe beruhen, nicht auf Unterordnung.“

Gabriel Boric, ehemaliger Präsident von Chile

Episodenbeschreibung

Zwischen fossiler Machtdemonstration der USA, Chinas Vorsprung bei sauberen Technologien und Europas Suche nach einer eigenen Strategie stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann die EU gemeinsam mit Ländern des globalen Südens eine nachhaltige, sichere und gerechte Energiezukunft aufbauen? Im Mittelpunkt dieser Folge von böll.podcast stehen Debatten und Reden vom Berlin Forum on Global Cooperation der Heinrich-Böll-Stiftung, bei dem Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über neue Energiepartnerschaften, industrielle Wertschöpfung, geopolitische Abhängigkeiten und die Rolle Chinas in der globalen Energiewende diskutierten. Das Berlin Forum findet jährlich in Kooperation mit dem Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE) der Humboldt Universität statt.

Die Folge fragt, wie Europa seine Lieferketten absichern kann, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen, warum Partnerschaften mit dem globalen Süden nur auf Augenhöhe funktionieren und weshalb eine pragmatische China-Strategie für die Klimapolitik unverzichtbar ist. Es geht um Rohstoffe, Wertschöpfung, Energie-Souveränität und die politische Herausforderung, Klimaschutz, Sicherheit und globale Gerechtigkeit zusammenzudenken.

Kapitel mit Zeitmarkierungen

• (00:00) – Einführung: Energiegeopolitik zwischen USA, China und Europa

• (02:30) – Das Berlin Forum: Electrotech-Revolution vs. fossile Energiedominanz

• (07:27) – Der Krieg im Iran und die Fragilität des fossilen Energiesystems

• (10:30) – Gute Nachrichten: Die globale Energiewende gewinnt an Fahrt

• (13:47) – Europas Dilemma: Abhängigkeit von China bei Schlüsseltechnologien

• (17:13) – Der globale Süden als strategischer Partner

• (22:59) – Partnerschaft auf Augenhöhe: Was der globale Süden wirklich fordert

• (28:56) – Europas Strategie gegenüber China: Konkurrenz, Kooperation

Unsere Gesprächspartner*innen

Jürgen Trittin • ehemaliger Bundesumweltminister, Deutschland

Gabriel Boric • ehemaliger Präsident von Chile

Jennifer Morgan • ehemalige Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik, Deutschland

Olumide Abimbola • Executive Director, Africa Policy Research Institute (APRI)

Adriana Abdenur • Co-President, Global Fund for a New Economy; ehemalige Sonderberaterin für internationale Angelegenheiten der Präsidentschaft Brasiliens

Reporterin der Folge: Sarah Ribbert - Referentin für globale Kooperation und Transformation, Heinrich-Böll-Stiftung

Produktion: Kevin Caners

Host: Mandy Schielke

Hintergründe auf boell.de

•⁠ ⁠Studie mit Germanwatch: [🔗 https://www.boell.de/de/2026/05/15/complementary-cooperative-or-competitive-eus-and-chinas-engagement-global-net-zero]

•⁠ ⁠Berlin Forum on Global Cooperation: [🔗 https://www.boell.de/en/global-cooperation]

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Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Mandy und Jule jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.

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Grafik: hbs, alle Rechte vorbehalten.

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:08: Über Jahrzehnte hatte die Weltordnung eine zentrale Achse, die transatlantische Beziehung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.

00:00:17: Diese Achse bricht

00:00:18: auseinander.".

00:00:19: Ja selten war so viel Spannung zu spüren zwischen der Europäischen Union und den USA.

00:00:25: Zölle, Sicherheit, Daten – Grönland sind einige Themen!

00:00:29: Für die Zukunft unserer Erde ist jedoch ein Thema besonders bedeutsam.

00:00:33: Während Deutschland und Europa den Umbau des Energiesystems auf erneuerbare Energien vorantreiben und dafür weltweit kooperieren setzen die USA unter Donald Trump aus American Energy Dominance in fossilen Energien.

00:00:50: Durch Fracking sind die USA zum weltweit größten Öl- und Gasproduzenten aufgestiegen, sie setzt all ihre wirtschaftliche und auch politische Macht ein um sich gegen den globalen Trend zu erneuerbaren Energien zustimmen.

00:01:06: China hat sich hingegen mit einer gezielten Industriepolitik, die Technologieführerschaft bei erneuerbaren Energien erobert und baut diese in großen Schritten aus.

00:01:18: Genau in diesem Kontext gewinnt die Energiekooperation mit jenem Teil der Welt, indem eine wachsende Mehrheit den Menschen lebt dem sogenannten globalen Süden eine neue Bedeutung.

00:01:32: Wie kann die EU also mit diesen Ländern zusammenarbeiten?

00:01:37: um eine nachhaltige und zugleich sichere Energiezukunft aufzubauen.

00:01:41: Diese Fragen standen im Zentrum des Berlinforum für Global Corporation, das in Mai in der Heinrich-Böschstiftung stattfand.

00:01:51: an zwei Tagen diskutierten Stimmen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft darüber was dieser Moment bedeutet – für Europa, für Länder, auf der ganzen Welt.

