Konzernatlas 2026: Das Sterben des Bäckereien-Handwerks (3/3)
Shownotes
Die Zahl der Betriebe im Lebensmittelhandwerk ist seit dem Jahr 2000 in Deutschland um 40 Prozent zurückgegangen. Ein Beispiel ist die Herstellung von Brot: Von den Getreidemühlen bis zum Verkauf ist die Lieferkette von Brot inzwischen extrem konzentriert, viele Betriebe müssen aufgeben.
Zitat der Folge
„Die größte Handwerksbäckerei in Deutschland ist Edeka. Also EDEKA hat zahlreiche familiengeführte Unternehmen aufgeführt und sie gehen da rein. Und da steht jetzt nicht Edeka-Bäckerei drüber, sondern meinetwegen Dallmeyers in Schleswig-Holstein. Dallmeyers ist eine Bäckerei, die finden Sie in Schleswig-Holstein, viele Filialen, gehört aber Edeka. Und hat in den letzten Jahren immer mehr Betriebe aufgekauft, und über den Daumen sind das 3000 Filialen in Deutschland, also die zur Edeka-Gruppe gehören.“ Anke Kähler, Bäckermeisterin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Die Freien Bäcker
Episodenbeschreibung
In der dritten Folge des Böll Podcasts zum Konzernatlas 2026 sprechen wir mit einer politisch aktiven Bäckermeisterin und zwei Wissenschaftler*innen zur Krise des Lebensmittelhandwerks in Deutschland, am Beispiel von einem deutschen Lebensmittel: Brot. Wir erfahren, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Treiber hinter der extremen Marktkonzentration bei Mühlen und Bäckereien waren und welche Folgen der enorme Preisdruck auf kleine Handwerksbetriebe hat.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00:03) – Konzernatlas 2026: Lebensmittelindustrie und Marktmacht: Einführung in Oligopole von Produktion bis Supermarkt
• (00:01:56) – Essen, Preise und Kultur: Warum Lebensmittel mehr sind als Ware
• (00:02:28) – Bäckereihandwerk unter Druck: Brotkultur, Tradition und das Sterben kleiner Betriebe
• (00:08:02) – Mühlenkonzerne und Rohstoffmacht: Wie wenige Großmühlen Preise und Produktion bestimmen
• (00:12:52) – Bäckereiketten statt Handwerk: Verdeckte Übernahmen und Marktkonzentration
• (00:14:45) – Vertikale Integration im Lebensmittelmarkt: Edeka, Agrofert und Kontrolle ganzer Wertschöpfungsketten
• (00:18:01) – Konzernmacht und politische Einflussnahme: Agrofert, Andrej Babiš und EU-Agrarpolitik
• (00:24:26) – Fazit: Vielfalt oder Konzernkontrolle?: Was Politik, Wirtschaft und Verbraucher jetzt ändern müssten
Unsere Expert*innen
Anke Kähler • Bäckermeisterin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Die Freien Bäcker
Prof. Dr. Arnim Wieck • Leiter der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Freiburg
Sophie Buckwitz • Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Freiburg
Autor der Folge: Peter Kreysler
Host: Lukasz Tomaszewski
Hintergründe auf boell.de
• „Konzernatlas 2026 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie“, herausgegeben von Heinrich-Böll-Stiftung, BUND und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre: [🔗 https://www.boell.de/konzernatlas]
• Heinrich-Böll-Stiftung: 3-teilige Story „Geschichten um Brot: Von Backkunst, Aufständen, Macht und Preisen“: [🔗 https://www.boell.de/de/geschichten-vom-brot-von-backkunst-aufstaenden-macht-und-preisen]
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Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Emily und Lukasz jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.
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Grafik: © STOCKMAR+WALTER Kommunikationsdesign, Foto: Norman Posselt, Bearbeitung: hbs
Transkript anzeigen
00:00:03: Hallo und herzlich willkommen, ich bin Hoge Stommerschefsky und das hier ist der Podcast zum Konzernatlas.
00:00:09: Der Konzernatlas, es wird gemeinsam herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und dem Dachverband kritische Aktionärinnen und Aktionäre.
00:00:21: Im Konzernatlas geht es darum, wie im Agrar- und Ernährungssektor Odigopole mit ihrer großen Marktmacht bestimmen, wie unsere Lebensmittel produziert werden.
00:00:32: bestimmen, wie viel Geld die Bäuerinnen und Bauern für ihre Produkte bekommen.
00:00:36: Die Konzerne im Agrarsektor haben großen Einflüsse drauf, was auf unseren Feldern angebaut wird.
00:00:42: Auch die Preise, die wir Verbraucherinnen und Verbraucher in den Supermärkten zahlen, werden zunehmend von einer kleinen Gruppe von Supermarktketten bestimmt.
00:00:50: Das alles hat mit einer Marktkonzentration im Bereich der Landwirtschaft, der Lebensmittelproduktion und des Einzelhandels zu tun.
