Syrien: Wir sind vielfältig.
Shownotes
Einheit durch Vielfalt? Wie kann Sicherheit und Gerechtigkeit in Syrien für alle hergestellt werden?
„Was wir bisher in Syrien gesehen haben, ist eine Kultur der Straflosigkeit, eine Wiederholung bestimmter Verbrechen. Und wenn diese Kultur der Straflosigkeit nicht angegangen wird, glaube ich nicht, dass wir das Syrien aufbauen können, das wir uns alle wünschen: ein rechtsstaatliches Syrien, mit Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit.“
Razan Rashidi, Aktivistin (The Syria Campaign)
Episodenbeschreibung
Syrien, ein Jahr nach dem Sturz von Bashar al-Assad: Zwischen Hoffnung und neuer Gewalt ringt das Land um Sicherheit, Gerechtigkeit und Zusammenhalt. Menschen in Syrien und in der Diaspora haben unter extremen Bedingungen überlebt, Strukturen aufgebaut und Unrecht dokumentiert. Doch Massaker, Misstrauen gegenüber der Übergangsregierung unter Ahmad al-Sharaa und die Angst religiöser Minderheiten stellen die Zukunft infrage. Wie kann Schutz für alle gelingen? Wie sieht bürgernaher Wiederaufbau aus? Und welche Rolle spielen Frauen jetzt?
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:00) – Nach Assad: Übergangsregierung, neue Konflikte und wie Syrer*innen aus der Diaspora ihre Heimat sehen.
• (00:03:39) – Einheit durch Vielfalt: Identitätsfragen, Minderheiten und die Rolle der Zivilgesellschaft im neuen Syrien.
• (00:07:13) – Wiederaufbau braucht mehr: Gebäude, soziale Strukturen und die Bedeutung von Orten der Begegnung.
• (00:11:02) – Frauen als Rückgrat: Widerstand, Engagement im Exil und der Kampf um gesellschaftliche Teilhabe.
• (00:16:02) – Herausforderungen des Wiederaufbaus: Wohnungsnot, Erinnerungskultur und Einfluss der Bevölkerung.
• (00:20:59) – Rückschritte für Frauenrechte: Alltagsdiskriminierung, Gewalt und juristischer Aufbruch trotz Hürden.
• (00:26:06) – Wissenstransfer & Gerechtigkeit: Wie Exil-Syrer*innen, digitale Räume und deutsche Erfahrung Syriens Zukunft prägen können.
Unsere Expert*innen
Rula Asad • Aktivistin, (Mit) Gründerin des Female Syrian Journalist Networks
Jamshid Hussein • Soziologe und Aktivist für die Rechte der Kurden
Petra Stienen • Strategieberaterin für internationale Beziehungen und Menschenrechte und ehemalige Diplomatin in Syrien
Ahmad al-Mahairy • Architekt, Strategischer Planer, Gründungsmitglied von „Together Space“
Chaghaf Howayek • Architektin, Gründungsmitglied von „Together Space“
Yasmin Merei • Journalistin und Aktivistin
Razan Rashidi • Geschäftsführerin „The Syria Campaign“
Joumana Seif • Juristin, ECCHR
Autorin der Folge: Bettina Ritter
Host: Lukasz Tomaszewski
Hintergründe auf boell.de
• Aktuelle Artikel und Analysen zu Syrien: [🔗 https://www.boell.de/de/tags/syrien]
• Hintergründe über die Arbeit von Joumana Seif: [🔗 https://www.boell.de/de/anne-klein-frauenpreis-2023-joumana-seif]
Weiterführende Artikel und Quellen
• Seite der Menschenrechtsorganisation The Syria Campaign: [🔗 https://thesyriacampaign.org/]
• Zur schwierigen juristischen Aufarbeitung des Unrechts unter al-Assad: [🔗 https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/syrien-2025/562724/der-syrienkonflikt-und-das-voelkerstrafrecht/]
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Grafik: Public Domain by Ahmed akacha, Bearbeitung: hbs, alle Rechte vorbehalten.
Transkript anzeigen
00:00:06: Die Übergangsregierung und hoffentlich bleibt es nur eine Übergangsregierung steht sich gerade selbst im Weg, weil sie nicht das Gefühl vermittelt dass Gerechtigkeit geschaffen wird.
00:00:19: Derzeit herrscht eher das Gesetz des Stärkeren.
00:00:22: von Anfang an war das wie selbstverständlich als sei das ganze Morgen nur einer Art Kuliteralschaden der sich zwangsläufig ergibt.
00:00:30: bei so einer Befreiung Durch die neuen Machthaber und die Art, wie dann die Übergangsregierung gebildet wurde sind aus meiner Sicht Rechte verletzt worden.
00:00:43: Es ist ein Jahr her das Diktator Bashar al-Assad aus Syrien geflohen ist – genauer vierzehn Monate!
00:00:51: Die Nachricht vom achtem Dezember.