00:02:02: Das besprechen wir auch in dieser Böl.

00:02:04: Podcastfolge Ich bin Mende Schirke vom Audio-Kollektiv.

00:02:08: Herzlich willkommen!

00:02:10: Der

00:02:11: Podcast

00:02:14: der

00:02:15: Heinrich-Böll-Stiftung.

00:02:19: Ja und heute ist Sarah Ribatt bei mir, sie ist Referentin für globale Kooperationen und Transformation bei der Heinrich Böll Stiftung.

00:02:28: Hallo Sarah

00:02:29: Hallo Manny

00:02:31: Du hast das Furo mit organisiert und warst bei den Reden und Diskussionen.

00:02:35: dabei Kannst du uns die Stimmung und den Rahmen etwas genauer einordnen?

00:02:40: Ja, also wir wollten mit dieser Konferenz einen Blick lenken auf eine epochale Auseinandersetzung, die gerade weltweit geführt wird.

00:02:49: Und das ist, dass wir auf der einen Seite die Electro-Tech Revolution haben – das ist ein Begriff, den der Think Tank M war geprägt hat!

00:02:57: Und dabei geht es darum, dass wir eine Kombination haben von neuen Modulan erneuerbaren Energien die jetzt auf einmal im großen Stil sehr günstig verfügbar sind und ein fortschreitendes Maß der Elektrifizierung.

00:03:12: Das in der Kombination krempelt die globale Energiewelt gerade um.

00:03:17: Die Emberanalystin Beijing Yang, die wir bei uns hatten hat zu Beginn dieser Konferenz diese Trends etwas vorgestellt und eingeordnet Und das Interessante ist nun, dass wir auch eine gegenläufige Entwicklung zur gleichen Zeit haben.

00:03:30: Das ist die Agenda von Trump.

00:03:32: Du hast es zu Beginn schon genannt.

00:03:34: Es geht um fossile Energiedominanz.

00:03:37: Zu Beginn des Vorurms hatten wir eine Eröffnungsrede von Gabriel Boric.

00:03:42: Der ist vor Kurzem jüngste Präsident Schieles und er hat sehr gut beschrieben wie die USA Energie als ein Machtinstrument für sich einsetzt und damit auch massiv anderen Staaten beruht.

00:04:02: Die Trump-Regierung hat ihre Agenda nie verborgen, American Energy Dominance.

00:04:08: Das ist eine brutale ehrliche Strategie – die USA entwickelten sich im Jahr zwei Tausend neunzehnt von einem großen Nettoimporteur von Energie zu einem Nettoexporteur vor allem dank des Booms von Schifaöl und Schifa Gas durch Fracking.

00:04:23: Heute sehen wir, wie sie Energie als geopolitisches Instrument einsetzt durch die Maximierung von Förderung und Export fossiler Energieträger um Verbündete und Rivalen in eine Energieabhängigkeit amerikanischen Ursprungs zu bringen.

00:04:40: Durch den Druck auf Europa, ein amerikanisches flüssig Erdgas zu kaufen durch das Angebot von Kohle und LNG an Afrika und Asien als Lösung für Energiearmut.

00:04:51: Und durch den Abbau sämtlicher inländischer Förderungen für erneuerbare Energien.

00:04:57: Das ist keine Unwissenheit.

00:04:59: Es ist eine bewusste Wette auf die Aufrechterhaltung einer Weltordnung In der die Macht bei denen konzentriert ist Die über fossile Energieträger verfügen.

00:05:13: auf der anderen Seite haben wir eben China, was eine führende Kraft in diesem Bereich der sauberen Energien und neuen Technologien geworden ist.

00:05:21: Und Gabriel Buruc hat das selber auch ausgeführt es geht um die Produktion von Solarpanels und Batterien, um Elektrofahrzeuge und Windkomponenten.

00:05:32: Und zugleich gibt es dann noch diese Rohstoffseite wo das Land einen großen Teil kontrollierte, ob es in der Raffination von Kupfer ist, Lithium, Kobalt, Grafit seltenen Erden und all das wird eben benötigt für die Energiespeicherung, Elektromobilität und Stromnetze.

00:05:51: Und deshalb kann man insgesamt sagen dass ein großer Teil des globalen Ausbaus der erneuerbaren Energien was wir ja gerade sehen sehr stark von den industriellen und eben auch technologischen Fähigkeiten abhängt, die China in den letzten Jahren entwickelt

00:06:05: hat.

00:06:05: Man kann also zusammenfassen, Sarah.

00:06:07: Dass Europa quasi irgendwie so dazwischen steckt wie ein großer Teil der Welt im Grunde zwischen zwei verschiedenen Modellen und Supermärkten ziemlich fest.

00:06:17: die USA treiben die Dominanz fossiler Energien voran China du hast es ausgeführt führt bei den sauberen Technologien

00:06:26: Genau, und da befinden sich eben einige Länder auch dazwischen.

00:06:29: Da kann man die EU zum Beispiel nennen, die auf der einen Seite ein sehr hohes Interesse an eine Energiewende hat und auch die Decarbonisierung aktiv vorantreibt aber gleichzeitig immer noch fossile Abhängigkeiten bestehen gerade auch im Fall von den USA.