00:00:59: Peter Kreislam, mein Kollege, hat diesen Podcast für uns recherchiert.
00:01:04: Hallo Peter.
00:01:14: Das hier ist Teil drei und wenn ihr interessiert seid, dann hört euch doch auch gerne die Teile eins und zwei an.
00:01:20: Peter, du hast uns ja schon bei den ersten beiden Folgen einen sehr tiefen Einblick in ganz unterschiedliche Sektoren unserer Lebensmittelproduktion verschafft.
00:01:29: Interessant, wie die Unternehmen durch Industrialisierung Stück für Stück ihre Marktmacht auch ausgebaut haben und auch bestimmen können, welche Lebensmittel in welcher Qualität am Ende bei uns auf dem Teller landen.
00:01:42: Und ich Ich glaube, was auch viele von uns überrascht und auch aufregt, ist irgendwie, wie sie den Preis bestimmen können und selbst in Krisenzeiten dabei sehr gut verdienen.
00:01:53: Und das hat Folgen für viele von uns.
00:01:56: Ja, das stimmt.
00:01:57: Sechzig Prozent der Deutschen achten inzwischen, so zumindest das neueste Studien, beim Einkauf aufs Geld.
00:02:03: Das ist in Europa eine sehr hohe Zahl, mit die Höchste.
00:02:08: Aber bei Essen geht es ja um mehr, denn Essen ist ein Teil unserer Identität, Tradition und sogar unserer Kultur.
00:02:15: Das kann ich total unterschreiben.
00:02:17: Essen spielt bei mir auch eine total wichtige Rolle.
00:02:20: Mit Freunden, also Sozialleben, aber natürlich auch für die Gesundheit, das Wohlbefinden.
00:02:25: Also das ist total wichtig.
00:02:28: Genau, deswegen wollen wir uns anschauen, was da passiert.
00:02:56: Das ist eine Atmo einer Bäckerei, genau gegenüber wo ich wohne.
00:03:00: Nach zum Vier geht's hier schon los.
00:03:02: Viele Touristen aus dem Ausland kommen auch wegen unserer reichen Backtradition nach Deutschland.
00:03:07: In ihrer etwas romantischen Vorstellung geht Sauerteig lange in kleinen alten Backstuben, die im Mittealter entstandenen Dörfern liegen oder in unseren städtischen Quartieren.
00:03:19: So wie diese hier meinst du?
00:03:20: Ja, denn auch diese Bäckerei wirbt damit.
00:03:23: Draußen auf dem Schild steht Original Berliner Backtradition seit eighteenhundertneunundsiebzig.
00:03:30: Wow!
00:03:30: Drinnen liegen die Brotgleibe auf schönen, offenen Holzregalen.
00:03:34: Man kann sehen, wie das Brot gebacken wird.
00:03:36: Ja, und Sonntagsmorgen stehen die Menschen hier Schlange, um frische Brötchen zu kaufen.
00:03:41: Also total traditionelles Bäckerhandwerk und einfach... Gar keine Industrie war, oder?
00:03:48: So wirkt es zumindest.
00:03:49: Und tatsächlich ist es ein relativ kleiner Betrieb.
00:03:53: Ich habe Anke Kehler in einer anderen traditionellen Bäckerei in Kreuzberg getroffen.
00:03:59: Sie ist Bäckermeisterin und kennt die Branche sehr gut.
00:04:02: Ist es nicht so, dass sie auch ein Artikel für den Konzernatlas geschrieben
00:04:06: hat?
00:04:06: Ja, hat sie.
00:04:07: Aber ich wollte mir wissen.
00:04:09: wie es ums Bäckerhandwerk bestellt ist.
00:04:11: Deswegen habe ich sie in einer der Bäckereien getroffen.
00:04:14: Sie leitet auch einen Verein, der heißt Die Freien Bäcker.
00:04:39: aus ökologischem Anbau.
00:04:40: Das ist einfach Grund für Aussetzung und sie verwenden keine Zusatzstoffe, keine Verarbeitungshilfstoffe und nichts.
00:04:46: Sondern traditionell wird ja verstanden, als wirklich, wenn man es mal aufs Brot fokussiert, man nimmt Mehl oder Getreide eben, Mehl, Wasser, Sauerteig, Salz, eventuell Hefe und
00:04:58: kriegt
00:04:59: daraus ein hervorragendes Boot hin.
00:05:01: Und das ist dann sogar von der Deutschen UNESCO-Kommission seit was ich nicht wusste.
00:05:09: Ja richtig, ich habe mich da mal schlau gemacht, heute eine kleine Internetrecherche betrieben und hier auf der UNESCO Webseite, das spricht man dann auch von Deutscher.
00:05:20: Brotkultur, die schützenswert ist.
00:05:23: Ich zitiere.
00:05:25: Deutsches Brot ist nicht nur weltweit beliebt, sondern auch in seiner Vielfalt einzigartig.