00:00:53: zwanzig vierundzwanzig versetzte Syrerinnen und Syreramland aber auch in der Diaspora in Euphorie.
00:01:00: Viele Vertriebene wollten so schnell wie möglich zurück in die Heimat.
00:01:04: Viele waren erleichtert und dachten auch, so schlimm kann es nicht werden!
00:01:09: Allerdings unter der Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Sharah gibt es wieder bewaffnete Konflikte – bis heute gab's sogar mehrere Tausend Tote.
00:01:21: Wie schauen Syrerinnen, Syrer und AktivistInnen in Deutschland auf ihr Heimatland?
00:01:27: Was denken sie?
00:01:29: Was es braucht, damit Syrien ein geeintes friedliches Land werden kann.
00:01:34: Darüber wurde Ende Januar in der Heinrich-Ball Stiftung diskutiert unter dem Motto – Syrien wir sind vielfältig!
00:01:41: Ich
00:01:42: bin Wukasz Tomaszewski Hallo!
00:01:55: Für den Podcast war meine Kollegin Bettina Ritter vom Audio-Kollektiv dabei.
00:02:02: Der ehemalige Diktator Al-Assad ist nach Moskau geflohen, das ist jetzt vierzehn Monate her.
00:02:09: Seitdem ist in Syrien ziemlich viel passiert – vielleicht bringst du uns erstmal auf den neuesten Stand!
00:02:15: Ja, also du hast schon gesagt.
00:02:17: Die Übergangsregierung unter Al-Sharah war an verschiedenen Konflikten beteiligt.
00:02:24: Im März, im Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig gab es Auseinandersetzungen nachdem es einen massiven konzentrierten Übergriff alter Asadgetreuer auf Sicherheitskräfte der Übergangsregierung gegeben hatte.
00:02:38: In diesem Kampf wurden auch allervietische Zivilisten und zivilistinnen Opfer viel geleiteter gelöste, muss man sagen.
00:02:47: Außerdem gab es Konflikte mit den Drusen – das ist eine weitere Minderheit im Land und der größte Konflikt ist zwischen Truppen der Übergangsregierung und dem kurdisch dominierten SDF-Milizen.
00:03:01: Das sind die demokratischen Kräfte Syriens.
00:03:04: Da gab es Kämpfe in Sueida im Süden und auch im Nordosten.
00:03:09: Und vor diesen Auseinandersetzungen gab es monatelang Verhandlungen über den Status der jeweiligen Regionen, die Kurden kämpfen für Autonomie in der Verfassung verbriefte Rechte und sprachliche und kulturelle
00:03:24: Anerkennung.".
00:03:25: Also, in Syrien ist es auch gut ein Jahr nach dem Ende des Unrechtsregimes von Al-Assad alles andere als friedlich.
00:03:34: Und das geht nach wie vor um die Rechte der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
00:03:39: Genau!
00:03:40: Und die Veranstaltung wollte Syrer und Syrerinnen zusammenbringen, die diskutieren was es braucht damit alle in Frieden miteinander leben können.
00:03:50: Statt Vielfalt versus Einheit, Einheit durch Vielfald unter Assad und seiner Badpartei war diese Vielfalth dieses Mosaik der Identitäten ja systematisch zerschlagen worden – die Journalistin, Aktivistin Syrian Journalist Networks Rula Assad, sagte aber das Vielfalt von Anfang an Teil des revolutionären Selbstverständnisses war.
00:04:22: Ich denke, von ersten Augenblick der Revolution an haben wir gesagt Wir sind nicht nur eine einzige Farbe.
00:04:29: Also wir sind vielfältig.
00:04:31: Zehn Jahre oder vielleicht schon vierzehnt, fünfzehn, bald sechzehn Jahre haben wir dafür gekämpft und wenn ich wir sage dann meine ich damit die feministische Bewegung Die Frauenbewegungen, die Zivilgesellschaft alle Bewegungen die sich für Freiheiten einsetzen.
00:04:48: Wir sind eine bunte Mischung.
00:04:50: Ich glaube, das ist heute mehr denn je unser
00:04:52: Kampf.".
00:04:53: Weil der Diskurs, der jetzt geprägt wird, wieder versucht, eine Dichotomie zu schaffen – ein wir gegen ein ihr!
00:05:00: Ja er versucht sogar, dass wir in Frage zustellen.
00:05:08: Also die Zivilgesellschaft kann die Pluralität durchaus ertragen aber die Politik also Übergangspräsident Al-Sharah und seine Regierung die instrumentalisieren diese verschiedenen Identitäten.
00:05:22: Genau, ähnlich äußerte sich auch der Soziologe Jamshi Tussain.
00:05:27: Er sagte als Kurde habe er sich unter Assad – und jetzt immer nur für kurze Momente in Syrien zu Hause gefühlt!
00:05:36: Und er hat dafür geworben dass die Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe eine Einheit nicht im Weg stehen muss….