00:06:45: Und da ist es nun wichtig dass dieses Thema Energie auch zunehmend Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder beeinflusst und Buruc hat es in seiner Rede auch ausgeführt.

00:06:55: Ein großes Element, was in den nächsten Jahrzehnten noch viel wichtiger wird ist das Thema künstliche Intelligenz.

00:07:02: Denn letzten Essen ist es so dass bei der KI nicht nur um menschliches Talent geht und auch wer das Kapital und das Geld hat sondern es geht vor allem auch darum wer die Energie hat die für die KI benötigt werden.

00:07:16: Und letzten Endes hat ja diesen, fand ich doch auch sehr eindrücklichen Satz gesagt.

00:07:19: Wer also die Energie kontrolliert, der wird auch damit einen großen Teil der wirtschaftlichen Entwicklung kontrollieren.

00:07:27: Das kriegt man, finde ich ja auch schon jetzt mit diese Möglichkeit Rechenzentren zu haben und sie auch irgendwie aufrechtzuerhalten.

00:07:35: wie wichtig das ist um irgendwie mit vorne zu spielen.

00:07:39: Jetzt fand dieses Forum in einer Zeit statt in der dass fossile Energiesystemen durch den Krieg im Iran stark durcheinander gebracht wird hat es die Diskussion geprägt.

00:07:53: Ja, das war natürlich ein großes Thema.

00:07:56: Weil wird es alle ja auch merken bei den Preisen an der Tankstelle aber auch noch viel fundamentaler wenn's dann darum geht um Düngemittel in der Landwirtschaft und dem nicht so entwickelten Teil der Welt.

00:08:09: Und Jennifer Morgan, die war auch Teil der Konferenz und ist ja auch eine sehr angesehene Expertin für Klimaenergiepolitik.

00:08:17: Manche kennen sie vielleicht noch aus der Ampelzeit – da war sie nämlich die Klimasonderbeauftragte im Auswärtigen Amt – und sie hat diesen Punkt sehr stark gesetzt, das sie gesagt hat.

00:08:28: Diese Hormuz-Kreise zeigt nur, dass es fossile Energiesystem eben nicht nur nachhaltig ist sondern es ist total unzuverlässig!

00:08:40: Wir wissen, dass die Straße von Hormuz faktisch geschlossen ist.

00:08:44: Fatih Birol, der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur hat diese Unterbrechung in der Versorgung als die Zitat «größte globale Herausforderungen für die Energiesicherheit in der Geschichte» bezeichnet.

00:08:58: Wir haben gehört das Länder-Energie rationieren – auch die Ernährungssicherheit ist ein ernstes Problem.

00:09:04: Die Kosten schießen in die Höhe!

00:09:06: und die Menschen leiden.

00:09:08: Ich denke, der Krieg im Iran hat in gewisser Weise das geschafft, was Jahrzehnte voller Warnungen nicht vermocht haben – er hat die absolute Fragilität unserer von fossilen Energien abhängigen Welt offengelegt!

00:09:21: Und wir sehen die Kosten einer globalen Wirtschaft, die nach wie vor an eine einzige politisch-volatile und geografisch konzentrierte Energiequelle gekettet

00:09:30: ist.".

00:09:33: Aber wir haben eben auch noch eine zweite Krise, die im Hintergrund schwebt.

00:09:37: Und das ist die Klimakrise, die bei Leib nicht verschwunden ist, auch wenn sie jetzt gerade im Moment vielleicht weniger Aufmerksamkeit

00:09:45: bekommt.".

00:09:48: Die Klimakrise tobt – Sie tobt wirklich!

00:09:51: Nur weil im Moment weniger darüber gesprochen wird heißt es nicht, dass sie nicht stattfindet... Wir sehen diese enormen Auswirkungen, wir sehen wie das Leben verletzlicher Menschen und die fragile Natur massiv unter Druck geraten.

00:10:04: Und die Welt über die wir gesprochen haben spaltet sich gerade.

00:10:08: Es geht dabei nicht mehr um Nord gegen Süd oder Ost gegen West sondern eher um den Gegensatz zwischen einem Modell das auf Knappheit, Volatilität und geopolitischen Druck beruht und einem Modell, das auf Überfluss dezentraler Produktion klimaneutralität- und souveräner Energiesicherheit basiert.

00:10:30: Also bei Klimawandel und Sicherheit scheint die Sache für den Umstieg auf erneuerbare Energien ziemlich klar zu sein.

00:10:38: Gibt es in diesem Bereich eigentlich auch gute Nachrichten?

00:10:41: Ja, das ist tatsächlich der Schöne und es hat man auch bei der Konferenz gemerkt.

00:10:44: Es ist eben nicht nur alles schlecht sondern eigentlich passiert ja gerade eine riesige Energiewende Revolution.

00:10:50: Wir sehen das mittlerweile in ganz vielen Ländern und spüren es auch.

00:10:55: also in Deutschland Ist es mittlerweile auch so dass Wind und Solar mehr Strom als fossile Energien produzieren.

00:11:03: Weltweit sind im letzten Jahr zwanzig fünfzwanzig die erneuerbaren Energien um fast siebenhundert Gigawatt gewachsen.