00:05:31: Im Bäckerhandwerk, dass die Vielfalt und Qualität des deutschen Brotes über die Jahrhunderte entwickelt und bewahrt hat, leben die alten Traditionen auch heute noch vor Ort.
00:05:41: Wobei neuste Erkenntnisse der Wissenschaft stets in die Herstellung der Backwaren einfließen.
00:05:49: Ja und wenn man einige Zeit vielleicht auch im Ausland gelebt hat, dann vermisst man auch unsere Brotkultur.
00:05:55: Das fand ich auch spannend, deswegen wollte ich von der Bäckermeisterin Kehler wissen, wie es denn um unsere Brottradition steht.
00:06:25: hinterguckt, schwindet diese Kriegenfalt.
00:06:27: Also das heißt, die Verfahren, die dann zu Schwarzbrot, Croissant, Graubrot, zu regionalen Spezialitäten führen, diejenigen, die das machen, die Anzahl der Betriebe nimmt ab.
00:06:40: Das muss man sich angucken und wir haben jahrzehntelang eigentlich das Know-how, was wir hatten, geopfert zu Gunsten des Motos.
00:06:49: Wir müssen es billiger und schneller machen und wir müssen morgens die Bäckerei eröffnen mit zweihundert Produktarten im Angebot.
00:06:56: Das ist natürlich Blödsinn.
00:06:59: Das hat dann dazu geführt, dass es zwar so aussieht wie eine unglaubliche Vielfalt, aber wenn man genauer guckt, ist sie geschwunden.
00:07:07: Okay, also sie spricht hier von so einer Produktionssteigerung, die wir überall erleben.
00:07:13: Also unsere Brotviehfalt ist bereits am verschwinden, könnte man sagen.
00:07:18: Das überrascht mich jetzt erstmal so ein bisschen.
00:07:21: Schade auch eigentlich, finde ich.
00:07:22: Denn ich schätze ja auch, dass Kultur gut brot, wenn ich das... Ja, das soll ich mir einfach mal an das gemeinsame Frühstück mit meinen Kindern denke oder an das gemeinsame Abendbrot.
00:07:33: Also von daher... Es ist ja schon nicht so eine gute Nachricht, wenn Anke Kehler jetzt sagt, dass diese Backkultur auch bei uns in ihrer Vielfalt abnimmt und bedroht ist sogar.
00:07:45: Ja, auch ich hatte eigentlich den Eindruck, es gibt überall doch noch Bäcker, wo es noch auch regionales Brot gibt und was vor allen Dingen auch vor Ort gebacken wird.
00:07:55: Ich habe Kehler einmal gefragt, mir das einmal genauer zu erklären, wie die Situation in dieser gesamten Branche aussieht.
00:08:02: Wenn man genauer hinguckt, dann ist das so, also wir fangen mal beim Rohstoff an.
00:08:06: Der Rohstoff gelangt in die Bäckereien über die Mühlen.
00:08:09: Wir hatten mal neunzehntausend Mühlen in Deutschland.
00:08:11: Wir haben jetzt noch hundertsiebzig oder hundertseinundsiebzig und vier Mühlenkonzerne bestimmen sozusagen
00:08:19: den Markt.
00:08:19: Also, achtzig Prozent über den Daumen geht über die großen Mühlenkonzerne.
00:08:27: Das sind die Akteure, die natürlich auch Preise vorgeben.
00:08:30: Das wirkt sich besonders auf die Preisgestaltung aus.
00:08:33: Das heißt, für kleine, regionale, familiengeführte Handwerksmühlen, die stehen immer im Konkurrenzverhältnis zu großen Industriemühlen, die natürlich Skalierungsvorteile haben, also viel, viel geringere Stückkosten, zumal in den großen Industriemühlen kaum Leute arbeiten.
00:08:50: Also, sie haben deutlich weniger Lohnkosten.
00:08:52: Ja, aber ist es denn überhaupt entscheidend oder wichtig, ob wir jetzt nun mal... diesen Job machen oder Menschen?
00:08:59: Na ja, der Preisvorteil hilft den Großen, sich am Markt noch schneller durchzusetzen.
00:09:03: Und das ist genau der Punkt.
00:09:05: Wir haben eine Situation am Markt, wo die Bäckereien natürlich auch auf den Rohstoffpreiskosten gucken, aber leider nicht reflektieren.
00:09:14: woher niedrige Rohstoffkosten kommen.
00:09:17: Im Moment haben es die Betriebe wirklich schwer, die nachhaltig arbeiten, die sich in der Verantwortung sehen für Boden, Umwelt, Klima, Wasserschutz, die schon sehr weit gegangen sind.
00:09:28: Das sind Biobetriebe, aber auch konventionelle, die aus einer nachhaltigen, regionalen Landwirtschaft beziehen.
00:09:34: Die haben deutlich höhere Produktionskosten.
00:09:37: Ich wollte wissen, ob sie vielleicht mehr eine Größenordnung geben könnte.