00:05:44: Ich glaube, so mit lokalen Identitäten und dieses Vielfalt aller Witten oder Kurden oder Sunniten oder Dosen.
00:05:51: Dass diese lokale Identität auch hervorkommen ist überhaupt kein Problem.
00:05:57: im Gegenteil sie sollten Platz haben und darüber zu reden auch weil Assad-Regime hat dass das alle Identitäten nach ihrer Ideologie sozusagen geformt und in einer Richtung sozusagen geführt.
00:06:12: Suryan steht vor eine große Herausforderung, eine neue Identität herauszubilden.
00:06:17: Und ich nehme an das ist jetzt so.
00:06:20: die große Frage also dieses wie?
00:06:22: Wie kann eine neue identität gebildet werden?
00:06:26: Ja, das stimmt.
00:06:27: Die Moderatorin des Abends Petra Stienen hatte ein paar Ideen dazu – sie hat als niederländische Diplomatin in Syrien gearbeitet und hat angeregt erst einmal zu akzeptieren dass jeder und jede seine oder ihre eigene emotionale Wahrheit hat und das respektvoll damit umgegangen werden müsse, auch wenn die eigene Erinnerung oder Wahrheit eine ganz andere ist.
00:06:52: Sie erzählte von einem Treffen mit Syrerinnen und Syrern im vergangenen Jahr.
00:06:57: Das Thema war der Wiederaufbau des Landes Und dabei ging es eben nicht nur um die Hardware also die Infrastruktur wie Stromversorgung Straßen- oder Müllabfuhr.
00:07:13: Sie sagten nämlich zum Beispiel, wir brauchen Orte der Begegnung.
00:07:17: Denn wir müssen uns jetzt kennenlernen!
00:07:19: Wir brauchen Parks und Spielplätze.
00:07:22: Wir brauchen Bibliotheken und Kulturzentren.
00:07:25: Es geht um den Wiederaufbau von Gebäuden aber wir reden auch von der Software die gebraucht wird für das was ich als den Wieder-Aufbau des sozialen Gewebes bezeichnen
00:07:41: möchte.
00:07:46: Also der Wiederaufbau des sozialen Gewebes.
00:07:49: Ein ziemlich gutes Bild!
00:07:51: Ja, das fand ich auch.
00:07:52: Wie übrigens konkret auch die Architektur dabei helfen kann – das war auch noch Thema aber davon erzähle ich später.
00:07:59: Da bin ich schon mal sehr gespannt.
00:08:01: Aber erstmal weiter die Frage wie kann Einheit durch Vielfalt entstehen?
00:08:07: Genau, man kann glaube ich sagen ein pluralistisches Syrien braucht die Anerkennung vieler Identitäten ohne sich irakisch oder sicherheitspolitisch zu ordnen.
00:08:18: Ganz wichtig ist das wurde auch klar – dass das Leid, das unter Assad geschehen ist anerkannt werden muss!
00:08:25: Eine systematische Aufarbeitung durch die neue Regierung gibt es allerdings nicht.
00:08:30: Rula Assad sagte, dass sogar das Gegenteil der Fall ist….
00:08:38: Die Übergangsregierung – und hoffentlich bleibt es nur eine Übergangsregierung – steht sich gerade selbst im Weg, weil sie nicht das Gefühl vermittelt, dass Gerechtigkeit geschaffen wird.
00:08:48: Derzeit herrscht eher das Gesetz des Stärkeren.
00:08:51: Von Anfang an war das wie selbstverständlich als sei das Ganze morgen nur einer Art Kuliteralschaden der sich zwangsläufig ergibt bei so einer
00:09:00: Befreiung.".
00:09:02: Durch die neuen Machthaber und die Art, wie dann die Übergangsregierung gebildet wurde sind aus meiner Sicht Rechte verletzt worden.
00:09:13: Unter Assad sind mehr als einhunderttausend Menschen verschwunden.
00:09:17: Sie wurden eingesperrt, gefoltert und sind bis heute eben nicht wieder aufgetaucht.
00:09:22: Menschenrecht zu Organisationen und die Vereinten Nationen sprechen von einhundertsechzig- bis einhundredachtzigtausende Menschen Und die neue Regierung hat diese Verbrechen juristisch nicht verfolgt und auch anderweitig nicht aufgearbeitet.
00:09:38: Viele rufen deshalb nach einer Übergangsjustiz, die es bis heute allerdings nicht gibt.
00:09:44: James G. Toussaint bezeichnete eine Übergangjustiz sogar als Erlösung – aber er glaubt nicht dass es sowas unter Alshara geben wird!
00:09:54: Hussein nennt ihn übrigens Al-Jolani, das ist der ehemalige Kampfname von al-Sharah den er als Milizenführer hatte.
00:10:22: umzusetzen innerhalb der syrische gesellschaft damit dieses gesellschaft sich überhaupt sozusagen heilen und weitergehen.