00:11:10: Das ist ein neuer Rekord.

00:11:12: Die Preise, hat ich anfangs schon erwähnt sind massiv gesunken für Batterien aber eben auch PV-Anlagen.

00:11:18: Viele haben ja mittlerweile auch kleine background Kraftwerke.

00:11:21: also das alles ist ein sehr positiver Trend der es natürlich viel mehr Menschen auch ermöglicht auf diese erneuerbaren Energien zuzugreifen und sie zu nutzen und damit auch dann Stück für Stück das Energiesystem zu reformieren.

00:11:35: Ja Sarah, das klingt tatsächlich vielversprechend.

00:11:37: gibt es denn auch politisch?

00:11:39: Rückenwind?

00:11:41: Ja, da gab es jetzt tatsächlich vor einigen Wochen eine sehr interessante Konferenz die stattgefunden hat.

00:11:47: Die sogenannte Santa Marta-Konferenz in Kolumbien.

00:11:51: Das war eine internationale Konferens bei der sich viele Länder zusammengeschlossen haben um über den Ausstieg aus den fossilen Energien zu sprechen kann man fragen, ach das ist doch ein Thema was uns schon ganz lange begleitet und das ist natürlich auch so.

00:12:07: Aber bislang war es eben auf internationaler Ebene gerade bei den Klimaverhandlungen so dass es sehr schwierig war über dieses Thema Ausstieg aus den Fossilen zu sprechen weil das für viele Länder natürlich auch etwas ist, was für sie wirtschaftlich relevant ist und wo sie sich bislangen häufig nicht verpflichten wollten sich auf einen bestimmtes Ausstiegsdatum zum Beispiel festzulegen.

00:12:27: Und deshalb war es umso erfreulicher, dass diese Konferenz stattgefunden hat und eben eine Koalition der Willigen.

00:12:32: Also Länder die bereit sind sich auf diesen Weg zu machen zusammengebracht hat und die dann dort gemeinsam diskutiert haben.

00:12:40: und das waren auch also eine gute Anzahl an Ländern, siebenfünfzig Länder waren's insgesamt, die EU waren auch dabei aber eben auch zahlreiche Länder aus dem globalen Süden.

00:12:51: Im Nachhinein haben das viele Expertinnen darunter auch Jennifer Morgan als ein Ersten Durchbruch bewertet, auch wenn nun natürlich der Prozess noch folgen wird.

00:13:01: Hören wir doch mal rein was sie dazu gesagt

00:13:03: hat.".

00:13:07: Ich habe auch die Santa Marta-Konferenz wahrgenommen, die er stattgefunden hat und die siebenundfünfzig Länder, die dort zusammengekommen sind – nicht nur um zu sagen ob wir den Ausstieg schaffen sondern wie!

00:13:19: Und ich denke, das neue Format in dem sie sich getroffen und diskutiert haben war ein echter Durchbruch.

00:13:25: Es war offen, pragmatisch und klar auf Umsetzung ausgerichtet – es ist viel beweglicher, kann sich auf die praktische Umsetzung konzentrieren und die politische Solidarität aufbauen um dieses Bekenntnis über die Zeit zu tragen.

00:13:38: Das ist eine Koalition des Handelns und genauso ein Modell brauchen wir meiner Meinung nach

00:13:44: häufiger.".

00:13:47: Es gibt also politischen Rückenwind und die Technologie entwickelt sich ja super schnell.

00:13:54: Ja, klingt doch Sarah grundsätzlich nach einer guten Ausgangslage?

00:13:58: Ja allerdings gibt es schon auch ein Dilemma vor allem für Europa denn wir haben auf der einen Seite diese Notwendigkeit dass wir umsteigen müssen auf erneuerbare Energien Und natürlich mit dem Klimazielen ernst zu machen, aber eben auch um wettbewerbsfähig zu bleiben und uns unabhängig zu machen.

00:14:18: Das ist ja auch dieses große Thema in den letzten Monaten was hochgekommen ist durch die Homooskreise.

00:14:24: Sicherheit bedeutet eben auch unabhängiger zu sein von einzelnen Ländern Und gleichzeitig müssen wir jetzt natürlich auch darüber nachdenken, wie schaffen wir das denn?

00:14:34: Also welchen Zugang brauchen wir, welche Lieferketten, welche sauberen Technologien die wir ja nicht alle selber produzieren.

00:14:42: Da ist China letzten Endes das Land was vor allem diese ganzen Technologin und Zugänge hat und produziert.

00:14:51: Deshalb müssen wir schauen, wie wir damit umgehen können dass wir uns dazwischen bewegen und wie man diesen Konflikt auflösen kann.

00:14:59: Und bei der Konferenz war auch Jürgen Trittin dabei, er ist langjähriger Grünpolitiker und ehemalige Bundesumweltminister.

00:15:08: Er hat sehr stark deutlich gemacht wie China mittlerweile in den Schlüsseltechnologien dieser Elektro-Tech Revolution vorne steht und welche Herausforderung das für uns mit sich bringt.

00:15:28: China strebt danach bei den Elektrotechnologien eine Art Hegemon zu werden.