00:09:41: Um das deutlich zu machen, Sie können also nachhaltig arbeitende Betriebe geben aktuell den Vierfachenpreis für Weizen aus wie ein Betrieb, der das günstige Mehl einkauft.
00:09:52: Wenn diese günstigen Mehl, was in der Regel aus den großen Industriemühlen kommt, ist es natürlich nicht die Leistung enthalten, die ein Betrieb, der auf wirklich Nachhaltigkeitsfaktoren guckt.
00:10:05: enthalten sind.
00:10:06: Und die Preisspanne von eins zu vier ist schon enorm bei Rohstoffen.
00:10:10: Also eins zu vier ist schon echt krass.
00:10:13: Das ist ja schon wirklich eine erhebliche Preisspanne, wenn man davon ausgeht, dass das Mehl der entscheidende Rohstoff für Bäckereien ist, oder?
00:10:23: Ja, und das zeigt auch Wirkung.
00:10:25: Deswegen sagt Anke Kehler, dass der Übernahmeprozess in der Backbranche zurzeit sehr dynamisch ist.
00:10:31: Die großen Mühlen versuchen sich, um jeden Preis durchzusetzen und gehen da auch ganz strategisch vor.
00:10:38: Ja, mit den Mühlen ist es kritisch.
00:10:40: Wir nehmen jetzt mal die größte Mühlengruppe Gutmilds.
00:10:44: Das ist Europas größte Mühlengruppe.
00:10:46: Das ist eine Mühle.
00:10:48: Aber wenn man guckt, wie ihm die gehört, Gutmilz gehört zu fünfzig, zero, fünf Prozent dem Reifeisen, der Reifeisenholding Wien und dann noch zu dreieißig Prozent ungefähr der Reifeisenbank.
00:11:01: Also Reifeisen, Handelskonzern für Düngemittel und Sackgut und Getreide gehört Europas größte Mühlengruppe.
00:11:10: So, dann weiß man, dass ... Und das eine komplett andere Situation ist wie eine kleine regionale Mühle.
00:11:18: Und wir haben die Situation, wenn wir hier rund um Berlin gucken, in Mecklenburg-Vorpommern, gibt es gar keine Mühle mehr.
00:11:24: Die letzte Mühle, die es dort noch gab, wurde von Gutmills aufgekauft, stillgelegt und in... Also, wir haben verfügt, dass dort nie wieder eine Mühle betrieben werden darf.
00:11:35: Das ist ja völlig absurd.
00:11:36: Ich kann etwas kaufen und dann bestimmt, dass dort nie wieder die Mühle gebaut wird.
00:11:41: Das klingt irre in meinen Ohren.
00:11:43: Aber okay, das ist echt meine Ansage.
00:11:45: Ich habe von Gutmills ehrlich gesagt noch nie was gehört.
00:11:47: Wer ist das überhaupt?
00:11:49: Ist jetzt ein Mehlproduzent, der nicht zu häufig in der Öffentlichkeit auftaucht?
00:11:55: Ich such mal im Netz.
00:11:56: Auf der Website steht... Gutmils ist ein Unternehmen, das seit mehr als hundertundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
00:12:28: Gut, das sind jetzt die Mühlen, aber wie sieht es denn jetzt bei den Bäckern aus?
00:12:32: Also du hast ja von dem Beispiel des Bäckers an deine Ecke gesprochen.
00:12:38: Ja, ich hatte ja zuerst den Eindruck, dass die Bäckerei bei mir an der Ecke ein kleiner, unabhängiger Bäcker ist.
00:12:46: Ja,
00:12:46: das hat sich so angehört, wie du es berichtet hast.
00:12:49: Naja, aber ich muss das revidieren.
00:12:51: Hä?
00:12:51: Wieso das denn jetzt?
00:12:52: Ja, auch die Bäckereien meiner Ecke ist nur ein Teil einer Bäckereikette.
00:12:56: Ich habe mir das einmal angeschaut, wer der Inhaber ist.
00:12:59: Ja, so kann man sich täuschen und lüfte mal das Geheimnis.
00:13:03: Ja, vieles ist nicht so, wie es scheint.
00:13:06: Killer erklärt, dass fast alle auf das Image einer traditionellen, altergebrachten Bäckerei setzen.
00:13:11: Aber man sollte darauf nicht zu viel geben, welches Image sich die Bäckereien im Straßenbild geben.
00:13:18: Oft steckt hinter einem kleinen Bäckergeschäft sogar ein ganz großer Backkonzern.
00:13:22: Auch hier ist die Historie interessant und macht den Trend ganz eindeutig klar.
00:13:27: Jetzt bin ich aber wirklich gespannt, was sie dazu gesagt hat.
00:13:30: Da ist eine ziemliche Dynamik drin.
00:13:31: Also wir haben auch bei den Bäckereien einen Rückgang genauso wie bei den Mühlen.
00:13:35: Wir hatten fünfundfünfzigtausend Bäckereien, neunzehntundfünfzig im Westen.