00:10:30: ohne dass das geht nicht
00:10:31: also ohne anerkennung von leid aufklärungen von verbrechen und ohne dass jemand verantwortung übernimmt bleibt die gewalt also unterschwellig und kann auch irgendwie dann zurückkommen.
00:10:46: Jamshi Tusa'in hat ja die starke Zivilgesellschaft angesprochen.
00:10:51: Wie aktiv ist sie denn gerade nach diesen Verletzungen und Narben, die in den Jahren nach der Machtengreifung Asserts und auch im vergangenen Jahr so passiert sind?
00:11:02: Ja, überraschend stark.
00:11:04: Vor allem die Frauen.
00:11:06: Die haben in den Jahren des Bürgerkriegs eine unheimliche Resilienz entwickeln müssen.
00:11:11: Auf sie komme ich gleich nochmal.
00:11:13: Dann kommen drei wirklich beeindruckende Frauen zu Wort, die sich enorm für Gesellschaft und Justiz engagieren.
00:11:19: Aber erst mal will ich über den Wiederaufbau berichten das was Petra Steen die Hardware genannt hat.
00:11:26: Die wird nämlich teilweise auch zivilgesellschaftlich organisiert zum Beispiel durch einer der Initiatoren ist der Architekt Ahmed Al-Mahairi.
00:11:42: Wir haben uns zum ersten Mal, in Tripoli im Nord Libanon getroffen.
00:11:47: Wir waren zwanzig syrische Architektenen und Architekten – Stadtplanerinnen und Stadtplanern.
00:11:53: Dort begann unsere gemeinsame Reise, der Aufbau unserer Initiative Together Space.
00:11:58: wir wollten über Wiederaufbausprechen und darüber, wie wir als syrische Architektinnen und Planer gemeinsam arbeiten können um räumliche Gerechtigkeit und räumliche Qualität zu erreichen nach dem Regime und im Prozess des Wiederaufbaus.
00:12:15: Räumlich Gerechtigkeits- und Räümliche Qualitäten
00:12:19: was
00:12:19: muss ich mir genau darunter vorstellen?
00:12:21: Das hat die Architektin Sharafa Wajak erklärt.
00:12:25: Sie ist ebenfalls Mitgründerin von Together Space und sie war erst kürzlich in Damaskus, um die Situation vor Ort anzusehen und dort mit Menschen zu sprechen.
00:12:40: Wir haben viel über räumliche Gerechtigkeit gesprochen und darüber was Menschen darunter verstehen Zugang zu Infrastruktur, zur Bildung, zu sicheren Räumen auch in Bezug auf Gender für Frauen.
00:12:52: Für alle Menschen.
00:12:53: Zugang zum öffentlichen Räum zu Orten an denen sich Gemeinschaften treffen.
00:12:58: All das haben wir erst mal auf einer konzeptionellen Ebene diskutiert und wir stehen dabei immer noch ganz am Anfang.
00:13:05: Wir müssen noch viel mehr von diesen Gesprächen führen.
00:13:10: Vielleicht noch ein paar Infos zur Vorgeschichte.
00:13:13: Seit den Architekten und Raumplanern jedes Jahr getroffen haben sich die Architektin unter anderem in Berlin, im libanesischen Tripoli und in Sarajevo alle Städte, die nach Kriegen wiederaufgebaut wurden.
00:13:30: Im vergangenen Jahr gab es dann einen ersten Workshop in Damaskus – und das war sehr aufregend, erzählt Ahmed Al Mahairi.
00:13:38: In erster Linie ging es darum den Menschen vor Ort, aber auch mit jungen Raumplanerinnen und Architekten frisch von der Uni in den Austausch zu kommen.
00:13:51: Wir hatten zweiundfünfzig Jahre der Unterdrückung.
00:13:53: In dieser Zeit konnten wir die Dinge nicht selbst in die Hand nehmen – wir konnten keine aktiven Bürgerinnen und Bürger sein!
00:13:59: Jetzt im Moment des Wandels müssen wir uns fragen wie können wir den Dialog ermöglichen?
00:14:04: Wie können wir partizipative Planungsprozesse
00:14:07: fördern?".
00:14:08: Wie können wir über die Zukunft sprechen und diesen Dialog überhaupt erst beginnen?
00:14:12: Ich habe besonders bei der jungen Generation eine große Begeisterung erlebt.
00:14:16: Als wir gesagt haben, ihr müsst keine Zeichnungen machen, sprecht einfach über eure Ideen – über eure Geschichten!
00:14:23: Da war eine enorme Offenheit und ich glaube genau darin liegt eines der stärksten Werkzeuge für die Zukunft um unsere Zukunft gemeinsam aufzubauen.
00:14:33: Okay, es geht also erst mal darum zu erfahren was die Menschen vor Ort
00:14:37: brauchen.
00:14:38: Genau einmal das!
00:14:40: Denn die Menschen, die zurückkehren, brauchen v.a.