00:15:33: Bei der PV-Produktion liegt das Land vorn, bei Batterie ist es auf dem Vormarsch.

00:15:39: und wenn ich mir die Windindustrie anschaue, die fünf größten chinesischen Unternehmen sind jeweils größer als die gesamte europäische Windindustrie zusammen.

00:15:50: Seine Botschaft war dabei klar.

00:15:52: Es ist also ein großes Risiko auch für Europa.

00:16:02: Die Abhängigkeit von fossilen Energien zu beenden ist notwendig, aber nicht ausreichend.

00:16:08: Schlüsseltechnologien für erneuerbare Energien und Elektrifizierung müssen in Europa verfügbar sein.

00:16:15: Wer sich nicht von Trump-und Putin abhängig machen will darf auch nicht technologisch von Xi abhängigt sein.

00:16:21: Der Fehler die PV-Industrie aus Europa zu vertreiben darf sich nicht wiederholen.

00:16:26: Wir brauchen klare, local Content-Regeln für die Windindustrie und die Batterietechnologie.

00:16:31: Und ein Verbot chinesischer Wechselrichter – im Krisenfall muss die Versorgungssicherheit in Europa gewährleistet sein.

00:16:39: Auch als Elektromacht bleibt China wie Annalena Baierbock es beschrieben hat Partner, Konkurrent und systemische Rivalen.

00:16:46: Das alles kostet Geld ist aber eine Investition, die sich im Krisenfall lohnt

00:16:56: Aber wenn Europa eine sichere Zukunft mit sauberer Energie aufbauen will, die nicht nur von China abhängt.

00:17:03: Wo sind denn dann diese Partnerschaften und Lieferketten zu finden, die wir dafür letztlich brauchen?

00:17:10: Ich vermute schaffen wir allein kaum!

00:17:13: Ja, das ist richtig und deshalb ist es auch so wichtig dass wir die Länder im globalen Südenstärke in den Blick nehmen.

00:17:20: Denn viele der Mineralien, Rohstoffe aber auch industriellen Chancen die Europa braucht um diese grünen Technologien zu produzieren und eben auch eigene Industrien zu dekarbonisieren diesen in diesen Ländern konzentriert.

00:17:35: Und diese Länder wiederum sind auch wichtig, weil sie natürlich massiv den Wunsch haben sich weiterzuentwickeln.

00:17:42: Sich zu industrialisieren und je nachdem wie Sie sich entscheiden ob Sie diesen Weg mit der fossilen Energie bestreiten oder aber ob Sie eine umfassende Elektrifizierung machen und versuchen die Wirtschaft weitestgehend zu transformieren das wird ein ganz massiver Faktor dafür sein ob wir unsere globalen Klimaziele erreichen

00:18:03: Und gleichzeitig sind wir ja nicht die einzigen, die an so einer Partnerschaft interessiert sind.

00:18:09: Das ist richtig.

00:18:10: also man sieht mittlerweile dass viele Länder dort versuchen einen Einfluss zu gewinnen.

00:18:14: das sind vor allem die USA und China aber auch Länder wie die Türkei oder die Golfstaaten die Engagement in den Regionen im globalen Süden in letzten Jahren sehr stark hochgefahren haben.

00:18:26: Gabriel Boric leitet daraus folgenden Auftrag für die EU ab

00:18:35: Angesichts dessen muss sich Europa als alternative positionieren, durch nachhaltige Energiekooperation den European Green Deal und Global Gateway.

00:18:47: Die sich dieses Forum stellen muss und die ich mir als jemand aus dem globalen Süden stelle, ist nicht ob Europa mit seiner Diagnose richtig liegt.

00:18:57: Das tut es!

00:18:59: Die Frage ist, ob Europa seinem eigenen Anspruch gerecht werden wird?

00:19:04: Länder das Globalen Südens Ficile tragen auf die schwersten Folgen des Klimawandels während sie gleichzeitig ihren eigenen Entwicklungsweg suchen.

00:19:13: Ein globaler Süden, der durch die Geografie des Zufalls auch zu den wichtigsten Lieferanten nicht konventioneller erneuerbarer Energien grüner Kraftstoffe und jener kritischer Mineralien gehört, die die Transformation braucht.

00:19:29: Unsere Absicht und unsere Notwendigkeit ist es aktive Gestalter dieser neuen Ordnung zu sein – nicht passive Objekte!

00:19:42: Ja, das rückt den globalen Süden wirklich ins Zentrum.

00:19:45: Wenn Europa also diese Partnerschaften braucht, die gelingt dann eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit diesen Ländern?

00:19:53: Was muss getan werden?

00:19:54: Also Burut war da relativ klar.

00:19:56: er hat gesagt Diese Partnerschaft müssen sich strukturell verändern damit sie dann auch auf Augenhöhe sein können.

00:20:07: Die neue Energiekooperation muss sich in ihrer Struktur unterscheiden Nicht nur in ihrer Rhetorik.

00:20:14: Sie muss auf Augenhöhe beruhen, nicht auf Unterordnung!

00:20:19: Auf der gemeinsamen Bewältigung von Herausforderungen die der globalen Entwicklung Nachhaltigkeit verleihen insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern.