00:13:39: Wir haben jetzt noch knapp neuntausend, also achttausend, siebenhundert Bäckereien.
00:13:44: Aber
00:13:44: gibt es jetzt wieder diese großen multinationalen Unternehmen, die dahinter stecken, wie schon in den ersten beiden Folgen?
00:13:52: Ja, Bäckermeisterin Kehler hat auch da ein paar Beispiele von Unternehmen genannt.
00:13:57: Ich fand es spannend, denn da tauchen die alten Bekannten auf eine Handelskette, von der wir im zweiten Teil ja viel gehört haben, wie beispielsweise der Einzelhandelskonzern Edeka.
00:14:09: Die größte Handwerksbäckerei in Deutschland ist Edeka.
00:14:13: Also Edeka hat zahlreiche Familien geführte Unternehmen aufgeführt und sie gehen da rein.
00:14:18: Und da steht jetzt nicht Edeka Bäckerei drüber, sondern meintet wegen Dahlmeier in Schleswig-Holstein.
00:14:24: Dahlmeier ist eine Bäckerei, die finden sie in Schleswig-Holstein.
00:14:27: Viele Filialen gehört aber Edeka.
00:14:29: Und Edeka hat in den letzten Jahren immer mehr Betriebe aufgekauft und über einen Daumen sind das dreitausend Filialen in Deutschland.
00:14:37: Also die zur Edeka Gruppe gehören.
00:14:39: Interessant dabei ist, dass Edeka die sogenannte vertikale Integration besonders vorantreibt.
00:14:45: Okay, das klingt jetzt ziemlich sperrig, fast so schlimm wie Sondergutachten aus dem ersten Teil.
00:14:51: Ja, stimmt allerdings.
00:14:53: Okay, vertikale Integration.
00:14:55: Ja, man kann sich das so vorstellen, dass sie versuchen, alle Elemente der Produktion zu besitzen.
00:15:01: Und damit können sie Gewinnmargen erhöhen.
00:15:04: Aber auch Unternehmen der Produktionskette kaufen, um so die Herstellung besser zu kontrollieren.
00:15:10: Edeka kauft gerade auch Molkereien in Mecklenburg-Vorpommern.
00:15:14: Da kann sie natürlich auch Druck auf die Milchbauern ausüben.
00:15:18: Preise und Produktion besser kontrollieren, Gewinne mitnehmen.
00:15:22: Also das ganze Paket, wenn du so willst, es gibt sicherlich auch andere Unternehmen, die man kritisch beleuchten müsste.
00:15:28: Genau, AgroFair zum Beispiel betreibt die vertikale Integration ganz konsequent.
00:15:34: Ich hatte ja über das Unternehmen bereits im Podcast zum Bodenatlas berichtet.
00:15:38: Agrofert betreibt ein Düngewerk in Sachsen-Anhalt und ist der größte deutsche Mineral-Düngehersteller.
00:15:45: Nur eine kleine Rande und jetzt für euch den Link zu dieser Folge, den findet ihr in den Schaunuts, haben wir euch da reingepackt.
00:15:52: Aber zurück zum Thema, was hat ein Düngehersteller nun mit unserem Thema der Bäcker zu tun?
00:15:59: Warte ab, du wirst es gleich erfahren, was Kehla dazu sagt.
00:16:03: Agro-Fert ist ein tschechisches Unternehmen mit zwei Hundert Unternehmen.
00:16:07: gehören zu dieser Agro-Fert-Gruppe, also wie Sie schon gesagt haben, Düngemittelproduktion in Wittenberge.
00:16:13: Daneben steht gleich eine Brotfabrik, die haben Liegen-Urkoren von ein paar Jahren aufgekauft, haben dort einen neuen Standort gebaut, der ist aus dem Bundesland auch subventioniert worden.
00:16:26: und haben die Leute in den alten Produktionsstätten entlassen und haben dort dann wenige Neue eingestellt.
00:16:34: Also eine nicht gerade kluge Nutzung von Steuermitteln, da kaum Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt geschaffen wurden, so wie ich das verstehe.
00:16:42: Vielleicht, was die genauen Beweggründe der Landesregierung Sachsen-Anhalt für die Subventionen damals waren, weiß ich nicht.
00:16:49: Aber Kehla macht klar, dass Agrofert nicht nur wichtig im Mineraldüngermarkt ist.
00:16:55: Ich finde, das ist ein sehr eindrückliches Beispiel für vertikale Integration.
00:17:00: Es
00:17:00: ist natürlich, wenn Düngemittelproduktion und Saatgut und Bäckerei in einer Hand sind, läuft das auch zusammen.
00:17:07: Genau, und die Produkte liegen in jedem Supermarkt.
00:17:10: Also Liegenurkorn ist der zweitgrößte industrielle Backwaren-Anbieter in Deutschland, der größte Harry-Brot und danach kommt Liegenurkorn.
00:17:17: Ich erinnere mich aus dem Podcast zum Bodenatlas, dass du den Inhaber damals auf dem rechtskonservativen treffen, der C-Pack in Budapest getroffen hast.