00:14:43: Wohnraum – derzeit gibt es davon zu wenig.
00:14:46: Sharaf Hawaii hat berichtet dass viele Rückkehrer sogar in Zelten leben.
00:14:51: Also ich finde es erschütternd.
00:14:53: manche Gegenden sind so zerstört offensichtlich dass die Menschen gar nicht mehr wissen wo ihr Haus einmal stand.
00:15:03: All das zeigt auch, wir brauchen mehr als zehn vielleicht zwanzig Jahre um diese Leben wieder aufzubauen.
00:15:10: Es geht nicht darum ein Gebäude neu zu errichten.
00:15:13: es geht darum ein ganzes Leben und das Wohlbefinden der Menschen wieder herzustellen.
00:15:18: Viele wissen heute nicht einmal, wo ihre Häuser sind oder waren.
00:15:23: Es gibt massive Probleme im Bereich Wohnen und Landbesitz.
00:15:27: Manche haben den Zugang zu ihrem Eigentum verloren.
00:15:30: Deshalb gibt es Arbeit auf vielen Ebenen – nicht nur in der Stadtplanung.
00:15:35: Syrien ist keine leere Fläche wie Dubai.
00:15:38: Dieses Land trägt eine jahrtausend alte
00:15:41: Identität.".
00:15:44: Ja, Scharaf bringt da den Vergleich mit Dubai.
00:15:47: Weil diese Stadt in denen vereinigten arabischen Emiraten ja praktisch aus dem Nichts gebaut werden konnte – weil wie sie sagte, da eben eine Desert ist und eine Büste.
00:15:57: In Syrien ist das nicht möglich.
00:15:59: Dazu hat sie noch ein beeindruckendes Beispiel erzählt.
00:16:07: In Jobar zum Beispiel haben Menschen protestiert, weil sie wollten dass die Tunnel erhalten bleiben.
00:16:13: Die sie während der Revolution gebaut haben Orte in denen Sie sich versteckt haben.
00:16:18: Heute protestieren sie dagegen das diese Tunnel zerstört werden Weil sie sagen Das ist Teil unserer Identität.
00:16:28: Die Tunnel, um die es hier geht, da müssen wir ein bisschen ausholen.
00:16:30: Das erklären im Stadtteil Jobar und dem ganzen Umland von Damaskus.
00:16:36: Die wurden ja gegraben als das Gebiet nicht mehr von Assad kontrolliert wurde.
00:16:41: Man hatte damals alles untertunnelt weil man sich eigentlich vor den Hecken schützen ... nicht mehr oberirdisch bewegen konnte, ohne sein Leben praktisch zu riskieren.
00:16:52: Und diese Tunnel waren Schutz und die sind deswegen mit dem Stolz des Widerstands assoziiert und als solche möchte man sie einfach bewahren.
00:17:00: Das ist also der Wunsch der Betroffenen, der Überlebenden könnte man auch sagen.
00:17:05: das heißt Die Arbeit von Together Space ist auch den Menschen vor Ort wirklich intensiv zuzuhören.
00:17:14: Finden denn diese Wünsche auch Eingang In dieser Raumplanung?
00:17:18: Ja, das stellt sich offenbar als sehr schwierig dar.
00:17:22: Sharaf hat erzählt die Behörden in Syrien sind nicht wirklich offen für diese Art der Arbeit.
00:17:31: Es ist nicht einfach, über solche Konzepte zu sprechen.
00:17:34: Es ist ein langer Prozess, ein langen Kampf.
00:17:37: Sie sind nicht offen für diese Ideen.
00:17:39: Es
00:17:39: geht mehr darum, woher das Geld kommen soll – wer kümmert sich schon um die Leute und was sie wollen?
00:17:44: Wir müssen wirklich schnell handeln denn die Zeit läuft uns davon!
00:17:48: Wenn der Wiederaufbau jetzt beginnt und wir anfangen, überall in Damaskus' Luxutürme wie Trump-Towers hochzuziehen, dann verlieren
00:17:56: wir.".
00:17:57: Deshalb müssen wir jetzt aktiv werden.
00:18:02: Also Scharaf weiß darauf hin, dass es wirklich dringend ist und Ahmet Almahayri betont noch einen anderen Aspekt der beim Wiederaufbau seiner Ansicht nach eine wichtige Rolle spielen sollte.
00:18:17: Unser Kampf besteht heute darin, den Wiederaufbau als ein Prozess der Versöhnung zu begreifen und darin staatliche Institutionen und die Zivilgesellschaft davon zu überzeugen dass der Mensch im Zentrum dieses Prozesses stehen muss.
00:18:29: Wir wollen keinen Wiederaufbauch, der von politischen Agenten bestimmt ist.
00:18:33: er muss den Bedürfnissen der Syrerinnen und Syrer dienen und dazu beitragen die Spaltung zu überwinden, die unser Land prägt muss mitmachen.