00:20:30: Dafür müssen neue Technologien geschaffen und weitergegeben werden.

00:20:34: Dieser Übergang kann jedoch auf zwei sehr unterschiedlichen Arten stattfinden.

00:20:39: Es kann so verlaufen, dass sich die globale Energiekonzentration auflöst.

00:20:45: Die Gewinne gerechter verteilt werden Familien profitieren Demokratien gestärkt und multilaterale Institutionen gefestigt werden oder es kann so verlaufen das die Abhängigkeit vom Erdöl aus dem persischen Golf einfach durch eine Abhängigkeit von einem anderen globalen hegemonialen Land ersetzt wird, ohne dass sich an der zugrunde liegenden Machtstruktur etwas ändert.

00:21:21: Ja, absolut.

00:21:22: Das hat Jennifer Morgan aber auch einige der anderen Speakerien aus dem globalen Süden sehr stark in ihren Reden betont.

00:21:29: Jennifer hat zum Beispiel gesagt dass es auf jeden Fall nötig ist das wir stärker gemeinsame Interessen mit den Ländern im Globalen Südend finden und dann auch eine neue Form der Zusammenarbeit gemeinsam entwickeln die eben manche der bisher etwas paternalistischen Strukturen wo dann manchmal Bedingungen aufgedrückt wurden hinter sich lässt und hin zu einem gleichberechtigten Modell der Zusammenarbeit kommt.

00:21:57: Offensichtlich ist Europas Herausforderung nicht nur eine innenpolitische, sondern zutiefst eine internationale.

00:22:04: Deshalb brauchen wir, glaube ich einen Kurswechsel darin wie Europa mit aufstrebenden und sich entwickelnden Volkswirtschaften zusammen arbeitet – das alte Paradigma der kolonialen Rohstoffausbeutung bei dem der globale Süden die Rohstoffe liefert ist tot.

00:22:22: Wir leben in einer Brickswelt, ob Europa das nun mag oder nicht?

00:22:26: Wenn wir also eine sichere stabile globale grüne Wirtschaft aufbauen wollen müssen wir gemeinsam ein neues Modell entwickeln.

00:22:34: Lokale Wertschöpfung Verarbeitung und Produktionen müssen in den Partnerländern stattfinden.

00:22:39: neue Arbeitsplätze und saubere Energieinfrastruktur müssen dort dauerhafte gut qualifizierte Beschäftigung schaffen Und es braucht eine gemeinsame Kontrolle über Lieferketten um gegenseitige wirtschaftliche Resilienz aufzubauen, statt einseitige Abhängigkeiten.

00:22:59: Kooperation und Eigeninteresse müssen miteinander im Einklang stehen.

00:23:04: aber versteht Europa wirklich wie Länder des globalen Südens das sehen?

00:23:09: Und ist das was Europa jederzeit anbietet für sie überhaupt interessant?

00:23:15: Ja, also ich glaube da gibt es auf jeden Fall Nachholbedarf.

00:23:19: Und das war natürlich auch der Spannende bei dieser Konferenz weil ja sehr viele Leute aus Deutschland aber auch aus europäischen Ländern zusammengekommen sind und dann eben aber eben auch einzelne Ausländern im globalen Süden die da nochmal eine sehr erdene Perspektive eingebracht haben.

00:23:34: Wir hatten unter anderem Adriana Abde nur dabei.

00:23:37: Sie war langjährig die Beraterin von Präsident Lula, was internationale Angelegenheiten für Brasilien anging und sie hat Folgendes gesagt

00:23:52: Mit Deutschland und mit der EU bin ich sehr optimistisch.

00:23:56: Ich denke, wir können viel erreichen – dafür braucht es keine manichewische Weltsicht!

00:24:01: Aber es braucht einen neuen Ansatz, eine echte

00:24:03: Partnerschaft.".

00:24:05: Was wollen wir in Brasilien?

00:24:06: Wir wollen eine strukturelle Transformation unserer Wirtschaft.

00:24:10: Ja, hin zu Kohlenstoffarmen Modellen aber auch mit Arbeitsplätzen und Einkommen und Mitwürde für unsere Menschen, unsere Arbeiterinnen und Arbeiter und für indigene Gemeinschaften.

00:24:23: Dafür braucht es ein neues Verständnis – denn so war's bisher!

00:24:27: Deutschland hat eine lange Geschichte hervorragender Entwicklungszusammenarbeit.

00:24:33: Doch auf der einen Seite wurden im Rahmen dieser Zusammenarbeit Chancen eröffnet und auf der anderen Seite wurde gleichzeitig über jede Form von Technologietransfer verhandelt und dagegen gearbeitet.

00:24:45: Verhandelt wurde über ein System des geistigen Eigentums, das uns im globalen Süden daran hinderte, eine eigene Industriepolitik zu entwickeln Während ihr selbst über einen europäischen Green Deal gesprochen habt, während ihr selbst eine starke Autoindustrie hattet.

00:25:02: Und genau das wollen wir jetzt auch!

00:25:05: Wenn ihr eine Partnerschaft mit uns wollt, dann denkt nicht in sie los – helft uns zuerst die Barrieren abzubauen, die wir als Hindernisse für echte nachhaltige Entwicklung sehen.