00:17:28: Genau.
00:17:30: Dass sich Babel damals mit sehr fragwürdigen Äußerungen hervorgetan hat, indem er Brüsseler Eliten...
00:17:39: Ja, das war schon eindrücklich zu erleben, was so Leute sagen, wenn sie glauben, unter seines Gleichen zu sein.
00:17:47: Ich finde den Agrarkonzern Agrofert spannend, weil das Unternehmen vielleicht aufzeigt, womit wir in Zukunft mehr zu tun haben werden.
00:17:54: Wir müssen jetzt aber einmal kurz zurückspulen und nochmal André Barbisch erklären, wer das überhaupt ist.
00:18:01: Ja, gerne.
00:18:01: André Barbisch ist Milliardär und Gründer des Unternehmens Agro-Pferd und auch Parteivorsitzender der AMRO-Partei und war bis zum Jahr zwanzig-einzwanzig Tschechien's Ministerpräsident.
00:18:14: André Barbisch ist gerade seit ein paar Wochen wieder mal zum tschechischen Ministerpräsidenten gewählt worden.
00:18:21: Genau, und hier liegt das Problem, das neben der enormen Marktmacht jetzt auch noch die politische in Zukunft.
00:18:27: Picant ist darüber hinaus, dass die tschechische Regierung von seinem Unternehmen Agrofert hunderte Millionen an Agrarsubventionen zurückfordert.
00:18:37: Also da schien auch nicht alles sauber gelaufen zu sein.
00:18:40: Das ist jetzt ziemlich vorsichtig formuliert und interessant ist auch, dass seine neue Regierung die macht sich stark den Euro abzuschaffen.
00:18:51: Ich zitiere hier mal aus der Zeitschrift Agra heute.
00:18:55: Die tschechische Regierung wird von dem umstrittenen Agro-Fert-Konzern umgerechnet über zweihundert Millionen Euro an Subvention zurückfordern.
00:19:04: Davon alleine einhundertseidig Millionen Euro an EU-Direktzahlungen der gemeinsam Agrarpolitik gab.
00:19:13: Der Rest entfällt auf nationale Beihilfen.
00:19:16: Das hat Landwirtschaftsminister Marek Viburni gegenüber tschechischen Medien angekündigt.
00:19:25: Könnte er denn dann tun in seiner Funktion als tschechischer Ministerpräsident, um den Unternehmen Agrofair zu helfen?
00:19:33: Vermutlich wird das meiner Erfahrung nicht offen und direkt gehen.
00:19:37: Und man muss darauf achten, dass wirklich keine Interessenskonflikte entstehen.
00:19:42: Aber ob das wirklich gelingt, bin ich jetzt erst mal skeptisch.
00:19:45: Also diese Frage wird jetzt aktuell auch gerade geklärt.
00:19:48: Aber erstmal rennen hypothetisch an welcher Stelle könnte er denn überhaupt die europäische Agrarpolitik beeinflussen?
00:19:53: Alle Gesetze der EU müssen am Ende zum Council, also dem Europäischen Rat, wo die Vorschläge der EU-Kommission und des Europaparlaments final von den Regierungschefs der Mitgliedstaaten verabschiedet werden.
00:20:06: Und da kann er entsprechend die Politik lenken, da die meisten Beschlüsse... einstimmig gewählt werden.
00:20:12: Also ein Veto einlegen oder für sich günstige Kompromisse aushandeln.
00:20:18: Wow,
00:20:18: und jetzt geht es an die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik, also der GAP oder auch dem Green Deal.
00:20:26: Hier geht es um ziemlich viel Geld.
00:20:29: Ja, um Milliarden.
00:20:31: Die GAP ist der größte Einzelposten des EU-Budget.
00:20:35: Also wenn die Konzerne ihre Marktmacht, dann auch noch politisch unterfüttern können, wird es gefährlich.
00:20:40: Nach meinen Empfinden nach sind bei jemand wie André Bubbisch die Interessenskonflikte erheblich.
00:20:47: Und dann ist das schon eine neue Dimension, die über das klassische Lobbying hinausgeht.
00:20:53: Okay, das war jetzt ein Exkurs in unser Nachbarland Tschechien.
00:20:56: Aber wie sieht es in Deutschland aus mit der Lebensmittelindustrie?
00:21:00: Gibt es hier mehr
00:21:02: Zahlen?
00:21:03: Ja, ich habe auch noch mit einem Forschungsteam gesprochen, die sich das einmal genauer angeschaut haben, wie sich im Lebensmittelverarbeitenden Bereich die Unternehmen ihre Marktmacht im ganzen Sektor ausbauen.
00:21:14: Amin Wieg ist Professor für nachhaltige Ernährungswirtschaft in Freiburg am Breisgau.
00:21:20: Und die haben ein Gutachten gemacht.
00:21:23: wie die Konzerne im Lebensmittelsektor weiter wachsen.