00:18:47: Also hier ein Aufruf an die Zivilgesellschaft und auch einen Aufruft zur Versöhnung, der auch im ganz konkreten Wiederaufbau des Landes stattfinden soll.
00:18:57: Wir wollen jetzt noch mal über die Frauen sprechen auf sie zurückkommen.
00:19:00: Du hattest gesagt Sie waren die vergangenen fünfzehn Jahre lang das Rückgrat des Landes.
00:19:06: Was ist Ihre Stellung heute unter der neuen Regierung?
00:19:11: Ja genau.
00:19:11: Die Frauen waren ja in den Jahren des Kriegs eigentlich die allein Verantwortlichen dafür, dass zu Hause aber auch eben in der Gesellschaft und in den Communities, aber auch in der Wirtschaft alles weiter gelaufen ist.
00:19:25: Die Männer waren ja oft verschwunden, verhaftet vom Assad-Regime eingezogen oder sie haben auch nach Möglichkeiten für die Familie gesucht das Land zu verlassen.
00:19:37: Aber auch die Frauen, die Syrien verlassen konnten, haben sich aus dem Exil heraus stark engagiert.
00:19:43: eine von ihnen ist Rasan Rashidi.
00:19:46: Sie ist die Geschäftsführerin der NGO The Syria Campaign, die sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie in Syrien einsetzt.
00:19:56: Ihr ist es ganz wichtig dass die syrischen Frauen auch jetzt nach Assad maßgeblich am Wiederaufbau Syrians beteiligt werden müssen!
00:20:08: Diese Menschen haben Wissen.
00:20:09: Wir haben Juristinnen, wir haben Ärzte, wir auch Technikerinnen und Techniker, Menschen die ganz normale tägliche Arbeiten machen Und all diese Menschen haben eine Vision und den Willen beim Aufbau Syriens mitzumachen.
00:20:27: Ja, Rassan Rashidi betont also nochmal den Willen und auch die Motivation, die es in Syrien aber eben auch bei Syrerinnen und Syrern in Deutschland gibt.
00:20:37: Beide Demokratisierung des Landes zu helfen.
00:20:40: Blicken wir noch mal von oben drauf wie sieht das denn aus eigentlich mit den Rechten von Frauen in Syrin derzeit?
00:20:47: Leider nicht so gut.
00:20:49: Vielleicht kann man sogar von einem Rückfall unter der Übergangsregierung sprechen, das hat die Investigativ-Journalistin und Aktivistin Yasmin Marei
00:20:59: erzählt.".
00:21:04: Die öffentliche Atmosphäre ist für Frauen nicht besonders einladend – das ist klar!
00:21:09: Wir hören Kommentare darüber wie wir aussehen….
00:21:12: Ich persönlich wurde gefragt ob ich verschleiert bin oder Ich wurde eingeordnet als Christian nur weil ich nicht verschleiert bin.
00:21:20: Und ich empfinde es, als sehr persönliche Angelegenheit darüber zu sprechen was meine Konfession ist.
00:21:26: Der Kampf besteht heute darin immer wieder präsent zu sein in Syrien Die Stimme sehr laut zu erheben und zu sagen Es ist unser Recht!
00:21:34: Es ist etwas ganz Grundlegendes zu sagen Wir haben das Recht mit am Tisch zu sitzen.
00:21:43: Ja, und auch Rasan Rashidi hat eine Geschichte erzählt die darauf hinweist dass es eben doch einen Rückschlag gibt was die Stellung der Frauen in Syrien angeht.
00:21:55: Frauen werden in Syrin getötet.
00:21:58: Frauen sind betroffen vom sogenannten Verschwindenlassen.
00:22:02: Dazu eine Geschichte.
00:22:03: Mädchen, die in den Küstenregionen zur Universität gehen nehmen Videos von sich selbst auf, indem sie sagen Mama, Papa ich bin nicht in einen sunnitischen Mann verliebt Ich werde nicht mit ihm weglaufen Denn jedes Mal wenn ein Mädchen aus den Küsteregionen entführt wird lautet das Narrativ Ach, sie ist mit jemandem weggelaufen, den Sie liebt.
00:22:26: Kann man sich das vorstellen?
00:22:28: Das jedes Mal tun zu müssen jeden Tag!
00:22:30: Wenn man zur Universität geht, dass es die Kultur in der wir leben.
00:22:37: Das sind echt unglaubliche Geschichten und ich finde auch gerade Bettina ganz ehrlich, man hat an dem Beben der Stimme gemerkt wie sehr sie das berührt mitnimmt, dass die Polizei ihren Job macht und Verbrechen bekämpft ist.
00:22:53: Also wirklich dringend notwendig.
00:22:55: kann man auch sagen wie weit isst man denn da mit?
00:23:00: Und sind Frauen daran überhaupt beteiligt?
00:23:03: Ja, Frauen sind daran beteiligt.
00:23:06: Aber es wird ihnen leider nicht leicht gemacht.