00:25:16: Dann können wir über Bereiche wie Energie sprechen, denn dort gibt es aus meiner Sicht sehr viel was wir gemeinsam tun

00:25:23: können.".

00:25:24: Die Präsident Buric gesagt hat, solange wir auch Wertschöpfung schaffen und nicht nur das letzte Glied in der Kette sind von dem am Ende die reichen Länder profitieren.

00:25:35: Es braucht also stärker ein Umdenken wie wir gegenüber Partnerländern auftreten und wie wir mit ihnen verhandeln.

00:25:43: Ulamida Avambola Gründer und Direktor des Africa Policy Research Institute hat sehr konkret aufgezeigt, wie dann afrikanische Regierungen zum Beispiel ihre Partner auswählen und welche Interessen und auch Bedarfe dabei ihnen eine Rolle spielen.

00:26:07: Oft sind es nicht die Länder, die um Afrika werben.

00:26:10: Vielmehr sind es afrikanische Staaten, die gezielt nach Partnern suchen mit denen sie an ganz konkreten Themen zusammenarbeiten können.

00:26:17: China etwa kommt nicht in ein afriikanisches Land und sagt hey ich möchte das mit euch machen!

00:26:21: Stattdessen gibt es einen Austausch zwischen der Regierung des jeweiligen Landes und einer chinesischen Behörde.

00:26:27: Wenn ein afrikanischer Staat also große Infrastrukturprojekte bauen, etwa in Solarpark errichten oder seine Wirtschaft mit Investitionen und Infrastrukturentwicklung transformieren will dann schaut er dafür oft nach China.

00:26:39: Afrikanische Regierungen sind beim Suchen nach Partnern häufig sehr aktiv.

00:26:43: Sie kommen nach Deutschland, sie kommen auf europäische Staaten zu und bekommen dann oft zu hören Ja wir sprechen über Global Gateway oder ja wir sprechen darüber wie wir euch noch stärker unterstützen können.

00:26:54: Genau darin liegt aus meiner Sicht ein Teil des Problems und auch ein Teil der Diskrepanz zwischen dem Anspruch den EuropäerInnen und Deutsche an sich selbst stellen und der tatsächlichen Fähigkeit vor Ort in afrikanischen Ländern etwas zu bewegen.

00:27:07: Ich höre sehr oft von afrikanischen Entscheidungsträgern und Politikerinnen und Politikern, wir wollen mit Deutschland nicht über Entwicklung reden.

00:27:15: Wir wollen mit Europa nicht über Entwicklungssprechen.

00:27:17: Wir werden über Investitionen reden, denn Entwicklungsgespräche sind oft sehr einseitig.

00:27:23: Solche Gespräche können aber nur dann wirklich auf Augenhöhe geführt werden wenn beide Seiten ausreichend Ressourcen mitbringen – genau das ist häufig nicht der Fall!

00:27:34: In einer gemeinsamen neuen Studie mit GermanModsch haben wir uns kürzlich angeschaut, wie dann die EU eigentlich in Ländern im globalen Süden mit China bei der Energiewende interagiert.

00:27:47: Und das Interessante war dass die gerechtesten Ergebnisse erzielt wurden wenn die Empfängerländer selber als strategische Akteure auftraten also sie sehr stark für sich identifizieren haben was brauchen Sie?

00:28:00: und diese Partnerschaft nach auch Ihren eigenen Vorstellungen gestaltet Und das hat dann zu besseren Ergebnissen geführt, als wenn sie sich einseitig auf eine der beiden Mächte verlassen.

00:28:11: Den Link zu dieser Studie, die auch darüber hinaus noch sehr viele interessante Erkenntnisse befördert hat den packen wir in die Schaunauts.

00:28:20: Ja was wir daraus erkennen ist ja dass die Länder des globalen Südens nicht mehr darauf warten quasi gerettet oder ausgewählt zu werden.

00:28:27: Sie wählen selbst und die Partner müssen damit klarkommen.

00:28:31: Genau, und das ist auch was mit dem sich die EU auseinandersetzen muss.

00:28:35: Und wo sie auch überlegen muss, was können denn gute und glaubwürdige Angebote für diese PartnerInnen sein?

00:28:42: Das sind dann eben nicht nur technische Hilfe oder rein transaktionale Deals sondern – das haben wir jetzt mehrfach gehört – es muss echte Wertschöpfung beinhalten, echte Mitverantwortungen und vor allem auch echte Partnerschaften.

00:28:56: Und könnte uns das dann einen Vorsprung gegenüber China verschaffen oder uns zumindest ermöglichen mit China mitzuhalten?

00:29:05: Es würde Europa zumindest helfen, seine Lieferketten abzusichern und sich auch ein Stück weit unabhängiger von China zu machen.

00:29:12: Allerdings darf man dabei nicht vergessen, China ist auch nicht nur ein Konkurrent – es muss als Partner gesehen werden!

00:29:20: Denn wie wir anfangs ausgeführt haben, China ist mittlerweile ein so großer Player in der Energiewende, dass es keinen Weg ohne dieses Land dorthin gibt.