00:21:26: Was wir auch noch untersucht haben, ist die sogenannte vertikale Integration.
00:21:30: Also sie haben Unternehmen untersucht, die eigentlich nichts mit der Verarbeitung von Lebensmitteln ursprünglich zu tun hatten und nun ihr Geschäftsfeld dahin erweitern.
00:21:42: Und ich nehme an, er hat Beispiele genannt, wie das konkret in Deutschland aussieht.
00:21:48: Ja, hatte.
00:22:11: Und bei der EDECA zum Beispiel ist es so, dass wenn man alle Regionalverbunde zusammenrechnet, die EDECA sogar zum dritten größten Fleischverarbeiter in Deutschland aufsteigt.
00:22:23: Gibt es noch weitere Beispiele zu Milch und auch im Bäckereibereich, sehen wir diese vertikale Integration durch vor allen Dingen Handelsunternehmen.
00:22:34: Warum machen die das, wollte ich wissen.
00:22:36: Kontrolle in allererster Linie, Sicherung der gesamten Wertschöpfungskette, um dadurch einfach so viel wie möglich kontrollieren zu können.
00:22:44: Und das ist vom Handel dann bis hoch in die landwirtschaftlichen Betriebe.
00:22:49: Und natürlich um Gewinne zu steigern
00:22:51: auf dem Wege
00:22:52: und wenn man
00:22:53: sich weitere Wertschöpfungsketten
00:22:54: stufen,
00:22:55: aneignet, kann man auch dort noch größere Skaleneffekte.
00:23:00: Das ist Sophie Bukwitz, die hat an der Studie mitgearbeitet.
00:23:03: Also grundsätzlich ist natürlich auf der Ebene von Betrieben und Unternehmen.
00:23:07: einfach zu verzeichnen, dass insbesondere bei den kleinen
00:23:10: und mittleren
00:23:11: Unternehmen und dem Handwerk sehr, sehr viele Unternehmen verloren gegangen sind.
00:23:15: Seit seit tausend haben wir vierundvierzig Prozent
00:23:18: der Unternehmen
00:23:18: verloren.
00:23:19: Das basiert auf Auswertung des Mannheimer Unternehmenspanels vom Zentrum für Europäische Wissersforschung.
00:23:25: Und auch basierend auf Daten vom Zentralverband des deutschen Handwerks, unter anderem sieht man, dass die Zahl der Betriebe im Handwerk um vierzig Prozent zurückgegangen ist, während sie in eher industriellen, größeren Betrieben relativ konstant geblieben ist.
00:23:39: Wow, ich bin völlig erschlagen.
00:23:41: Vierzig Prozent seit der Jahrtausendwende, das ist schon echt massiv.
00:23:46: Also diese Unternehmen sind ja nun alle einfach mal verschwunden.
00:23:50: Mich würde interessieren, Wie man den Trend denn jetzt auch irgendwie umkehren kann.
00:23:55: Wenn mehr kleinere Unternehmen für Vielfalt und auch echten Wettbewerb stehen, wäre das doch für alle besser, oder?
00:24:03: Ja, bestimmt.
00:24:04: Armin Wieck und Sophie Buchwitz haben sich auch Gedanken gemacht.
00:24:07: Was wären denn die Lösungen?
00:24:09: Oder gibt es Anzeichen einer Trendumkehr?
00:24:12: Und sie fragen auch, welche Rahmenbedingungen braucht es hierfür?
00:24:17: Also Armin Wieg ist auch eher skeptisch, dass eine einzelne Studie, wie die der Monopolkommission hier etwas bewirken könnte.
00:24:26: Aber
00:24:26: ich glaube, das ist auch eine zentrale Schlussfolgerung aus unserer Studie, dass wir sagen, es wird keiner einzelnen Akteursgruppe gelingen, diese Dynamiken aufzuhalten oder umzukehren.
00:24:39: Man muss ganz klar sagen, das muss eine Allianz werden aus innovativen Unternehmen.
00:24:46: oder aus politischen Akteuren, die willen sind, auch diese Herausforderung tatsächlich anzuerkennen und dann anzunehmen.
00:24:55: Die Verbände müssen sich da richtig in die Arbeit begeben.
00:24:59: Und letztendlich ist das natürlich auch eine Frage eben als einzelne Konsumenten oder Konsumentenverbände, Organisationen.
00:25:08: Wie können wir da in verantwortungsvolleren Konsum umschwenken?
00:25:13: Also diese Allianz, ohne so eine Allianz wird das nicht gehen.
00:25:17: Es gibt keinen goldenen Hebelpunkt, an dem man ansetzen kann und sagen kann, von hier aus werden wir den Strukturwandel
00:25:22: umkehren.
00:25:23: Verantwortungsvoller Konsum, also wie Wieg ihn beschreibt, das würde ich hier ja heißen, dass man nicht immer nur bei den großen Bäckern oder Supermärkten Supermarketten einkauft.