00:23:08: Das hat Jumana Safe erzählt.
00:23:11: Sie ist Juristin, Menschenrechtsaktivistin und ein echtes Schwergewicht beim Kampf um Gerechtigkeit in Syrien – ich glaube das kann man so sagen!
00:23:20: Sie war unter anderem daran beteilig, dass syrischen Kriegsverbrechern hier in Deutschland der Prozess gemacht wurde.
00:23:27: Und unter andermem dafür hat sie auch den Anne Klein-Frauenpreis.
00:23:36: Auf der offiziellen Ebene habe ich das Gefühl, wir befinden uns im besten Fall noch bei den Diskussionen von Zwei Tausend Zwölf über die Präsenz von Frauen.
00:23:46: Warum das wichtig ist?
00:23:47: Über Staatsbürgerschaft, über gleiche Rechte, über das Recht von Frauen auf politische Teilhabe und
00:23:53: Meinungsäußerung.".
00:23:55: Ich hatte das starke Déjà-vu-Gefühl, dieselben Debatten wiederzuführen wie im Jahr zwölf.
00:24:01: Und das habe ich auch deutlich so geäußert!
00:24:03: Wir dachten, wir hätten es eigentlich schon abgeschlossen und jetzt fangen wir wieder bei
00:24:10: Null
00:24:11: an.".
00:24:13: Ja, und trotzdem oder gerade deshalb ist Jumana Safe in Syrien jetzt an vorderster Front am Aufbau der Justiz beteiligt.
00:24:23: Nämlich als Beraterin in der Nationalen Behörde für Übergangsjustiz, in die so viele gerade ihre Hoffnung setzen!
00:24:34: Was mir bei meinen Besuchen in Syrien auch aufgefallen ist, selbst bei Treffen an der juristischen Fakultät sogar mit Anwältinnen und Anwelten sind grundlegende Wissenslücken.
00:24:46: Wir hatten die Möglichkeit durch den Weggang ins Ausland internationale Rechtssysteme das Völkerrecht – das Weltrechtsprinzip, die Mechanismen der Vereinten Nationen Klagewege kennenzulernen waren beim Verfassen von Schattenberichten dabei.
00:25:02: Das war eine Chance für uns, aber viele Juristinnen und Juristen in Syrien kennen zum Beispiel das Universal Periodic Review-Verfahren nicht.
00:25:26: die Menschenrechtslage in jedem Staat auf der Welt überprüft.
00:25:30: Dabei werden bestimmte politische Bereiche gecheckt und auch die Zivilgesellschaft beteiligt sich mit eigenen Berichten über die
00:25:37: Menschenrechtslage.".
00:25:39: Was Jumaner sagt, wenn ich sie richtig verstehe ist das bei den Juristinnen und Juristen in Syrien ein wirklich großer Nachholbedarf da ist was internationale Standards des Rechts- und der Gerichtsbarkeit angeht
00:25:53: Genau.
00:25:53: Und dass die Menschen, vor allem die Frauen, die im Exil waren da jetzt großes Wissen anbieten können das sie eben im Auslande erworben haben.
00:26:03: Schumana veranstaltet in Syrien deshalb auch Weiterbildung.
00:26:09: Ich meine, dass das eine Investition für Syrien ist.
00:26:13: Es sind die jungen Frauen und Männer, die getroffen haben, die lokale Initiativen ins Leben gerufen haben und Menschenrechtsarbeit leisten – Anwältinnen, Menschenreichtsaktivist-Innen, die zu den Familien der Verschwundenen gehen und ihnen sagen, wir helfen euch!
00:26:28: Wir leisten rechtliche Unterstützung.
00:26:30: Sie sind es, die ihre Stimme erheben in Treffen auf Konferenzen auch gegenüber Verantwortlichen, die mutig fragen, warum mit Offenheit und Courage, die wirklich beeindruckend sind.
00:26:44: Courage sagt Schumana also Mut – und den braucht es auch denn Frauen vor allem Aktivistinnen werden häufig angegriffen, vor allem im Internet.
00:26:55: das berichtet Rassan Rashidi.
00:27:01: Ein Thema an dem ich arbeite und dass mir sehr am Herzen liegt ist Desinformation und Falsch-Information.
00:27:08: Und wie digitale Plattform es zulassen, dass Hassrede und Desinformation in syrischen Gemeinschaften die Runde machen?
00:27:16: Wir sehen sehr deutlich, welche Auswirkungen das im realen Leben hat.
00:27:21: Eines der größten Probleme, die wir heute in Syrien sehen ist – wie Falschenformation zu Gewalt im echten Leben führen!
00:27:29: Viele der Probleme, dass wir wegen unseres Aktivismus gezielt angegriffen werden.
00:27:41: Rassan hofft dabei auf die Hilfe von Deutschland, hat sie gesagt.
00:27:46: Hate Speech kommt auch von Syrerinnen und Syrern, die in Europa sitzen – und da kann Deutschland mit dem Europäischen Digital Services Act angreifen!