00:29:30: Europa muss also strategisch mit China umgehen können – auch wenn das natürlich eine schwierige Debatte ist die wir führen müssen und die eben angesprochene Studie kommt dabei zu dem Schluss.

00:29:41: des ist eine pragmatische Klimapolitik der EU gegenüber China braucht, wo sie je nach Kontext kooperiert, ergänzt oder eben auch konkurriert.

00:29:52: Und auch Jennifer Morgan hat das in ihrer Rede sehr deutlich gemacht!

00:29:59: Die Beziehungen zwischen der EU und Peking sind von enormen Spannungen geprägt.

00:30:04: Von Tiefen grundlegenden Differenzen bei Marktzugang, kritischen Rohstoffe Menschenrechten und Chinashaltung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

00:30:13: Das sind ernste Fragen, die wir nicht unter den Teppich kehren können Aber es liegt im grundlegendem Interesse Europas sich mit China auseinanderzusetzen.

00:30:22: Ohne eine schnelle Decarbonisierung in China werden die globalen Emissionsminderungen scheitern.

00:30:28: Sie werden scheitert!

00:30:30: Schaut euch nur die Zahlen an, die Klima folgen in Europa und in den am stärksten gefährdeten Ländern während katastrophal.

00:30:37: Deshalb müssen wir einen gemeinsamen europäischen Ansatz finden der dieses derzeit fragmentierte Hauptstadt für Hauptstadtbetriebene Diplomatie Modell hinter sich lässt.

00:30:46: Wir brauchen eine einzige, coherente langfristige China-Strategie.

00:30:55: Auch nannte sie einige Beispiele wie dann diese Strategie genau aussehen könnte?

00:31:01: Zuerst geht es um strategische Autonomie.

00:31:04: Entscheidend welche kritischen Wirtschaftssektoren in Europa produziert werden müssen gestützt auf Politik die vollständig mit dem Pariser Abkommen im Einklang steht Dann kommt der globale Wettbewerb.

00:31:16: Europa muss die Bereiche der sauberen Technologien definieren, in die wir massiv investieren und auf der weltweiten Bühne entschlossen konkurrieren wollen.

00:31:25: Drittens braucht es strategische Interdependenz – Europa sollte auf Investitionen in Europa durch ausländische Direktinvestitionen setzen und vielleicht auch auf Joint Ventures die chinesische Technologie nach Europa bringen.

00:31:39: Und last but not least müssen wir offene, strukturierte Dialoge über Klimaschutz, Energie-Sicherheit und makroökonomische Stabilität aufrecht

00:31:49: erhalten.

00:31:52: Wenn man alles zusammen nimmt dann muss TU im eigenen Haus coherente Handeln dem globalen Süden attraktive Angebote machen und China strategisch einbinden statt es zu meiden.

00:32:05: Richtig?

00:32:06: Genau diese Spannung zwischen dem, was Europa tun müsste und dem, das es dann aber tatsächlich tut.

00:32:13: Das ist eine der prägenden Herausforderungen dieser Zeit.

00:32:18: Und es ist nun an der EU auch zu zeigen, dass sie geschlossen handeln kann und sich auf diesen Weg macht, näher zu bestimmen wie solche Partnerschaften in Zukunft aussehen können.

00:32:29: Und dafür braucht es eine kurrente Strategie und eine Vision.

00:32:34: Es muss eben auch sich überlegt werden, wie kann man mit China umgehen?

00:32:38: Wie kann man das einbinden auf dem Weg hin zu einer globalen Energiewende?

00:32:44: Da ist natürlich dann noch das Element der Unabhängigkeit.

00:32:48: Es war zu Anfang groß Thema ... Wir müssen uns natürlich auch überlegen als Europäerinnen, die ja unsere eigenen Industrie haben und auch unsere Wirtschaft erhalten wollen.

00:32:59: In welchen entscheidenden Technologien wir weiter investieren wollen?

00:33:04: Wo wird die Produktion in Europa halten wollen?

00:33:06: Und wo wir dann aber eben auch bereit sind zu konkurrieren – auch wenn es sein muss – hart mit China?

00:33:13: Nur so können wir am Ende unabhängig bleiben!

00:33:16: Ja, unabhängig bleiben und einen eigenen Weg finden... Guter Punkt zum Schluss.

00:33:21: Danke an dich, Sarah!

00:33:45: Das war's für heute.

00:33:46: Vielen Dank fürs Zuhören, diese Reihe und

00:33:50: alle weiteren

00:33:50: Podcasts der Heinrich Böll Stiftung könnt ihr auf der Podcast-App eurer Wahl abonnieren.

00:33:56: zu Feedback & Kritik schreibt uns gerne eine E-Mail an podcastadböl.de Und empfiehlt uns gern weiter!

00:34:03: Dieser Podcast ist seine Produktion des Audio Kollektiv Autor dieser Folge bei Kevin Kahners.

00:34:10: In der nächsten Folge von Böl Podcast, die in zwei Wochen erscheinen wird, schauen wir auf eine Studie zu Politikstilen.

00:34:18: Mein Name ist Mende Schierker.

00:34:20: bis zum nächsten

00:34:28: Mal!

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