00:25:37: Das ist aber gar nicht so leicht, wie ich finde.
00:25:39: Also, oft gibt es ja nur noch einen Supermarkt im Dorf oder im Bezirk in der Stadt.
00:25:45: Ja, auch ich müsste echt überlegen, wo ich noch einen kleinen unabhängigen Lebensmittelladen hätte.
00:25:50: Der kleine Bioladen zum Beispiel, bei mir in der Straße hat vor zwei Jahren dicht gemacht, als die Mieten sich verdoppelten.
00:25:58: Ja, ich glaube, diese Geschichten kennen wir alle.
00:26:00: Wenn man auf dem Wochenmarkt einkauft, sieht das schon ein bisschen besser aus.
00:26:04: Hier gibt es noch eine kleinere Struktur von Anbietern, Bauern und Händlern.
00:26:11: Und ob mein Bäcker so unabhängig ist, wie er sich gibt, das muss ich mir dann in detail auch noch mal anschauen.
00:26:20: Ja, es ist als Verbraucher sicher mühsam, kleine Läden und Produzenten zu finden und sie zu unterstützen.
00:26:26: Und hat Armin Wieg und Sophie Buchwitz, haben die bei ihrer Forschung eigentlich auch auf solch ein positives Beispiel gefunden, wo eine ganze Branche vielleicht langsam wieder vielfältiger wird?
00:26:43: Ja, das haben sie.
00:26:43: Hören wir doch mal rein.
00:26:45: Wir wollen versuchen, ein balanciertes Bild abzugeben.
00:26:49: die
00:26:50: jetzt bestehenden ein tausend handwerklich orientierten Molkereien sind natürlich gegenüber dem Riesengewicht der Industrie immer noch eine kleine Initiative.
00:26:59: Aber es sind mehr und mehr dieser kleinen Initiativen und mehr und mehr dieser unternehmerischen Innovationen, die wir einfach dokumentieren können und die wir versuchen aufzubereiten.
00:27:11: Und wenn die
00:27:12: mit
00:27:13: politischer Unterstützung Hand in Hand gehen.
00:27:16: sodass skaliert werden kann, multipliziert werden kann, dann sehen wir da gute Möglichkeiten.
00:27:21: Das ist bisher nicht der Fall, aber eben, es ist nicht so, dass es keine Ansatzpunkte gibt, die man in Richtung auf Skalierung dann auch systemwirksam machen könnte.
00:27:31: Und
00:27:31: auf der Punkt, dass es Innovationswille gibt, dass viele Menschen wollen Sachen verändern, es ist nicht, dass wir alle nur aufgeben und das Handtuch schmeißen und dann sollen sie machen, sondern... Ich glaube, das treibt immer schon wieder an zu sehen, wie viele Unternehmer in whatever Ideen haben
00:27:45: und weitermachen wollen
00:27:46: und Neues ausprobieren oder Neu anfangen und einsteigen.
00:27:51: Ja, das klingt doch wenigstens etwas hoffnungsvoll, wie ich finde.
00:27:54: Ja, die Wahrnehmung hatte ich dann bei dem Interview auch.
00:27:57: Trotzdem wird es spannend bleiben, ob die Politik nun erkennt, wie groß die Marktmacht der Unternehmen nun wirklich ist.
00:28:03: Wird das Sondergutachten der Monopolkommission seine Wirkung wirklich entfalten und vielleicht das Kartellamt dann eine Sektoruntersuchung machen?
00:28:12: Und die Frage wird dann auch sein, ob die Politik hier mitzieht.
00:28:21: Es bleibt also spannend, was in nächster Zeit so alles passiert, wird dieses spannende, wichtige Thema im politischen Berlin in Bewegung kommen und positive Ansätze hin zu einer größeren Vielfalt in diesem ganzen Sektor unterstützen und auch weitere Übernahmen im Fleisch- und Milchsektor oder auch bei den Einzelhändlern verbieten oder gar die großen Strukturen zu zerschlagen, damit wir wieder zu einer größeren Vielfalt bei den Unternehmen kommen.
00:28:51: Ja, das war der dritte und letzte Teil in unserer Podcast-Serie zum Konzernatlas der Heinrich-Böll-Stiftung.
00:29:00: Peter, vielen Dank für deine umfangreiche Recherche in allen drei Teilen.
00:29:05: Lukas, sehr gerne.
00:29:07: Wir freuen uns, wenn ihr den Kanal abonniert und auch künftig keine unserer spannenden Recherchen verpasst.
00:29:14: Wie immer findet ihr alle Podcasts der Heinrich-Böll-Stiftung auf Spotify, Apple und Co.
00:29:20: Für Feedback und Kritik schreibt uns gerne eine Mail an podcastatböll.de und empfiehlt uns auch gerne weiter.
00:29:26: Dieser Podcast ist eine Produktion des Audio-Kollektivs mit mir, Rukas Tomaszewski und
00:29:32: Peter
00:29:39: Kreisler.
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