00:27:58: So kann Deutschland zur Sicherheit von Aktivistinnen und Aktivisten beitragen und Journalisten, die unabhängig berichten, schützen.
00:28:06: Und beim Thema Justiz und Übergangsjustiz hat sie betont, was vor allem Frauen wichtig ist, die den Bürgerkrieg in Syrien überlebt haben.
00:28:17: Ich möchte unbedingt die Stimmen der Frauen hervorheben mit denen ich jeden Tag arbeite – Frauen, die in Syrin gelebt haben und weiterhin in Syrien leben und die vermisste Angehörige
00:28:29: haben.".
00:28:29: Das Thema der Vermissten ist in Syrien extrem zentral, es betrifft fast jede Familie.
00:28:35: Und alle Frauen mit denen wir gesprochen haben und mit denen ich persönlich Kontakt hatte waren sehr klar – Wir wollen Antworten!
00:28:43: Wir wollen Gerechtigkeit!
00:28:45: Und Sie wissen dass sie ohne Antworten und ohne Gerechtigkeit für das was Ihren Angehörigen widerfahren ist nicht weitermachen können.
00:28:54: Das war ihre erste und wichtigste Forderung, trotz einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage.
00:29:04: Razan spricht hier die wirtschaftliche Situation an.
00:29:08: in Syrien leben mehr als neunzig Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze Und die Menschen wissen manchmal gar nicht wie sie sich ernähren sollen.
00:29:17: Die
00:29:18: Preise sind unheimlich gestiegen
00:29:20: Das stimmt und trotzdem sind sie super motiviert, ein neues Syrien aufzubauen.
00:29:26: Offensichtlich gibt es einen großen Willen!
00:29:29: Assad ist
00:29:35: nicht weg wegen einer elf-tage dauernden Militäroperation, die von einer bestimmten bewaffneten Gruppe durchgeführt wurde – die früher HTSIs.
00:29:45: Assad ist weg weil Millionen syrischer Menschenrechtsverteidiger, Aktivistinnen und Aktivisten, Juristinnen oder Journalisten sich eingesetzt
00:29:54: haben.".
00:29:55: Schneider, die alles zurückgelassen haben um Kinder aus den Trümmern zu retten.
00:29:59: Lehrerinnen, die weiter Unterricht organisiert haben in Klassenräumen unter der Erde und ja... Ich mache mir Sorgen, weil es heute in der internationalen Gemeinschaft eine Tendenz gibt wieder patriarchale Abkommen zwischen Männern zu schließen.
00:30:14: Sie verfolgen sehr kurzfristige Strategien ohne über die langfristigen Auswirkungen von politischen und politisierten Strategien auf die Zukunft des Landes
00:30:24: nachzudenken.".
00:30:31: Ich höre erstmal ziemlich viel stolz in Zufallsicht raus, was sozusagen die Opposition über Jahre hinweg geschafft hat.
00:30:39: Wenn es auch um die syrische Bevölkerung geht aber auch ziemlich viel Skepsis, was die Machthaber, die aktuelle Regierung angeht.
00:30:47: kann Deutschland von außen irgendwie helfen?
00:30:49: beim Nation Building?
00:30:51: Ja schon!
00:30:52: Auch weil Deutschland eben Kriegserfahrungen hat.
00:30:56: Rasan hatte auf jeden Fall Hoffnung.
00:31:01: Ich denke, Deutschland hat die Möglichkeit Erfahrungen weiterzugeben.
00:31:05: Vor allem beim Thema Gerechtigkeit und Übergangsjustiz.
00:31:09: Denn was wir bisher in Syrien gesehen haben ist eine Kultur der Straflosigkeit – eine Wiederholung bestimmter Verbrechen!
00:31:17: Und wenn diese Kultur der Straflosigkeit nicht angegangen wird, glaube ich nicht dass wir das Syrien aufbauen können, ein rechtsstaatliches Syrien mit Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit.
00:31:39: Mit
00:31:54: dieser Folge endet auch diese Staffel.
00:31:57: Und am zwölften März geht es schon wieder weiter mit einer neuen Staffel, dann geht es um das Thema Sicherheit und Verteidigung im hybriden Zeitalter und um die Frage ob das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
00:32:12: All das wurde diskutiert auf der sechsten zwanzigsten außenpolitischen Jahrestagung der Heinrich-Böll-Stiftung.
00:32:18: Diese Reihe und alle weiteren Podcasts könnt ihr auch auf der Podcastapp Eurer Wahl abonnieren!
00:32:26: Für Feedback und Anregungen schreibt uns gerne eine Mail an podcastatböl.de und empfiehlt es gerne weiter.
00:32:33: Mein Gast war heute Bettina Ritter vom AudioKollektiv, ich bin euer Host Wokasz Tomoszewski
00:32:45: Der Podcast der Heinrich Bayer Stiftung.
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